"Men in Black" (USA 1997) Kritik – Die Aliens sind los!

„Elvis ist nicht tot, er ist nur nach Hause gegangen.“

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Barry Sonnenfeld war bis in die Mitte der 90er Jahre kein wirklich heller Stern in der Filmwelt. Zwar hatte er mit ‚The Adams Family‘ und ‚Schnappt Shorty‘ zwei überdurchschnittliche Filme gedreht, doch der große Erfolg blieb vorerst aus. Dann kam das Jahr 1997 und Barry Sonnenfeld kam mit der Sci-Fi-Komödie ‚Men in Black‘ in die Kinos und schlug unhaltbar ein. Das Ergebnis waren fast 600 Millionen Dollar an den Kinokassen. Aber war der Film hinter den monströsen Millionen auch sein Geld wert? Eigentlich schon, denn ‚Men in Black‘ ist perfektes Unterhaltungskino, welches allerdings gänzlich auf Tiefgang verzichtet.

Die Erde ist bevölkert von Aliens, ganz besonders schlimm ist es jedoch in New York. Allerdings sehen die Menschen die Aliens nicht, weil sie sich schon als Menschen getarnt haben und ganz normal ihrer Arbeit nachgehen. Um diese Aliens aufzuspüren, werden die Men in Black eingesetzt, in diesem Fall Agent K und Agent J. Als eine riesige Schabe auf der Erde landet und den armen Farmer Edgar als Wirt benutzt, müssen die beiden Alienjäger ihn stoppen, denn Edgar will nun ein Amulett, in dem sich eine kleine Galaxis befindet, als unbändige Energiequelle benutzen und das würde kein gutes Ende für die Menschheit nehmen.

Die Spezialeffekte sind für den Stand von 1997 sehr gut gelungen. Ob es nun die übergroße Schabe ist, die unzählige Aliens an allen Ecken und Ende des Films, oder die Geburt eines Oktopusses. Auch die Aufnahmen von Donald Peterman machen einiges her und halten den Film in klaren und abgestimmten Bildern fest. Den Score trug hier mal wieder niemand geringeres als Danny Elfman bei, der es so gut wie immer versteht, einen Film genauestens zu begleiten. In ‚Men in Black‘ ist das nicht anders und sein Soundtrack unterstreicht den Film nicht nur passend, sondern legt auch einen leichten, magischen Hauch in die Luft.

Den größten Pluspunkt zieht der Film aus seinen zwei Hauptdarstellern, die man besser wohl kaum zusammenfügen hätte können. An erster Stelle Tommy Lee Jones als erfahrener und humorloser Agent K, der hier wieder seine Paraderolle ausfüllen darf und als harter Kerl wie gewohnt absolut überzeugt. Neben ihm glänzt auch Publikumsliebling Will Smith als junger Sprücheklopfer Agent K. Die Highlights von ‚Men in Black‘ sind immer die Momente, in denen die beiden Männer aneinandergeraten. Ebenfalls toll und abgedreht ist auch Vincent D’Onofrio als Edgar, der zur Schabe wird. Linda Fiorentino bleibt jedoch uninteressant und bringt keine nennenswerte Leistung sondern geht in ihrer Rolle unter.

Um die echten Men in Black gab es in der Vergangenheit genügend verschwörerische Theorien. Dass es die Männer aber in Wirklichkeit auch gibt, steht seit dem Ende der 80er Jahre außer Frage. Natürlich nicht in der Form, wie sie hier im Film dargestellt werden. In ‚Men in Black‘ machen wir uns auf in die Abteilung 6 der Einwanderungsbehörde. Hier kümmert man sich um die illegal eingereisten Aliens, die sich getarnt auf dem Erdball umhertreiben und schon längst als angenommene Menschen untergetaucht sind. Jeder Mensch, der einem hier auf der Straße begegnet, könnte also ein Außerirdischer sein. Damit ein solch böses Erwachen vermieden wird, machen sich Agent K und Agent J an die Arbeit und spüren diese Aliens auf. Allerdings kriegen es die unterschiedlichen Männer hier nicht immer mit netten Geschöpfen zu tun, sondern auch mit einer überdimensionalen Schabe, die äußerst unfreundliche Pläne hegt. So gelingt es Barry Sonnenfeld seinen fiktiven Film, immer mit Fakten und Daten schlüssig zu verknüpfen und der Geschichte einen Grundton zu verleihen, bei dem man sich einfach die Frage stellen muss, wie Ahnungslos wir eigentlich wirklich sind.

‚Men in Black‘ hat ein klares Ziel: er will unterhalten. Und dieses Ziel erreicht er auch in jedem Punkt. Die Story wird uns mit viel Tempo vorgetragen und mit einiger Kreativität bereichert. Inzwischen kennt so gut wie jeder den Neutralisator, auch Blitzdings genannt, oder die winzige Waffe „zirpende Grille“, deren Rückschlag allerdings seinesgleichen sucht. ‚Men in Black‘ macht einfach auf unbekümmerte und extrem lockere Weise viel Spaß. Die Gags werden nacheinander rausgefeuert und sitzen größtenteils auch genau. Der Slapstick ist nie zu überdreht oder driftet ins Alberne ab und die vielen tollen Ideen halten den Zuschauer durchgehend blendend bei Laune. Was man jedoch auch klar sagen muss ist, das ‚Men in Black‘ in seiner kurzweiligen und flotten Art auch anspruchslos bleibt. Das schadet dem Film zwar nicht, ist aber trotzdem eine unumgängliche Tatsache. Der Film ist perfekt geeignet um Langeweile mit viel Coolness zu töten, doch wer hier einen tieferen Sinn unter der zügigen Oberfläche sucht, der wird enttäuscht sein.

Fazit: ‚Men in Black‘ bedeutet Spaß, Action und Spannung pur. Die guten Effekte, die rasante Inszenierung, die schleimigen wie liebenswerten Aliens und das geniale Darstellerduo machen ‚Men in Black‘ zu einem starken Stück Film zum immer wieder sehen, auch wenn er nun keinen wirklichen Nährwert besitzt.