"Michael Clayton" (USA 2007) Kritik – Ein eiskalt inszenierter Wirtschaftsthriller

„Michael, ich habe dich immer respektiert und du hast ein sehr aufregendes Leben. Aber du bist ein Müllmann und kein Anwalt.“

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Tony Gilroy, der sich als Drehbuchautor und Produzent einen Namen in Hollywood machen konnte, lieferte mit ‚Michael Clayton‘ sein Regiedebüt ab. Gilroy beweist, dass er ein ganz großer werden kann und liefert einen grandios gespielten und bebilderten Justiz-Thriller ab, der zwar manchmal zäh ist und sich seine Zeit nimmt, aber trotzdem ein spannender Film ist, der von 7 Oscar Nominierungen eine Trophäe gewinnen konnte.

Die kühlen und eleganten Bilder passen sich genau dem Thema an und erschaffen eine ansprechende Optik. Die subtile Spannung wird durch die Atmosphäre grandios untermalt und überzeugt vollends.

Die Darsteller sind allesamt genial und zeigen eine ihrer besten Leistungen. George Clooney spielt Michael Clayton. Clayton bezeichnet sich als Hausmeister und bügelt Probleme von Klienten der Kanzlei aus. Clooney ist die Idealbesetzung und meistert seine Figur zwischen Leichtigkeit und Tiefgründigkeit die ihn nah ans Ende bringt. Tom Wilkinson spielt Arthur Edens, ein brillianter Anwalt der kurz vor dem durchdrehen steht. Wilkinson geht in seiner Rolle voll auf und zeigt ebenfalls wie Clooney eine Oscarreife Leistung. Tilda Swinton, die für ihre Darstellung mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, zeigt ebenfalls eine mehr als starke Leistung. Sie verkörpert das Böse der Gesellschaft und spielt ihre Rolle stetig differenziert und beängstigend Unterkühlt. Den Druck, den sie in ihrer Position standhalten muss, vermittelt Swinton mehr als glaubwürdig. Als vierte Figur ist Sydney Pollack zu sehen. Er spielt den charismatischen Chef von Michael Clayton.

Tony Gilroy, der für sein Regiedebüt eine hervorragend inszenierte Geschichte zeigt und sich direkt eine Oscar-Nominierung einhamsterte, bringt mit Michael Clayton einen Thriller voller moralischer Fragen. Wie weit darf man gehen? Wie weit darf man Recht und Ordnung biegen ohne selbst zu fallen? Welche Rolle spielt Geld und Ehrlichkeit im eigenen Leben? Auf jeden, der Charaktere geht Gilroy ein und keiner wirkt, als würde irgendwas fehlen. Clayton, ist trotz guter Bezahlung pleite und ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Seine Ehe ist längst vorüber, doch in seinem Beruf ist er der Beste. Ein knallharter, eiskalter Hund, der Probleme aus dem Weg räumt wie kein zweiter. Doch Michael befindet sich in einem Teufelskreis aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint. Der geniale Enddialog zwischen Swinton und Clooney ist dann das i-Tüpfelchen auf den genialen Leistungen der beiden. Doch leider gibt es im Film, vor allem im Mittelteil, einige Hänger, die einen Teil der Spannung einbüßen müssen und den Film mehrere Male zäh erscheinen lässt.

Fazit: Michael Clayton ist klassisches Thriller-Kino, wie man es vor allem aus den 70er Jahren kennt. Mit grandiosen Schauspielern, subtiler Spannung, hervorragendem Drehbuch und starker Inszenierung. Dem Film geht aber an einigen Stellen die Luft aus und lässt ihn zäher erscheinen, als er in Wirklichkeit ist. Nichtsdestotrotz bleibt er ein guter Justiz-Thriller, der in jedem Fall sehenswert ist.

Bewertung: 7/10 Sternen