"Midnight in Paris" (USA 2011) Kritik – Zum Verlieben

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„That Paris exists and anyone could choose to live anywhere else in the world will always be a mystery to me.“

Woody Allen ist schon immer ein Meister des leichten, aber intelligenten Humors, des besonderen Wortwitzes und der wunderschönen Inszenierung gewesen. Mit ‚Midnight in Paris‘ hat er, soweit ich das beurteilen kann, sein stärkstes Werk seit seinem sehr bissigen ‚Match Point‘ abgeliefert.

Nachdem er bereits vor Jahrzehnten seine Liebeserklärung an New York auf die Leinwand gebracht hat, spielt er nun mit den Klischees (?) der Stadt Paris. Warum ich hinter die Klischees ein Fragezeichen setze? Ganz einfach, so sehr klischeehaft das auch sein mag, Paris ist meiner Meinung nach ebenfalls die schönste Stadt, die ich bisher in meinem Leben gesehen habe. So ist Paris, bei Tag und bei Nacht. Die Magie, die Poesie und ganz einfach die Eigenheiten bannt Allen auf sehr charmante und gekonnte Weise auf Zelluloid. Es gibt viel zum Lachen und viel zum Schwärmen. Zwar muss der Zuschauer auch ein gewisses künstlerisches und literarisches Verständnis mitbringen, denn viel Witz geht damit einher, jedoch ist das bei weitem nicht alles, was Allen zu bieten hat. Die Musik ist ein Traum, die Darsteller sind allesamt toll, besonders Owen Wilson hat mich sehr überrascht. Tolle Mimik, tolle Situationskomik, überhaupt nicht einfach zu spielen seine Rolle.

Was soll ich noch mehr sagen. Es ist einer dieser seltenen Filme, die man gar nicht schlecht finden kann. Zu sympathisch sind die Charaktere, es gibt viel zu bestaunen, vor allem die Kameraarbeit ist oscarverdächtig. Solche Filme sind selten, sehr selten. Allen hat es nicht nur geschafft den modernen Zeitgeist, sondern ein epochenübergreifendes Werk über die magischstes Seiten von Paris zu präsentieren. Man kommt super gut gelaunt aus dem Kino, mit einem warmen Herz und einfach nur strahlend wie ein Sonnenschein. Was mir gefehlt hat war der Regen, man wäre ich gerne wie Owen Wilson durch diesen nach Hause spaziert.

Danke Woody Allen, genau so muss eine Liebeserklärung aussehen: Frech, kurzweilig, charmant, altmodisch, lustig, clever und emotional. Zwar hätte er noch etwas auf die typische musikalische Seite von Paris, die Musettes und die Guinguettes eingehen können, aber damit verbinde ich einfach etwas sehr Persönliches, daher ist das Meckern auf hohem Niveau.

Fazit: Locker flockig, unterhaltsam und in traumhaften Bildern stellt ‚Midnight in Paris‘ für mich DAS filmische Portrait von Paris dar, auf das ich sehr sehr lange warten musste. Merci beaucoup.

Bewertung: 9/10 Sternen