"Mission: Impossible – Phantom Protokoll" (USA 2011) Kritik – Tom Cruise lädt zum Blockbuster des Jahres

„Mission accomplished!“

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Auch der vierte Teil des „Mission: Impossible“-Franchises macht seinem Namen wieder alle Ehre. Die aberwitzige Action, eine übertrieben unrealistische Story, aber besonders das hohe Tempo und die Kreativität des Regisseurs machen das neueste Agentenabenteuer an Ethan Hunts Seite zum Blockbuster des Jahres.

Gerade eben wurde Ethan Hunt (Tom Cruise) aus einem Gefängnis befreit und schon wartet der nächste Auftrag im Namen des IMF auf ihn. Innerhalb kürzester Zeit soll er sich und seinem Team Zugang in den Moskauer Kreml verschaffen, um an geheime Informationen zu gelangen. Die Aktion entpuppt sich allerdings bald als Hinterhalt. Gerade, als Hunt es gelingt, das Regierungsgebäude heil zu verlassen, geht dieses in die Luft. Die Schuld wird seinem Team und damit dem ganzen IMF zugeschoben. Von der eigenen Regierung werden sie zu Terroristen erklärt. Auf sich alleine gestellt, muss Hunt den Verantwortlichen für den Bombenanschlag ausfindig machen. Sollte ihm das nicht gelingen, wird es nämlich er sein, der den anstehenden Atomkrieg zu verschulden hat.

Von Moskau über Dubai und Mumbai nach Vancouver. Wird der Zuschauer nicht gerade von der grandios inszenierten Action und der packenden Geschichte begeistert, so sind es vor allem die tollen Aufnahmen von den Drehorten, welche „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“ zu einer visuell geistreichen Unterhaltung machen. Der für das Animations-Meisterwerk „Ratatouille“ verantwortliche Regisseur Brad Bird durfte dieses Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen und das zahlt sich aus. Bird setzt nicht nur auf Optik, sondern weiss auch, wie man einen Blockbuster anspruchsvoll gestalten kann. Überraschende Wendungen, eine überdurchschnittliche Charakterisierung und eine an die Gegenwart angepasste, spannende Agentenhatz, die durch ihre Vielzahl an Figuren und Gadgets wahrlich einiges zu bieten hat. Simon Pegg zeigt sich wie immer von seiner komödiantischen Seite, Tom Cruise und Jeremy Renner besitzen einen hohen Coolness-Faktor und Paula Patton stellt das perfekte, ebenso heiße wie tödliche Hunt-Girl dar.

Leider hat der Film ein großes Manko. Der Bösewicht hat nicht nur eine sehr kurze Leinwandpräsenz, sondern bekommt zudem einen sehr undankbaren Abgang. Nach den Maßstäben, welche in den letzten Jahren in Sachen Antagonisten gesetzt wurden, ob das nun Anton Chigurh aus „No Country For Old Men“ oder der Joker aus „The Dark Knight“ ist, an dieser Stelle hätte man sich mehr Mühe geben sollen. Dem stereotypen Bösewicht ist auch das abrupte Finale zu verschulden.

Das clevere Drehbuch und Brad Birds Umsetzung versprechen stylische, moderne und actionreiche Kost, die wahrlich frischen, wenn auch sandigen Wind in das Genre bringt. So und nicht anders hat ein Agententhriller des 21. Jahrhunderts auszusehen, und obwohl der Film hauptsächlich aus der Aneinanderreihung von Actionszenen besteht, beweist Bird in mehreren hundert Metern Höhe, dass Spannung selbst heutzutage noch durch den richtigen Einsatz von Kamera geschaffen werden kann. Ein Extralob gibt es für die Täuschungsszene im Burj Khalifa, welche man erlebt haben muss, um sie zu glauben.

Fazit: Ausgezeichnetes Popcorn-Spektakel mit einem spielfreudigen Cast, größenwahnsinnigen Effekten und einer gut ausgetüfftelten Spionagegeschichte am Rande des Atomkriegs.

Bewertung: 8/10 Sternen