"Mr. Poppers Pinguine" (USA 2011) Kritik – Jim Carrey bekommt tierischen Zuwachs

„Wir kommen wieder.“

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Im Leben von Tom Popper läuft eigentlich nur sein Job in einer Immobilienfirma wirklich gut und der Weg zum Partner steht ihm so gut wie offen. Familiär sieht es jedoch nicht so prachtvoll aus, denn Tom lebt getrennt von seiner Frau Amanda und seine Kinder sieht er nur noch am Wochenende. Was zur Folge hat, dass die Familie auch nicht unbedingt gute Worte für den Geschäftsmann findet. Dabei ist Tom in Wahrheit nur wie sein Vater, der bei seinen Reisen um die Welt auch nie Zeit für ihn hatte. Als sein Vater jedoch bei einer dieser Expeditionen ums Leben kommt, bekommt Tom ein letztes Geschenk: Einen Pinguin. Glücklich ist Tom darüber natürlich gar nicht, denn sein Luxusappartement wird schnell zum Opfer des quirligen Tieres. Allerdings ist dieser Pinguin nicht der einzige und es kommt noch ein weiteres Paket voller Artgenossen, die Toms Wohnung schnell für sich in Anspruch nehmen. Der Zoo wird aufmerksam und will die Tiere für sich beanspruchen, doch sie sind dem eigentlich gefühlskalten Tom schon ans Herz gewachsen und auch mit der Familie läuft es gerade endlich wieder rund…

Man muss sich immer wieder die Frage stellen, warum sich etablierte Schauspieler für den letzten filmischen Dreck hergeben und sich damit nicht deutlich nur unter Wert verkaufen, sondern auch dem eigenen Ruf und dem angesehen Namen erheblich schaden. Im Fall von „Mr. Poppers Pinguine“ trifft dieser fiese Schlag auf Jim Carrey, der sich mit Filmen wie „Der Mondmann“, „Die Truman Show“ und „Vergiss mein nicht!“ zum ernstzunehmenden Charakterdarsteller gemausert hat. Aber Carreys Filmografie ist natürlich nicht perfekt und der einstige Grimassenschneider hat schon die eine oder andere Bauchlandung gemacht. Allerdings muss man sagen, derartig angebiedert wie in „Mr. Poppers Pinguine“ hat sich Jim Carrey wohl noch nie. Seine Figur ist der Inbegriff einer 08/15-Schablone und seine lustlose Performance wird immer wieder durch die vollkommen deplatzierten Grimassen ins Lächerliche gezogen. Aber auch die Nebendarsteller wie die scharfe Carla Gugino, Clark Gregg oder Philip Baker Hall zeigen sich in gelangweilter Blässe.

Wieso Jim Carrey nun die Rolle als Tom Popper angenommen hat, lässt sich wohl nur auf ein schwerwiegendes Geldproblem, blanken Masochismus oder plumpe Langeweile zurückführen, denn das schlechte Drehbuch von Sean Anders, basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch, kann den Hollywoodstar wohl kaum beeindruckt haben, dafür ist es so unerträglich seicht verfasst, dass einem immer wieder Worte fehlen. Die Zutatenliste ist gewohnt simpel zusammengestellt und man findet das altbekannte Allerlei: Wir haben einen fiesen Geschäftsmann, dessen Leben sich nur noch vom Karrierismus gefüllt ist und seine Familie ist längst nicht mehr gut auf ihn zu sprechen. Dann kommen die süßen Pinguine ins Spiel, die natürlich ein väterliches Geschenk sind, und der kühle Griesgram lässt die Eisplatte in seinem Inneren endlich auftauen. Wie der Verlauf der kommenden Geschichte nun aussieht, dürfte von vornherein klar sein, denn Regisseur Mark Waters beugt sich allen erdenklichen Klischees und Konventionen des Familienkinos.

„Mr. Poppers Pinguine“ wurde mit einer derart dicken Schicht Zuckerguss und Glückseligkeit überzogen, dass jedem Realisten der abstoßende Ekel deutlich im Gesicht abzulesen ist. Die unausweichliche Vorhersehbarkeit wird unterstützt von extremer Unglaubwürdigkeit und einem oberflächlichen wie trivialen Drehbuch, welches dem Machwerk schlussendlich den verdienten Gnadenstoß gibt. „Mr. Poppers Pinguine“ ist in jedem Moment altbacken und wurde schon in unzähligen anderen Filmen auf die gleiche Weise rauf und runter geleiert. Kreativität und Ideenreichtum gibt es hier nicht im Ansatz. Was natürlich auch noch dazu kommt, sind die fürchterlich animierten Pinguine, die so offensichtlich dem Computer entsprungen sind, dass es schon so manches Mal wirklich schwerfällt, nicht über diese Katastrophe zu lachen. Mark Waters hat einen flachen, dummen, lahmarschigen und ebenso belanglosen Film inszeniert, der allerhöchstens als schlechter Kindergartenwitz durchgeht, aber auch in diesem Fall einfach schon so oft durchgekaut wurde, dass jeder noch so winzige ansprechende Aspekt bereits in den Weiten der Filmwelt verloren gegangen ist.

Bewertung: 2/10 Sternen