"Die Muppets" (USA 2011) Kritik – Ein herzliches Wiedersehen

„Habt ihr denn schon alles vergessen? Ihr seid die Muppets!“

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Jeder von uns kennt sie und jedem von uns sind Kermit und Miss Piggy ein Begriff. Gemeint sind damit natürlich die Muppets, die mit der gleichnamigen Serie immer viel Erfolg hatten. Doch nach Kinofilmen wie ‚Muppets – Die Schatzinsel‘, ‚Muppets – Eine Weihnachtsgeschichte‘ und ‚Muppets aus dem All‘ wurde immer deutlicher, dass es nur noch um das Geld ging und der Charme der Serie ging endgültig verloren. Seit geraumen Jahren war es nun still um die sympathischen Puppen geworden, aber wirklich gefehlt haben sie nur wenigen Menschen. Im Jahr 2011 sollte die chaotische Truppe dennoch ihr Comeback in den Kinos bekommen und dieses Comeback ist auch geglückt. Regiedebütant James Bobin konzentrierte sich auf das, was die Serie einst ausgemacht hat und inszenierte mit ‚Die Muppets‘ einen schönen Feel-Good-Film.

Walter und Gary sind Brüder, jedoch ist Walter ein Muppet und Gary ein Mensch. Zusammenhalten taten sie jedoch schon immer und beide waren füreinander da. Walter, der ein riesen Fan der eingestellten „Muppet-Show“ ist, bekommt von Gary und dessen hübscher Freundin Mary die Überraschung, die ehemaligen Muppet-Studios zu besichtigen. Das Ergebnis ist ein enttäuschendes und die Studios stehen nicht nur leer, sondern auch der Geist aus alten Tagen ist gänzlich verflogen. Zu allem Überfluss will der fiese Tex Richman die Studios auch noch einreißen um nach Öl zu bohren. Walter und Gary müssen die alten Helden wieder zusammentrommeln und 10.000.000$ auftreiben, um den Abriss zu verhindern.

Jason Segel, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, spielt die männliche und menschliche Hauptrolle Gary, der seinem kleinen Bruder Walter in allem unterstützt. Segel, der sicher kein Charakterdarsteller ist, spielt mit viel Herzblut und füllt seine Figur passend aus. Neben Segel glänzt allerdings die bezaubernde Schönheit Amy Adams als seine Freundin Mary, die in ihrer Rolle voll aufgehen kann und genau wie Segel in ihren Gesangseinlagen überzeugt. Als böser Tex Richman ist ein herrlich fieser Chris Cooper zu sehen, der auch eine herrlich überzogene Rap-Einlange beisteuert und sichtlich Spaß in seiner Rolle hatte. Aber auch die kleinsten Nebenrollen sind namenhaft besetzt. Es gibt Auftritte von Neil Patrick Harris, Jack Black, Whoopi Goldberg, Emily Blunt oder Jim Parsons.

Die Muppets wieder in die großen Kinos zu bringen, war natürlich ein gefährliches Unterfangen. Die Luft war aus den Puppen und interessieren taten sie niemanden mehr wirklich. Deswegen muss auch hier nochmal ein Lob an Jason Segel ausgesprochen werden, der sich standhaft für das Projekt großgemacht hat und durch sein luftiges Drehbuch die Muppets voll und ganz wiederbelebte. Uns wird hier eine ganz neue Geschichte erzählt. Walter ist der größte Muppet-Fan überhaupt und bekam durch Zufall mit, dass die Studios dem Erdboden gleichgemacht werden sollen. Die ganze Horde muss wieder zusammengefügt werden und es müssen schnell 10 Millionen Dollar her, um die glorreichen Zeiten wieder aufatmen zu lassen und den Zusammenbruch zu stoppen. Das ist schon alles und das feste Grundgerüst des Films steht ohne Probleme. Und wer sich nun fragt, ob wirklich alle Muppets wieder dabei sind, oder ob an einigen Ecken und Enden gespart wurde, dem kann man beruhigend sagen: sie sind ALLE an Bord. Ob es Kermit, Miss Piggy, Waldorf, Statler, Gonzo, Scooter, Tier, Camilla, Fozzy Bär, Beaker oder Sam is. Sie kriegen alle ihre Momente und blühen auf wie in vergangenen Tagen.

Der Brite James Bobin verstand es einfach, die Muppets endlich wieder mit viel Herz und Liebe anzupacken und lässt uns zurück an die goldenen Zeiten erinnern. Die überdrehte Art, der bissige Humor zwischen den Zeilen und ein frischer selbstironischer Grundton machen ‚Die Muppets‘ zu einem Spaß für die ganze Familie. Dazu gibt es auch einige schöne Seitenhiebe und Anspielungen auf Filmklassiker, Stars und den heutigen Medienzirkus. Was aber ganz wichtig ist: ‚Die Muppets‘ bewahrt sowohl den Charme als auch den Esprit der Serie und der einzelnen Charaktere und hat in jedem Moment den nötigen Respekt vor ihr, ohne aber angebunden zu wirken. Die Songeinlagen wie „Men or Muppet“ oder „Life is a Happy Song“ spielen dem Film auch voll in die Karten und sind nicht nur nette beiläufige Gesangseinlagen, sondern treiben die Geschichte voran und tragen oft einen emotionalen Kern in sich. So wird ‚Die Muppets‘ zu einem liebenswerten Spaß, der Groß und Klein Freude machen wird und schnell ein bleibendes Lächeln auf die Lippen zaubert.

Fazit: ‚Die Muppets‘ ist ein toller Familienspaß, mit Gute-Laune-Garantie. Alle alten Stars sind wieder vertreten und glänzen wie zu besten Zeiten. Vor allem bei Amy Adams geht einem das Herz auf. Ansonsten machen die starken Gesangseinlagen und die herzhafte Inszenierung von Bobin ‚Die Muppets‘ zu einem Erfolg, den man einfach gerne haben muss.