"Der Nebel" (USA 2007) Kritik – Darabont, menschliche Urängste und schlechte Effekte

„Wenn man den Menschen genug Angst macht, dann kann man sie dazu bringen alles zu tun.“

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Frank Darabont, der mit ‚Die Verurteilten‘ und ‚The Green Mile‘ zwei der besten King-Verfilmung überhaupt inszenierte, nahm sich 2007 mit ‚Der Nebel‘ wieder einer King-Geschichte an und legte eine überzeugende Leistung hin. ‚Der Nebel‘ ist ein spannender Fantasy-Horror-Film mit Sozialkritischen Untertönen.

‚Der Nebel‘ lebt von seiner gruseligen Atmosphäre. Was wartet im Nebel? Woher kommt der Nebel? Und diese Ungewissheit macht ihn spannend und unterhaltsam. Die schönen verschleierten Bilder und der starke Score von Mark Isham tun ihr Übriges und untermalen die Grundstimmung des Films.

Die Darsteller bringen solide Leistungen, hauen aber nicht um. Thomas Jane spielt David Drayton, den verantwortungsbewussten Vater der einen Weg aus dem Supermarkt finden will, aber auch seinen Sohn nicht vernachlässigen kann. Jane zeigt eine gute Leistung und bringt seinen Charakter meist glaubwürdig rüber. Mrs. Carmody, gespielt von Marcia Gay Harden, ist eine religiöse Fanatikerin und vermeldet ihren Glauben immer lauter, bis Sie alle im Laden um sich geschart hat. Marcia Gay Harden, bringt zwar keine schlechte Leistung doch geht mit ihren ständigen religiösen Reden dem Zuschauer gehörig auf die Nerven. In weiteren Nebenrollen sind Jeffrey DeNunn als Dan Miller, William Sadler als Jim Grondin und Andre Braugher als David’s Nachbar, dessen interessanter Charakter leider viel zu wenig ausgeleuchtet wird.

Frank Darabont, der das Meisterwerk ‚Die Verurteilten‘ und den äußerst starken ‚The Green Mile‘ inszenierte, bringt mit ‚Der Nebel‘ wieder eine gute King-Verfilmung raus. Im Film geht es auf der einen Seite um den undurchsichtigen, mysteriösen Nebel. Eine der Urängste des Menschen. Der unsichtbare Feind. Die Ungewissheit des nächsten Moments. Aber auf der anderen Seite zeigt uns Darabont, was passiert wenn Menschen gegen ihren Willen an einem Ort gefesselt sind und wie sie sich im Laufe der Geschichte verändern. Die zu Anfang ruhige und ratlose Stimmung schlägt von Minute zu Minute um und endet in purer Verzweiflung und Wahnsinn. Vor allem religiösen Wahnsinn, der den Mord eines jungen Soldaten nach sich zieht. Mit Blut geizt der Film nicht und man merkt Darabont an, das er auch Erfahrungen im Horror-Genre hat. Kopfschüsse, Verbrennungen, abgetrennte Gliedmaße, alles wird gezeigt. Die CGI-Effekte sind nur mäßig gelungen. Die Monster kommen aus dem Computer und das sieht man ihnen auch deutlich an, was leider auch ziemlich die Angst vor ihnen nimmt. Das Ende ist dann noch ein hammerharter Schlag ins Gesicht, der den Zuschauer eiskalt erwischt und noch lange nachwirkt.

Fazit: Dem Film muss man zwar bei der Charakterzeichnung und bei den CGI-Effekten klare Abstriche machen, aufgrund seiner spannenden Atmosphäre, den Auseinandersetzungen im Supermarkt und dem krassen Ende ist „Der Nebel“ allerdings ein sehenswertes Endprodukt und eine gelungene King-Verfilmung.

Bewertung: 7/10 Sternen