"Parker": Unser Interview mit Jason Statham

Parker

Autor: Philippe Paturel

Am Donnerstag startet der Action-Thriller „Parker“ mit Jason Statham und Jennifer Lopez deutschlandweit in den Kinos. Zu unserer Kritik geht es HIER. Ich hatte das Privileg Jason Statham im Namen von CinemaForever zu interviewen. Das Resultat möchte ich natürlich mit euch teilen. Viel Spass!

Wie gefällt Dir bisher in Berlin?

Jason: Ich bin etwas enttäuscht. Aber um mich nicht falsch zu verstehen, das liegt nicht an der Stadt, sondern an dem ganzen beruflichen Trubel. Ich verlasse Berlin ja auch schon wieder am späten Nachmittag.

Wie in Deinen Filmen also, immer auf Trab?

Jason: Immer auf Trab ja, immer Hochbetrieb, nie Ruhe. Deswegen sehe ich auch so gestresst aus, nicht! *lacht*

Apropos Stress: Du machst ja die meisten Deiner Stunts selbst. Welcher war bisher der gefälligste Stunt?

Jason: Das sind alles kalkulierte Gefahren. Du denkst nie „hoffentlich geht alles gut“, daher gibt es für mich keinen „gefährlichsten“ Stunt.

Hast Du Dich schon oft bei Stunts verletzt?

Jason: Oja, ich habe mich schon oft verletzt. Die Gelenke machen dann plötzlich „knack“, und meistens trifft es den Ellbogen, deshalb habe ich da inzwischen auch Gelenkprobleme.

Nach dem Film nannte Dich Jennifer Lopez „den besten Schauspieler Hollywoods“. Was sagst Du zu ihrem Kompliment?

Jason: Ich denke, dass sie ein wenig voreingenommen ist, da wir zusammengearbeitet haben. Sie ist wirklich nett und wir hatten eine tolle gemeinsame Zeit am Set. Es war wunderbar mit ihr zusammenzuarbeiten, da sie bereits so viel Lebenserfahrung gesammelt hat. Sie hat schon ihr 10. Album aufgenommen, ist zudem Schauspielerin und Mutter… sie hat so viel, was andere nicht haben. Das macht sie außergewöhnlich. Ansonsten ist sie aber wie du und ich. *lacht*

War es immer ein Traum von Dir Schauspieler zu werden oder hat sich das eher zufällig ergeben?

Jason: Es war niemals ein Traum, nein. Ich war schon immer ein Realist, was gewisse Dinge betrifft. Wenn du an der Straßenecke Parfüm verkaufst, ist das kein Ort um einen Regisseur oder Produzenten kennenzulernen. Die Ironie daran ist jedoch, dass ich genau dieser Tatsache meine Rolle in „Bube, Dame, König, Gras“ zu verdanken habe. Guy Ritchie suchte nach einer Person von der Straße; nach jemandem, der sich mit den Gegebenheiten der Straßen auskennt; nach jemandem, der nicht hoch gebildet ist. Das war das einzige, was ihn interessierte, und nicht, dass ich Wasserspringer war. So kann ich sagen, dass ich wohl zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. *lacht* Die Schauspielerei war vor diesem Zeitpunkt nichts, über das ich mir ernsthaft Gedanken gemacht hätte. Und wenn, hätte ich mir allerhöchstens träumen lassen mal irgendwo als Stuntman durch ein Fenster zu springen.

In „Parker“ spielst du keinen unverwundbaren Menschen wie sonst. War es eine besondere Erfahrung, mal einen verletzlichen Charakter zu spielen?

Jason: Es hat mir ehrlich gesagt nicht gefallen. *lacht* Ich spiele nicht gerne einen Charakter, der verwundbar ist, der Schmerzen spürt und bei dem sich der Zuschauer fragt, ob er bis zum Ende des Films durchhalten wird. Ich bin gerne souverän, zuversichtlich, der giftige Typ. Ich bevorzuge diese intensiven Szenen, wo ich den harten Kerl raushängen lassen kann. Es war also auf jeden Fall eine neue Erfahrung für mich, einen Typen zu spielen, der ums Überleben kämpft. Mehr nicht.

Du scheinst ja viel Spaß an Action zu haben. Wie stehst Du zu Videogames?

Jason: Früher als Kind habe ich viel gezockt, zum Beispiel „Pac-Man“, „Defendor“, „Asteroids“, „Space Invaders“. Diese Zeiten sind aber längst hinter mir.

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„Parker“ basiert ja auf einer beliebten Roman-Reihe. Warst Du mit dieser bereits vor dem Dreh vertraut?

Jason: Ich wusste erst von den Büchern, nachdem ich das Script gelesen hatte. Ich war also schon erstaunt, dass der Autor Donald E. Westlake bereits 24 Romane über diesen Typen namens Parker geschrieben hat.

Glaubst du also, dass es eine Fortsetzung geben wird?

Jason: Ob ich daran glaube, spielt keine Rolle. *lacht*

Wer wenn nicht du sollte das wissen, schließlich bist du ja nach „Transporter 2+3“, „Expendables 2“, „Crank 2“ der Mann für die Sequels.

Jason: Weißt du, ein Sequel ist nur möglich, wenn der Film ein großer Erfolg ist. Nur die wenigsten würden eine Fortsetzung drehen, wenn sich nur wenige Menschen den ersten Film anschauen. Hier geht es nur ums Geld, um Gewinn. Wenn die Kasse klingelt, wird jemand ein weiteres Mal an meine Tür klopfen. Wenn der Gewinn nicht stimmt, wird es auch kein Türklopfen geben. Somit liegt es in der Hand der Zuschauer, wie viele Fortsetzungen ein Franchise mit sich bringt.

Am Anfang von „Parker“ begehst du im Pfarrergewand, komische Perücke inklusive, einen Raubzug. Wie hat es sich angefühlt, sich so im Spiegel zu sehen?

Jason: Es ist nicht schlecht, ein gewagtes Outfit auszuprobieren. Aber es fühlte sich definitiv seltsam an, plötzlich Haare auf dem Kopf zu haben. Das bin ich ja nicht gerade gewohnt. *lacht*

Du spielst in „Parker“ einen Dieb. Hast Du jemals etwas in Deinem richtigen Leben gestohlen?

Jason: Nein, nein, das werde ich ganz sicher nicht erzählen. *lacht und pfeift*

Findest Du immer noch die Zeit dazu, selbst ins Kino zu gehen?

Jason: Klar, ich kann mich ja nicht immer in meinen eigenen vier Wänden verschanzen. *lacht* Manchmal muss man auch als Star normal sein und einfach ausgehen. Meistens schaue ich neue Filme aber als Screener, die mir ein Freund besorgt.

Dann hast Du bestimmt einen Favoriten bei der diesjährigen Oscar-Verleihung?

Jason: Dieses Jahr ist das echt schwer zu sagen. Ich habe mehrere Favoriten. Ich bin beispielsweise ein großer Fan von Tarantinos Filmen. Er ist ein großartiger Filmemacher, seine Art Geschichten zu erzählen, seine Inszenierung, das ist alles fantastisch. Er ist so talentiert und macht nichts, was mir nicht gefällt, auch wenn ich „Django Unchained“ nicht zu seinen besten Filmen zähle. Ebenfalls super gefallen hat mir „Silver Linings“.

Wo wir schon von “Silver Linings“ sprechen, kannst Du Dir vorstellen mal in einer romantischen Komödie zu spielen?

Jason: Also wenn ich ein Angebot von einem Regisseur wie David O. Russell bekommen würde, ist die Antwort natürlich offensichtlich. Aber ich werde sicher nicht mit irgendeinem Idioten eine Schrott-Komödie drehen, nur weil es eine Komödie ist. Wenn ich mich einer neuen Herausforderung stelle, dann muss das etwas großartiges sein, von dem du weißt, dass es dich weiterbringt. Die Devise lautet: Geduldig bleiben, denn eine Möglichkeit könnte sich schon nächste Woche ergeben, oder eben erst in einem Jahr oder nie.

Hast Du einen absoluten Lieblingsfilm?

Jason: Nein. Ich habe viele Lieblingsfilme. Ich liebe alte Filme wie „Der Clou“ mit Paul Newman, und ich schaue gerne Filme mit Steve McQueen, Charles Bronson und Clint Eastwood. Ich mag auch Kirk Douglas sehr gerne… „Spartacus“ ist so großartig! Das klassische Hollywoodkino eben. *lacht* Und auch Musicals schaue ich sehr gerne.

Dann hast du mit Sicherheit schon „Les Misérables“ gesehen. Kannst du auch singen?

Jason: Ich kann vieles, aber singen gehört mit Sicherheit nicht dazu. *lacht*

Vielen Dank für das Interview!