"Poseidon" (USA 2006) Kritik – Der Untergang Petersen’s

„Weißt du, wer überlebt und wer stirbt, das ist niemals gerecht. Durch dich hatte Elena eine Chance, wie alle anderen auch“

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Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen, der in Hollywood in Sachen Patriotismus kein unbekannter sein dürfte, lässt auch in ‚Poseidon‘ aus dem Jahre 2006 nichts anbrennen. Der Film ist ein Remake des Klassikers ‚Poseidon Inferno‘ mit Gene Hackman aus den 70ern und reiht sich ohne Probleme in die Liste der schlechten Remakes ein. Zu Recht floppte der Film an den Kinokassen und spielte nicht mal die Hälfte seiner 140 Millionen Dollar Produktionskosten ein.

Am Silvesterabend wird das Luxus Kreuzfahrtschiff Poseidon von einer riesen Welle erfasst und dreht das Schiff mit dem Kiel nach Oben. Dieses Unglück fordert bereits das Leben vom Großteil der Besetzung. Nur Glücksspieler Dylan, der ehemalige New Yorker Bürgermeister Ramsey, seine Tochter, ihr Verlobter, Architekt Nelson und eine Mutter mit Kind versuchen einen Weg aus dem gedrehten Schiff zu finden.

Die hochglanz Bilder und verschiedenen Aufnahmen des gedrehten Schiffes, innen wie außen, sind gut gelungen. Auch die Effekte lassen sich sehen. Der Score von Klaus Badelt passt ebenfalls genau zum Film und es gibt optisch nichts zu bemängeln. Aber das rettet leider auch nicht viel.

Die Schauspieler geben sich zwar Mühe, das war es dann aber auch schon mit dem Lob. Kurt Russell spielt den besorgten Vater und ehemaligen Bürgermeister von New York, Robert Ramsey. Russell spielt nicht gut, hält sich aber auch angenehm zurück und hat zum Ende nochmal eine starke Szene zu bieten. Josh Lucas bringt als Zocker John Dylan auch keine bessere Leistung. In den Nebenrollen sind dann noch Emmy Rossum als Tochter von Ramsey, Jacinda Barrett und Richard Dreyfuss, der als homosexueller Architekt noch die annehmbarste Leistung zeigt.

In Wolfgang Petersen’s Film wird nicht lange gefackelt. Nach einer guten viertel Stunde geht es bereits ans Eingemachte und die Welle kommt angerollt. Im Großen und Ganzen passt das Tempo und die Atmosphäre des Films. Das Drehbuch von Mark Protosevich ist aber wohl eins der schlechtesten überhaupt. Die Charaktere bleiben durchgehend blass und interessieren den Zuschauer nicht die Bohne. Voller unfreiwilliger Lacher, schlechter Dialoge und Logiklöchern findet der Film dann aber nach 90 Minuten zum Glück sein völlig vorhersehbares Ende.

Fazit: ‚Poseidon‘ ist ziemlich langweiliges Katastrophen-Kino, mit schwach agierenden Darstellern, ohne jeglichen Charme und Tiefe, Logiklöchern und unfreiwilliger Komik. Positiv erwähnen kann man das Aussehen des Films und das recht zügige Tempo. Aber auch das macht den Film nicht besser. Abharken und vergessen.

Bewertung: 3/10 Sternen