"Predator" (USA 1987) Kritik – Eiskalter Jäger im feurigen Dschungel

„Ich habe keine Zeit zu Bluten.“

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Nachdem ich mich mit ‚Alien‘ dem ersten großen schleimigen Weltraummonster gewidmet habe, durfte das Zweite natürlich auch nicht fehlen. Gemeint ist der Predator, der 1987 im gleichnamigen Film von John McTiernan seinen ersten brutalen Auftritt hatte. McTiernan der nach seinem ersten Film immer noch im Dunkeln geblieben ist, inszeniert mit ‚Predator‘ einen wunderbaren und prägenden 80er Jahre Oldschool-Actioner dem der Tiefgang natürlich vollkommen fehlt.

Welche Kulisse könnte für einen Film besser sein als der Dschungel selbst? Unberührt, undurchdringlich und kompromisslos. Eine unglaubliche Gefahr. Und was könnte noch schlimmer sein als die Gefahr Dschungel selbst? Genau! Wenn im Dschungel noch ein schier unbesiegbarer Gegner lauert. Der Urwald, mit all seinen Eigenschaften, verschafft ‚Predator‘ genau die richtige hochspannende und bedrohliche Atmosphäre. Kameramann Donald M. McAlpine überzeugt durch seine äußerst standhafte Arbeit. Er überschlägt sich zu keiner Zeit und will nicht mit möchtegern-Neuheiten beeindrucken. Immer nah am Geschehen, aber niemals zu nah so dass man den Überblick verlieren könnte. Dazu natürlich der inzwischen berühmten Score von Alan Silvestri der dem Film immer wieder genau das richtige Feeling gibt und so die perfekte Untermalung geben kann.

Besetzt wurde ‚Predator‘ natürlich nur mit ganzen Männern. Muskeln die bis zum Anschlag aufgepumpt sind, Männer mit unzerbrechlichen Minen und eisernem Mut. Angeführt wird das Ganze von einer der Action-Ikonen schlechthin: Arnold Schwarzenegger. Schwarzenegger verkörpert den knallharten Major Dutch Schaeffner. Von Schauspiel kann hier natürlich keinerlei Rede sein, aber Arnie macht eben das was er am besten kann und ist dabei wie immer ungemein sympathisch: Sprüche rausknurren und ballern. Genauso wie wir ihn lieben. Auch die Nebenrollen wurden mit zwei nicht ganz unbekannten Gesichtern besetzt, zum einen Carl Weathers als Dillon und Bill Duke als Sergeant Mc Eliot.

Der Predator ist mit dem Alien eigentlich kaum zu vergleichen, einzig ihre Lust am Töten verbindet die Kreaturen. An sich gesehen ist aber der Predator der vielseitigere und interessantere Jäger. Unsichtbar, vollkommen lautlos und mit verschiedensten Waffen ausgestatten jagt er seine Opfer ohne Gnade und kommt immer zum Erfolg. McTiernan, der wie erwähnt noch ein Namenloser war, inszeniert mit ‚Predator‘ ein zweischneidiges Schwert. Die ersten 40 Minuten ziehen sich leider ungemein, man sieht unsere Macho-Krieger wie sie durch den Urwald streifen und eine Horde Guerilla-Söldner in einem riesigen Feuergefecht mit Explosionen und allem Drum und Dran zur Strecke bringen. Das ist Technisch extrem anspruchsvoll gemacht, aber Spannung kommt hier zu keiner Sekunde auf und Interesse kann nur geheuchelt werden. Hier dürfte dann wohl der Punkt erreicht sein wo der ungeduldige Zuschauer entweder die Vorspultaste oder auch den Aus-Knopf betätigen. Was aber ein fataler Fehler ist. Denn wenn dann endlich unser Predator ins Spielchen eingreift und nach Herzenslust zuu Töten anfängt ist der erste Teil vom Film in Windeseile vergessen. McTiernan zieht Spannungsschrauben fester und tritt ordentlich aufs Gas. Jetzt endlich erweist sich das Rauszögern mit dem ersten Auftreten des Predators als klarer Vorteil. Schleierhaft und wie ein Urwald-Geist ist sein Auftreten, fast wie ein Fluch der auf der grünen Hölle lastet. Genau wie das Alien selten zu sehen bleibt auch der Predator zum Großteil im verborgenen, aber trotzdem immer im Kopf des Zuschauers. Sehr reizvoll gestaltet ist auch die Art und Weise wie uns der Predator erstmals schmackhaft gemacht wird. Wir sehen zuerst alles aus der Ego-Perspektive des Monsters, quasi durch die Augen des Bösen. Wenn es dann endlich zum Showdown zwischen zwei der coolsten 80er Jahre Figuren kommt ist die Spannung auf dem Höhepunkt angekommen und ein eigentlich längst entschiedener Kampf wird zur absoluten Action-Sequenz der Spitzenklasse. Natürlich sollte man die Suche nach Logik, Realismus und Tiefsinn gar nicht erst beginnen, denn fündig wird man hier mit Sicherheit nicht. Das muss ‚Predator‘ aber auch nicht sein. ‚Predator‘ will einfach nur Action-Unterhaltung sein und das Ziel hat er wunderbar erfüllt.

Wie oben schon erwähnt: Immer wieder vergleicht man, wie ich auch, ‚Predator‘ und ‚Alien‘. Mag wohl auch daran liegen dass man die Biester aufeinander losgelassen hat. Vergleichbar sind sie immer noch nicht, aber wenn es denn unbedingt sein muss mach ich es jetzt zum Schluss nochmal und ganz kurz: ‚Alien‘ ist der bessere Film und der Predator ist das coolere Monster.

Fazit: John McTiernan inszenierte mit ‚Predator‘ brutales, grobes und unglaublich unterhaltsames 80er Jahre Actionkino. Dazu noch die tolle Kulisse, der schöne Soundtrack und natürlich Arnold Schwarzenegger und alle Zutaten für ein knackiges Filmerlebnis sind zusammen. Natürlich fehlt dem Film jegliche Vielschichtigkeit, Charakterzeichnung und Logik, aber die will der Film auch gar nicht haben. Er ist das, was er sein will. Für Freunde des stumpfen Actionkinos mit viel Krachbumm und wenig Story dürfte ‚Predator‘ ein absolutes Fest sein. Überaus sehenswert.

Bewertung: 7/10 Sternen