"R.E.D. 2 – Noch Älter. Härter. Besser." (USA, FR, CA) Kritik – Bruce Willis brennt den Kreml nieder

Autor: Stefan Geisler

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„What happens in the Kremlin stays in the Kremlin!“

2013 wird das Jahr der schießwütigen Rentner: Stallone („Shootout – Keine Gnade“), Schwarzenegger („Last Stand“) und Gibson („Get the Gringo“) meldeten sich mit Solo-Action-Auftritten auf der Leinwand zurück. Im Gegensatz zum Oldtimer-Treffen „The Expendables 2“, das weltweit das Dreifache seiner Produktionskosten einspielen konnte, blieben die diesjährigen bleihaltigen Ausflüge faltiger Actionstars deutlich hinter den finanziellen Erwartungen zurück. Was nicht ist, kann ja denn noch werden, denn mit „Escape Plan“ und „R.E.D. 2“ starten dieses Jahr noch zwei hochkarätig besetzte Oldschool-Actioner. Zumindest im Falle des Comic-Sequels „R.E.D. 2 – Noch Älter. Härter. Besser.“ wäre ein Erfolg an den Kinokassen jedoch wenig wünschenswert, denn trotz namhafter Schauspieler wie Bruce Willis, John Malkovich, Anthony Hopkins und Helen Mirren ist Dean Parisots („Dick und Jane“) „R.E.D. 2“ ein überflüssiges Sequel, das zwar nicht gänzlich witzlos daherkommt, aber dennoch an einer spannungsarmen Geschichte und einer allzu sprunghaften Inszenierung scheitert.

Eigentlich wollte Ex CIA-Agent Frank Moses (Bruce Willis) seinen Lebensabend ganz in Ruhe mit seiner Freundin Sarah (Mary-Louise Parker) verbringen. Keine Aufregung, keine unautorisierten Einsätze und vor allem keine durch ihn verursachten Todesfälle mehr. Doch als sein langjähriger Weggefährte Marvin Boggs (John Malkovich) plötzlich auf der Bildfläche auftaucht und ihm von einer groß angelegten Geheimdienst-Verschwörung namens „Nightshade“ berichtet, bei der es um eine vor 25 Jahren spurlos verschwundene Atombombe geht, wird Frank Moses klar, dass sein Ruhestand wohl noch ein wenig warten muss. Gemeinsam mit Marvin und Freundin Sarah macht sich Frank Moses auf, um das Geheimnis um die Operation „Nightshade“ zu lüften…

Wer schon immer einmal mit Bruce Willis um die Welt reisen wollte, ist bei „„R.E.D. 2“ genau richtig, denn Regisseur Dean Parisot jagt seine Protagonisten munter um den Globus und lässt sie neben Amerika auch halb Frankreich, England und Russland in Schutt und Asche legen. Leider spielt es jedoch kaum eine Rolle, in welchem Teil der Welt denn nun das nächste Feuergefecht ausgetragen wird, da sich die Handlung größtenteils sowieso in geschlossenen Räumen abspielt. Lediglich ein paar Schnittbilder aus der Konserve am Anfang jeder neuen Sequenz lassen den Zuschauer erahnen, wo sich nun die nächsten 20 Minuten Spielzeit zutragen werden. Warum überhaupt permanent solch sprunghafte Schauplatzwechsel vollzogen werden, bleibt sowieso fraglich, denn diese bietet dem Zuschauer keinerlei Mehrwert und erweisen sich sogar oftmals als Stolperstein im bleihaltigen Erzählfluss.

Es ist ärgerlich, dass der Action-Motor von „R.E.D. 2“ durch den stetigen Schauplatzwechsel immer wieder drastisch abgekühlt wird, denn zumindest über eine flotte Inszenierung hätte man die Spannung erzeugen können, die die Geschichte rund um die in die Jahre gekommene Agententruppe vermissen lässt. Wer hier eigentlich warum auf wen schießt, bleibt bis zum Schluss herzlich egal. Ebenso dürfte auch die stetige Neuformierung der Parteien bei den meisten Zuschauern lediglich ein müdes Schulterzucken hervorrufen, denn warum Agent XY nun zum x-ten Mal die Seiten gewechselt hat, spielt für den Fortgang der Geschichte letztlich keine große Rolle.

Auch sonst wurde von den Drehbuchautoren Jon und Erich Hoeber gekonnt darauf geachtet, bloß keine Spannung in dem starbesetzten Treiben aufkommen zu lassen. Die greisen Agenten meistern jede Aufgabe mit einer solch schlafwandlerischen Sicherheit, dass sich selbst ein Einbruch in den Kremel als lockerer Sonntags-Spaziergang entpuppt. Und sollten sich die Protagonisten in einer Szene doch einmal in eine prekäre Lage manövriert haben, muss man als Zuschauer dennoch keinen Herzkasper befürchten. Schließlich kann man getrost darauf vertrauen kann, dass die Drehbuchschreiber den Agenten im letzten Moment Gevatter Zufall zur Hilfe kommen lassen werden.

Fazit: Zumindest witzig ist die Fortsetzung zur 2010 erschienen Action-Komödie „R.E.D.“. Besonders John Malkovich als weltfremder Ex-Agent die Lacher auf seiner Seite haben dürfte. Leider reichen aber ein paar gelungene Lacher und einige wenige unterhaltsame Action-Sequenzen nicht aus, um Dean Parisots „R.E.D. 2“ zu einem sehenswerten Film zu machen. Zu zerfahren die Inszenierung, zu berechenbar das Drehbuch. Um wirklich Spaß zu machen, hätte es doch einiger originellen Einfälle mehr bedurft. So darf sich „R.E.D. 2“ trotz eines namhaften Casts in die lange Schlange der überflüssigen Fortsetzungen einreihen.