"Ratatouille" (USA 2007) Kritik – Bon appétit, Monsieur!

„Weisst du, wenn man erst mal den Würgereflex im Griff hat, dann kann man fast alles essen.“

„Ratatouille“ sprüht fast über vor Charme. Soviel Detailverliebtheit und eine so gelungene Atmosphäre findet man nicht oft und schon gar nicht in einem Animationsfilm. Was Pixar hier auf die Beine gestellt hat, übertrifft meine Erwartungen an Animationsfilme um mehr als nur eine Prise Salz oder ein Büschel Rosmarin. Angefangen bei der Idee, über die Umsetzung bis zum Endprodukt und den ganzen kleinen Details, die man beim ersten mal wahrscheinlich gar nicht alle finden kann. Er lebt schlicht und einfach von reinem Erfinder-Herzblut, das in die Figuren, den Humor und die Geschichte eingeflossen ist. Und das ist genau die Formel, die „Ratoutille“ zu dem kleinen Meisterwerk macht, das er ist.

Einen Großteil seines Witzes zieht „Ratatouille“ vor allem aus den Animationen, die Pixar zu einer wahren Kunst ausgebaut hat und hier mit Mimik und Gestik mehr schafft als nur bloße Komik – die Gesichtsausdrücke, wenn Sätzen fallen wie oben geschrieben, sind zum Wegschmeißen. Man lernt jede einzelne der kleinen Ratten lieben und ganz besonders zum Obernager Remy baut man einen starken Draht auf – der heimliche Star ist in den Szenen, in denen er auftaucht, sein Bruder Emile, der mit seiner trotteligen Art quasi gar keine andere Wahl hat, denn als Witzfigur herzuhalten. Die Story baut sich nach und nach auf und entwickelt mit der Zeit eine gewisse Komplexität, wobei das Grundgerüst im Großen und Ganzen simpel bleibt. Klar, „Ratatouille“ ist in erster Linie ein Familienfilm und so bleiben alte Klischees von Liebe, Verrat und Intrigen nicht aus und da muss ich einräumen, dass das stellenweise etwas kitschig dargestellt wird, aber der Geschichte trotzdem nicht schadet. Nach rund 90 Minuten purer Freude an ihrer Arbeit runden die Pixar-Macher ihren Schatz mit einem der schönsten Enden überhaupt ab, und ich als Zuschauer sitze mit warmem Herzen vor dem Bildschirm.

„Ratatouille“ lebt von seiner Atmosphäre, seinen Charakteren und seinem Humor und er hat Glück, dass Pixar ihn so herausragend animiert hat, denn dadurch ist dieser Film etwas ganz Besonderes. Zurzeit eine der größten Perlen unter den Animationsfilmen.

8.5/10 Sternen