"Real Steel" (USA 2011) Kritik – Roboter, Hugh Jackman und große Langeweile

„Das menschliche Boxen. Einfach verschwunden!“

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Die großen Zeiten des Boxkampfes sind endgültig gezählt, denn in ferner Zukunft prügeln sich nicht mehr die Menschen in den Ringen, sondern es treten Kampfroboter gegeneinander an, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Einer der ehemaligen Box-Profis ist auch Loser Charlie Kenton, der ausgerechnet auf dem Höhepunkt seiner Sportkarriere gezwungen war, die Boxhandschuhe endgültig an den Nagel zu hängen und auf seine großen Leidenschaft für immer zu verzichten. Natürlich ist Charlie einer der Beteiligten dieser Roboterkämpfe und versucht sich als Manager durchzuschlagen, obwohl er nur ein Ziel im Kopf hat: Einen Titelgewinn. Eines Tages steht dann auch noch sein 11 jähriger Sohn Max vor der Tür, der ihn mit einem Sparring-Roboter namens Atom vertraut macht und sich, genau wie der Vater, ungemein für diese mechanische Kampfsportart interessiert. Obwohl Charlie an Atom zweifelt, macht er sich zusammen mit seinem Sohn auf den Weg und nach den ersten Pleiten wird Atom doch noch zum Hoffnungsträger, der Charlie den gewünschten Traum von Titel womöglich erfüllen könnte…

Wenn wir heutzutage mit Robotern konfrontiert werden, dann schlägt sich in Sekundenschnelle Michael Bays „Transformers“-Trilogie ins Gedächtnis. Krach, Explosionen, bombastische Effekte, 3D-Effekte und darüber hinaus nur gähnende Leere. In Shawn Levys „Real Steel“ gibt es optisch auch nichts zu meckern, denn die Aufnahmen wurden blockbustertypisch auf Hochglanz getrimmt und die Effekte, natürlich in Bezug auf die Roboter, lassen sich als schon herrlich altmodisch bezeichnen. Dabei bleibt es dann allerdings auch schon, denn Shawn Levys Erfolgsmasche ist deutlich erkennbar. Gerade in der Besetzung wird es ganz besonders klar. Mit Hugh Jackman als Charlie Kenton hat man einen Kassenmagneten, der nicht nur die Frauen anlockt, sondern auch den Männern gefällt, denn schließlich hat er sich in den „X-Men“-Filmen als Wolverine immer in Topform gezeigt und seine mutierte Männlichkeit in Hülle und Fülle entfalten können. Als Charlie Kenton wird Jackman zu keiner Zeit gefordert und seine Darstellung kommt ohne jede Auffälligkeit aus, einfach weil er sich nie wirklich anstrengen muss und der geringe Aufwand jeden Anforderungen gerecht wird. Dakota Goyo als Sohnemann Max Kenton ist jedoch eines dieser nervigen Schauspielkinder, die durch ihre Getue und Auftreten durchgehend negativ auffallen und nie irgendeine Sympathie abgewinnen können.

In „Real Steel“ kommt es für viele aktive Boxer zur Katastrophe, denn das menschliche Aufeinandertreffen und Kräftemessen im Ring ist vollkommen ausgestorben. Roboter hauen sich gegenseitig mit aller Wucht die Zahnrädchen heraus und die Menge jubelt, denn wir Menschen sind es in Schuld, dass es nur noch mechanische Kämpfe gibt, einfach weil wir unseren Hals nicht voll genug bekommen konnten. Allerdings soll das jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass Regisseur Levy irgendeine futurischste Gesellschaftskritik in seine Inszenierung miteinfließen lässt. Ganz im Gegenteil. „Real Steel“ ist eine lahme Prügelei zwischen Robotern, die noch von einer wankenden Vater-Sohn-Beziehung unterstützt werden soll, aber zu keinem Zeitpunkt eine wirkliche Einheit bilden kann, denn weder die Action weiß hier mit Dynamik zu begeistern, noch haben die familiären Probleme eine gewisse Emotionalität zu bieten. Die altbekannte „Rocky“-Geschichte wird nach konstruierten Mustern heruntergepredigt und am Ende gibt es natürlich nur einen Sieger der Herzen, den sich jeder Zuschauer schnell ausmachen kann, denn es war noch nie anders. „Real Steel“ ist vorhersehbar, nervig und vollkommen schablonenhaft. Die Logik spielt hier eh zu keiner Zeit eine wirklich präsente Rolle und wenn dann noch die äußerst schlechten Dialoge ins Spiel kommen, dann ist jedes Gespräch über Schattenfunktionen und Sprachsteuerungen eine eigene Lachnummer für sich.

Bewertung: 3/10 Sternen