Recap: Game of Thrones – Staffel 6, Folge 3

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Ein persönlicher Recap zur dritten Folge Oathbreaker:

Ich bin wirklich ein großer Fan von Game of Thrones. Keiner Serie fiebere ich so entgegen und bei keiner bin ich so traurig wenn eine weitere Staffel nach zehn Folgen ihr Ende findet. Nicht nur weil das Finale der Serie immer näher rückt (nach der sechsten, soll es nach aktuellem Stand noch zwei weitere Staffeln mit insgesamt 13 Folgen geben), sondern vor allem weil die Serie es eigentlich immer schafft mich emotional in den Geschichtsverlauf zu involvieren. Zumindest bis zu Staffel fünf, in der mir persönlich zu viel versucht und zu wenig zu Ende gebracht wurde. Die üble Gewalt (Sansas Vergewaltigung) die man als Zuschauer ertragen musste, sollte vermutlich über die inhaltlichen Stolpersteinen hinwegtäuschen, für mich bisher auch ein Kritikpunkt der sechsten Staffel (wird es überhaupt eine Folge geben in der mal keine Figur stirbt?). Doch sie haben es wieder geschafft. Nach 12 unterhaltsamen, spannenden aber eben doch durchaus emotional distanzierten Folgen (hat eigentlich irgendjemand dran geglaubt, dass Jon wirklich tot ist?), hat mich Oathbreaker wieder gepackt. Und zwar so richtig!

Bevor ich ausführlicher zu meinem persönlichen Highlight der dritten Folge komme, gibt es natürlich noch weitere Momente, welche diese Episode für mich zu etwas überaus sehenswertem machen. Da wäre zum Beispiel eine famos inszenierte Kampfszene (die missratene Choreografie der Sand Snakes aus Staffel fünf sitzt in der Ecke und schämt sich), welche obendrein noch ein wichtiges Bindeglied in der Geschichte der Familie Stark darstellt. Oder die voranschreitende Ausbildung von Arya, die sich mehr und mehr von ihrer ursprünglichen Persona verabschiedet (kann es überhaupt noch eine Form der Rache für sie geben?). Varis findet mehr über die Beweggründe der Sons of the Harpy heraus und Cersei ist fest entschlossen das zurückzuholen was ihr und ihrer Familie genommen wurde. Alle Erzählstränge werden entscheidend voran gebracht, allein Daenerys bleibt einmal mehr überraschend uninteressant und langweilig (die Vorschau auf die vierte Folge verrät bereits dass hier deutlich mehr im Bezug auf sie passieren wird).

Doch was Oathbreaker für mich zu einem (hoffentlich ersten) emotionalen Höhepunkt der sechsten Staffel gemacht hat, war das Ende. Jon Snow ist von den Toten zurückgekehrt und fragt sich was er noch unter den Lebenden zu suchen hat. Seine Entscheidungen haben dazu geführt dass selbst sein junger Kämmerer Olly gegen ihn gemeutert und ihm ein Messer ins Herz gerammt hat. Es ist klar für ihn, dass er versagt hat und nach den Regeln der Nachtwache kann es für Verräter nur eine Strafe geben und so wird der Tod des kleinen Jungen im Netz nahezu frenetisch gefeiert – seine Geschichte wird dabei außer Acht gelassen. Dass seine Familie von eben jenen Menschen getötet wurde, die Jon Snow nun durch die Mauer gelassen hat. Wir sind schnell mit der Rechtfertigung wenn es um die Ermordung unseres heißgeliebten Lord Commander geht und seine Beweggründe sind aus seinem Standpunkt auch durchaus nachvollziehbar (Kill the boy, Jon Snow!). Doch überlegen wir aus der emotionalen Sicht des kleinen Jungen, sieht die Situation anders aus oder würden wir anders über den Menschen denken, der die Mörder unserer Eltern aus dem Gefängnis lässt?

Genau deswegen schafft es die letzte Szene mich emotional voll zu involvieren. Wenn Jon ein letztes Mal zu seinem ehemals treu untergebenen Kämmerer blickt, wird ihm sein Handeln bewusst und sowohl ihm, als auch dem Zuschauer wird die fast unerträgliche Szene, in der die vier Verräter am Galgen baumeln und um ihren letzten Atemzug kämpfen, nicht erspart. Der Blick und der wankende Stand von Jon verrät uns alles über sein Innenleben und das finale Abschließen mit seiner Pflicht an der Mauer (My watch has ended.). Als er seinen Mantel an seinen Freund Eddison Tollett übergibt und ihn somit zum 999. Lord Commander of the Nightswatch macht, war ich erleichtert. Er hat jetzt die Macht seine Zukunft frei zu entscheiden und wir dürfen gespannt darauf sein, wohin seine Reise als erstes geht, Winterfell steht ja momentan unter fremder Flagge.

Weiter so!