Recap: Game of Thrones – Staffel 6, Folge 7

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Es geht unaufhaltsam Richtung Ende zu. Heute wurde von HBO bekanntgegeben dass die finalen beiden Folgen der sechsten Staffel Game of Thrones mit einer stolzen Laufzeit ausgestattet wurden. So wird Folge Neun mit dem großartigen Titel The Battle of the Bastards 60 Minuten, das Staffelfinale (The Winds of Winter) gar 69 Minuten lang sein, ein deutliches Anzeichen dafür dass sich die ganze Serie stark dem Ende nähert. So fällt Folge Sieben (The Broken Man) auch etwas programmatisch aus und spart sich große Entwicklungsschritte auf.

The Hound ist zurück! Von Arya zum Sterben zurückgelassen und vom Zuschauer für Tod geglaubt, sehen wir Sandor Clegane wie er bei einer kleinen Gruppe von Ausgestoßenen beim Aufbau einer Septe hilft. Brother Ray (Ian McShane mit einem großartigen Auftritt), ein geläuteter Verbrecher und Mörder, rettete dem brutalen und unnachgiebigen Schwertkämpfer das Leben und ermöglichte ihm einen Ausstieg aus seinem bisherigen Leben. Gejagt von den Geistern seiner Vergangenheit, fällt ihm der Glaube an eine bessere Zukunft und ein friedliches Beisammensein schwer (If the gods are real, why haven’t they punished me?) und wenn er am Ende durch das Feld aus Laichen läuft und seinen Retter erhängt am obersten Giebel seiner Septe auffindet, wird auch dem Zuschauer einmal mehr deutlich das Gewalt nicht mehr als eine Krankheit ist. Ob The Hound sich jetzt tatsächlich wieder auf einen Pfad der Gewalt begibt oder sich früher oder später doch abwendet bleibt abzuwarten.

Jon und Sansa haben Castle Black endlich verlassen. Um Unterstützung für die Belagerung von Winterfell zu bekommen, besuchen sie mehrere Häuser im Norden um für ihre Sache zu werben. Lady Lyanna Mormont (Bella Ramsey) zeigt direkt was für Hindernisse die beiden Geschwister auf ihrem Weg zur Befreiung ihrer Heimat überwinden müssen. Die zerstörte Familie muss auf den Überbleibseln ihres Namens eine neue Richtung, vor allem eine neue Überzeugung formieren, bevor es in The Battle of The Bastards zur großen Auseinandersetzung mit Ramsey kommen wird, der nicht nur mit einer großen Armee aufwartet, sondern sich auch noch geschickt hinter den Mauern von Winterfell verstecken kann. Es bleibt spannend wen Sansa in ihrem Brief um Unterstützung bittet. Gut möglich dass sich eine Befreiungsaktion von Großonkel Blackfish anbahnt, der momentan unter der Belagerung von Jaime Lannister und den Freys steht. Ein sichtlich gezeichneter Jaime, bekommt beim Parley mit Brynden einmal mehr vorgetragen dass der Kampf noch lange nicht vorbei ist und dass die Macht und der vor allem der Einfluss der Lannister-Familie beträchtlich geschrumpft ist.

Arya hat den Assassinen den Rücken gekehrt. Oder doch nicht? Ist das überhaupt Arya oder doch vielleicht Jaqen H’ghar? Die Internet-Community überschlägt sich schon wieder mit Theorien und Interpretationsmöglichkeiten. Woher hatte sie das viele Geld? Wieso war sie so unachtsam? Der doch etwas holpernde Erzählstrang bleibt seinem Rhythmus treu und liefert ein wirres und nicht ganz nachvollziehbares Spiel ab, das hoffentlich mit dem Staffelfinale einen abschließenden Punkt erhält. So langsam fällt der Selbstfindungstrip der jüngsten Stark-Tochter schwerfällig aus und bleibt wirklichen Fortschritte schuldig. Wirklich Sorgen um ihr Wohlergehen mache ich mir tatsächlich nicht, ich spekuliere auf ein erneutes Zusammentreffen mit der (geretteten) Schauspielerin.

Neben dem fantastisch gespielten Aufeinandertreffen zwischen Sansa, Jon und Lyanna Mormont, gehört der Dialog zwischen (für mich) Cersei und Olenna ‚Grandmother‘ Tyrell zum Höhepunkt von The Broken Man. Von ihrer Enkelin zur Abreise überredet (oder vielleicht auch nur ein perfides Spiel?), pfeift die eloquente alte Dame auf Höflichkeit und redet Klartext mit der geschassten Witwe (you’ve lost Cersei, that’s the only joy I get in this misery). Schonungslos werden Cersei die Verfehlungen ihrer Familie dargelegt und dem Zuschauer wird erneut bewusst dass es alles andere als gut um die Familie Lannister steht, nachdem sich der König mit dem High Sparrow verbunden hat. Der noch auszutragene Trial by Combat ist so auch programmatisch für den Niedergang der Familie – nichts anderes bleibt mehr übrig um sich dass zu sichern was man möchte.