"Reine Nervensache" (USA 1999) Kritik – Der Pate in der Midlife Crisis

Dominic: „Times are changing. You’ve got to change with the times.“
Boss Paul Vitti: „What, am I supposed to get a fuckin‘ website?“

null

In bester ‚The Sopranos‘ Manier erzählt ‚Reine Nervensache‘ die Geschichte des berüchtigten Mafiabosses Paul Vitti (Robert DeNiro), der mit Hilfe eines Psychiaters (Billy Crystal) versucht, sein Gangster-Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Was daraus entsteht ist teils Chaos-Komödie, teils Hommage und Parodie an die guten, alten Mafiafilme. Ganze Szenen aus Der Pate werden hier nachgestellt, dabei gibt es viel zu lachen und zu bestaunen. Problematisch wird es allerdings bei der Story, welche nicht sonderlich spektakulär ist, jedoch schaffen es das Drehbuch und die Darsteller dieses Defizit auszugleichen. Reichlich Wortwitz und Situationskomik, viele schöne Erinnerungen an Klassiker, eine super Chemie zwischen den Hauptdarstellern, ganz genau so kann eine Komödie, Parodie und Hommage an frühere Zeiten aussehen. Die größte Schwierigkeit des Films ist wohl, dass diejenigen, die im Mafiagenre kaum bewandert sind, wohl weniger zum Lachen gebracht werden. Ich persönlich wünsche mir, dass es mehr solche Komödien geben würde, denn ‚Reine Nervensache‘ ist absolut sehenswert, besitzt viele großartige Ideen in der Umsetzung und weiss zudem mit einem gekonnten Ausgleich von Dramatik und Humor zu überzeugen. ‚Reine Nervensache‘ zeigt, dass Mafiosi auch nur Menschen sind und nimmt sehr schön die damit verbundenen Vorurteile (z.B. gefühlslose Menschen) auf die Schippe.

Fazit: Überraschend lustige Ehrerbietung an die Mafiafilme!

Bewertung: 7,5/10 Sternen