Die "Resident Evil" Reihe (2002-2010) Kritik – Milla Jovovich und die Zombies

„Resident Evil“ (USA 2002)

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Als Alice in der Badewanne aufwacht, hat sie ein schwerwiegendes Problem: Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Nachdem sie gerade Villa erkunden wollte, in der sie erwacht ist, trifft sie auch schon auf Matt, der sich als Freund erweist, und kurze Zeit darauf stürmen auch schon eine Handvoll Elitesoldaten, geführt von One und Rain, in die noble Villa. Alice, Matt und der ebenfalls gedächtnislose Spence werden von den Soldaten mitgenommen und in den Hive geführt, ein unterirdisches Labor, in dem die Umbrella Corporation mit lebensgefährlichen Viren arbeitet. Allerdings ist hier nichts mehr beim Alten und Alice erfährt, dass der Hauptcomputer des Hive, genannt Red Queen, ein tödliches Gas ausgesetzt hat und die unterirdischen Arbeiter des Labors getötet. Der Grund wieso Alice und Matt ihr Gedächtnis verloren haben. Die Soldaten sollten herausfinden, wie es genau zu diesem schrecklichen Vorfall kam, doch die Überlebenden müssen mit Schrecken feststellen, dass sie nicht allein sind…

Jeder, der sich in den 1990er Jahren vor die PlayStation gesetzt und das legendäre Survival-Horror-Game „Resident Evil“ mit vollem Genuss gespielt hat, wird ohne Probleme zugeben, dass Paul W.S. Andersons gleichnamige Verfilmung eine Katastrophe im Vergleich zur Videospielvorlage ist. Nabelt man sich von dieser Sichtweise jedoch einmal ab und versucht „Resident Evil“ als Spielfilm zu akzeptieren, dann bessert sich der Endeindruck der blassen Zombie-Action auch nur geringfügig. Andersons Inszenierung ist gleichermaßen kraftlos wie langweilig, die Figuren unterscheiden sich in ihrer Charaktertiefe kaum von den Untoten und die sture Humorlosigkeit lässt „Resident Evil nicht einmal als No Brainer im Trash-Mantel funktionieren. Was schlussendlich bleibt ist ein lahmer Streifen, der zwar nicht so schlecht ist, um den gesamten Groll des Zuschauers auf sich zu ziehen, aber immer noch schlecht genug, ihn direkt nach der Sichtung wieder aus den Gedanken zu verbannen. „Resident Evil“ steht für pseudo-coole Belanglosigkeit, die mit Michelle Rodriquez als ekelhafte Kampflesbe das unterdurchschnittliche Bild hervorragend abrundet.

Bewertung: 3/10 Sternen

„Resident Evil: Apocalypse“ (FR/DE/GB/US 2004)

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Die Erdoberfläche gleicht einem Chaos. Alles ist verwüstet und von belebten Straßen kann keine Rede mehr sein. Alice wacht nach ihrer Aufklärungsmission mit den Elite-Soldaten im Krankenhaus auf und wagt sich an das Tageslicht und findet die genannte Zerstörung vor. Der Fall ist für Alice klar: Die Zombies sind aus der unterirdischen Umbrealla Corporation entkommen und treiben nun auch hier, in Racoon City, ihr Unwesen. Die Menschheit ist dem Ende nahe, denn die Infektion, die sich durch Bisse unhaltbar ausgebreitet hat, kennt bereits keine Grenzen mehr. Alice greift sich das nötige Equipment und will dem düsteren Chaos auf den Grund gehen. Zusammen mit der ehemaligen Polizistin Jill Valentine, einigen Flüchtlingen und de Kämpferin Oliveira macht sie sich auf den Weg…

Nach Paul W.S. Andersons schnöder Bauchlandung übernimmt nun Alexander Witt die Führung und unterbietet seinen talentlosen Vorgänger sogar nochmal ein stückweit. Wenn man sich einen „Resident Evil“-Film ansieht, dann erwartet man eines ganz besonders: Zombies. Witt zeigt aber gar kein Interesse daran, die Fangemeinde mit den schlurfenden Untoten zu befriedigen und macht Milla Jovovich zur Martial-Arts-Ultrakämpferin der Extraklasse, die sich eigentlich zu 95% nur um irgendwelche langweiligen Umbrella-Soldaten kümmert, anstatt den triebgesteuerten Wiedergängern gepflegt die Schädel wegzuballern. „Resident Evil: Apocalypse“ ist – und wer hätte das nach dem enttäuschenden Erstling schon gedacht – noch stümperhafter inszeniert und suhlt sich regelrecht in den visuellen Spielereien, die so gerne Style hätte, aber einfach nur aufgesetzt wirken und den Zuschauer im Laufe des Geschehens immer weiter in den Bereich der Fremdscham zwängen. Die Niveaulosigkeit verliert jeden Boden unter den Füßen, genau wie eine Atmosphäre nie auch nur im Ansatz erzeugt werden kann. Miese Effekte, furchtbare Masken (Was ist nur aus dem einst so furchterregenden Nemesis geworden?), grauenhaft-peinliche Dialoge und billige Schießereien, die mit der chaotischen Kamera verfolgt werden, aber nie wirklich eingeholt.

Bewertung: 2/10 Sternen

„Resident Evil: Extinction“ (USA 2007)

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Jetzt steht es so richtig schlecht um Gattung Mensch, denn die gesamte Welt wurde mit hochgefährlichem T-Virus infiziert und die letzten Überlebenden lassen sich problemlos zusammenzählen. Es wimmelt überall vor Zombies und ein Konvoi, angeführt vom Soldaten Carlos und der toughen Claire, trifft in der Wüste von Nevada auf Alice, die sich in der Vergangenheit ja schon zweimal gegen die Zombies behaupten musste. Alice hat allerdings Material gefunden, die daraufhin deuten, dass es in den endlosen Weiten Alaskas noch eine Kolonie von Menschen geben soll. Alice und ihre neuen Gefährten brechen los, denn diese Kolonie könnte die letzte Chance für die Menschheit sein, aber es wäre natürlich zu schön, wenn die Reise in die Kälte reibungslos geschehen würde. In Las Vegas muss die Truppe haltmachen, denn die Vorräte nähern sich ihrem Ende. Zu gleichen Zeit arbeitet der Chefwissenschaftler Dr. Isaacs schon an einem Gegenmittel für den T-Virus. Das einzige was ihm noch fehlt, ist eine Blutprobe von Alice…

Vorweg kann leise Entwarnung gegeben werden: „Resident Evil: Extinction“ ist besser als der katastrophale „Resident Evil: Apocalypse“. Einen guten Film bekommen wir dennoch immer noch nicht geboten. Die Regiefackel wurde von Alexander Witt an Russell Mulcahy („Highlander“) weitergereicht und rein optisch erweist sich „Resident Evil: Extinction“ als bester Teil des Franchise. Das postapokalyptische Feeling wurde ansprechend eingefangen und die leblose Wüste Nevadas erweist sich als passendes Setting für den Kampf gegen die Zombies. Aber genug der lobendenden Worte, denn Mulcahys Inszenierung hat mit den gleichen Problemen wie die beiden Vorgänger zu kämpfen und teilt sich schließlich das gemeinsame Schicksal der schweren Enttäuschung, obwohl man sich längst auf die scheiternde Umsetzung einstellen konnte. „Resident Evil: Extinction“ ist belanglos und bietet keinerlei Höhepunkt. Telekinetische Fähigkeit, Mutation und die guten alten Zombies werden allesamt in einen Topf geschmissen und bekommen es mit Superkämpferin Alice zu tun, die zwar versucht gegen die Reizlosigkeit anzukämpfen, sich aber in der gähnenden Vorhersehbarkeit haltlos verliert. Ein peinlicher Showdown der dämlichsten Sorte setzt „Resident Evil: Extinction“ dann noch die glanzlose Krone auf.

Bewertung: 3/10 Sternen

„Resident Evil: Afterlife“ (US/GB/DE 2010)

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Wer dachte, es könnte nicht mehr schlimmer werden, der wird nun eines Besseren belehrt. Die Menschheit blickt nun endgültig ihrem Ende entgegen und Hoffnungen auf ein friedliches, neues Leben sind schon längst aus den Köpfen gestrichen worden. Wenn man sich auf die Suche nach den Schuldigen an diesem Chaos machen will, stößt man schnell auf den berüchtigten Umbrella-Konzern, der mit seinen Virus-Experimenten jeden Verstand verloren und die ganze Erdbevölkerung zu primitiven Zombies gemacht hat. Einzig Alice will nicht aufgeben und trotzt dem Virus mutig entgegen, denn seitdem sie sich ganz besondere Spezialkräfte aneignen konnte, will sie nun ihre Rechnung mit dem Umbrella-Chef Albert Wesker begleichen. Der Plan geht allerdings nach hinten los und Alice schafft es noch geradeso in das trümmerhafte Los Angeles zu fliehen. Hier trifft sie auf eine Handvoll Menschen, die sich in einem ehemaligen Gefängnis verbarrikadiert haben. Zusammen wollen sie es jedoch noch einmal probieren…

8 Jahre sollten vergehen, in denen Paul W.S. Anderson sich nach „Resident Evil“ wieder auf den Regiestuhl wagte, um „Resident Evil: Afterlife“ erneut seinen ungeliebten Stempel auszudrücken. Vermisst hat ihn keiner, denn Anderson hat die Jahre schließlich auch damit verbracht, die grauenhaften Drehbücher zu den „Resident Evil“-Filmen zu verfassen. Allerdings muss man zugeben, dass „Resident Evil: Afterlife“ vor allem in Sachen Schauwerte wirklich einige großartige Bilder zu bieten hat. Das zerstörte Los Angeles, durchzogen von hungrigen Zombies, oder auch die kraftvollen Landschaftsaufnahmen, die wunderbar anzusehen sind. Anderson versteht es auch, nach der Landung in Los Angeles, ein gewisses Maß an Unterhaltung zu erzeugen und kann im alten Gefängnis mit den besten Szenen der ganzen „Resident Evil“-Reihe auffahren. Jedoch hat auch „Resident Evil: Afterlife“ seine extremen Schwächen. Die extremen Zeitlupeszenen gehen nach wenigen Minuten bereits gehörig auf die Nerven und sind mal wieder das beste Beispiel dafür, dass diese unnötigen Sperenzchen den Film nicht cooler machen, sondern einfach nur langsamer. Die Dialoge sind gewohnt platt, die Action ist langweilig, eine Story gibt es nicht und unheimlich Dämlich wie zusammenhangslos ist das Ganze auch. Gute 30 Minuten hat man das Gefühl, nicht auf die Uhr gucken zu müssen, doch darüber hinaus macht Paul W.S. Anderson seinem Ruf mal wieder alle Ehre.

Bewertung: 3/10 Sternen

Fazit: Die „Resident Evil“-Reihe lässt sich mit Fug und Recht als gescheitert bezeichnen. Eine wirkliche Handlung gibt es nicht wirklich und alles wird wie ein lahmes Level-Konstrukt seelenlos aneinandergereiht. Hin und wieder gibt es zwar einige nette Szene und rein optisch sind „Resident Evil: Extinction“ und „Resident Evil: Afterlife“ wirklich stark. Daüber hinaus bleibt allerdings recht wenig bis gar nichts: Schlecht choreografierte Action, langweilige und nervige Charaktere, aufgesetzte Frauenpower, furchtbare Drehbücher und triefende Unlogik bis der Arzt kommt. Was wäre nur aus den Filmen geworden, wenn Meister George A. Romero die Regie übernommen hätte? Mit Sicherheit deutlich bessere Zombie-Filme, denn Potenzial war nun wirklich genügend vorhanden.

HIER erfahrt ihr übrigens auch, ob Paul W.S. Anderson mit „Resident Evil: Retribution“ vielleicht doch noch die Kurve bekommen hat.