"Riddle" (USA 2013) Kritik – Dunkle Geheimnisse, vermisste Brüder und ein aufgedunsener Val Kilmer

Autor: Maria Engler

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„Es gibt Probleme, die keinen interessieren.“

Die Highschool-Cheerleaderin Holly Teller und ihr kranker Bruder Nathan sind ein Herz und eine Seele. Die hübsche Schülerin kümmert sich liebevoll um ihren nerdigen Bruder, der in der Schule oft gehänselt und gemobbt wird. Eines Tages nehmen zwei Halbstarke den Jungen mit auf eine Spritztour und kehren ohne ihn wieder zurück. Drei Jahre nach dem Verschwinden ihres geliebten Bruders hat Holly die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sie den Vermissten plötzlich auf einem Wochenmarkt zu sehen glaubt. Sie folgt seiner Spur bis in das Dorf Riddle, wo sie jedoch vor allem bei der Polizei auf Unverständnis und Ablehnung trifft. Mithilfe einiger ehemaliger Mitschüler ermittelt die Studentin weiter und stößt auf schockierende Geheimnisse.

Etwa 18 Jahre ist es mittlerweile her, dass sich Val Kilmer in den Batanzug zwängte und für Gerechtigkeit in Gotham City kämpfte. Diese Zeit ist auch an dem Schauspieler nicht spurlos vorbeigegangen und so präsentiert er sich in „Riddle“ nicht nur mit aufgedunsenem Gesicht, sondern auch mit vollschlankem Körper und einem potthässlichen Pferdeschwanz. Zur Figur des seltsamen und unfreundlichen Sheriffs passt das Ganze allerdings ganz tadellos. Zum Schauspiel des einzigen bekannten Darstellers in „Riddle“ kann man nichts Schlechtes sagen, denn in etwa 10 Minuten auf dem Bildschirm dürfe auch Val Kilmer nicht allzu viel falsch machen. Die anderen Darsteller sind die üblichen, austauschbaren College-Kids und grummeligen alten Männer, die man aus tausenden anderen Horrorthrillern zur Genüge kennt und deren Schauspielqualitäten bekanntermaßen nicht das Gelbe vom Ei sind. Die mieseste Performance liefert jedoch Diora Baird ab, die als dummes Blondchen der Gruppe in der deutschen Snychronisation eine besonders gelangweilte Stimme verpasst bekommen hat, die den einen oder anderen unfreiwilligen Lacher entlockt.

Die Handlung in „Riddle“ mag in der ersten Viertelstunde noch interessant erscheinen, rutscht jedoch nach kurzer Zeit ins absolut Vorhersehbare ab und ist weder besonders innovativ, noch spannend umgesetzt. Auch der große Showdown mit allerlei vermeintlichen schockierenden Enthüllungen hilft dem Film leider nicht über die Mittelmäßigkeit hinweg und die Siebziger-Jahre-mäßige Schnitttechnik, um die Freigabe ab 16 Jahren zu erhalten, erinnert zwar an unvergessliche Horror-Klassiker, wird aber auch dem Splatterfreund keine Freude bringen. „Riddle“ bedient sich außerdem eines, gelinde gesagt, abgebremsten Erzähltempos, was das Ganze im Mittelteil leider sehr langweilig und unspannend macht und den Zuschauer nicht unbedingt zum Mitfiebern anregt.

Auch Fans des ausladenden Bildes, der spannungsreichen Bildkomposition oder der gelungenen Filmmusik kommen bei „Riddle“ leider nicht auf ihre Kosten. Wie schon in allzu vielen Horrorfilmen zuvor, bekommen wir wenig neuartige Bilder von zerfallenen Ruinen, menschenleeren Städten und ins Zwielicht getauchten Wäldern präsentiert, über die sich im geeigneten Moment die Geräusche von kreischenden Geigen legen. Eine Atmosphäre oder nur unheimliche Stimmung will einfach nicht aufkommen.

Fazit: „Riddle“ ist ein wenig innovativer und im unteren Mittelmaß angesiedelter Horrorthriller, der Fans des Genres wohl kaum überzeugen wird. Weder Handlung noch Narration bieten Ungesehenes und auch die Schauspielleistungen der Darsteller sind kaum erwähnenswert. Das einzig wirklich Unheimliche an „Riddle“ ist die Aufgedunsenheit von Val Kilmer.