Lieblingsregisseure N°3 "Ridley Scott"

„Blade Runner“ – Das war meine erste große, schlimme Enttäuschung, ich war am Boden zerstört. Aber ich bin aufgestanden und habe versucht, den Kopf freizubekommen. Mein Mantra war: Es ist doch nur ein Film, es ist doch nur ein Film.“

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Für die einen gilt Ridley Scott als verklärte Regielegende und aus heutiger Sicht als jemand, dem man nach seinem letzten großen Wurf „Gladiator“ nicht mehr allzu viel Großes zutraut. Dabei hat Ridley Scott doch bereits (fast) alles als Regisseur erreicht, was man sich nur vorstellen kann. Er hat immerhin vier Filmklassiker in seiner Vita stehen, mit „Alien“ und „Blade Runner“ das Science Fiction revolutioniert, mit „Gladiator“ einen Film geschaffen, der noch lange für Gesprächsstoff sorgen wird und nebenbei auch noch für einen großen, kommerziellen Erfolg sorgte. Warum sollte Ridley Scott etwas auf diejenigen geben, die ihn ohnehin schon nach dem letztjährigen „Robin Hood“ wieder qualitativ abgeschrieben haben?

Es wäre arrogant und vermessen, Ridley Scott als nicht mehr fähigen Regisseur in eine entsprechende Schublade zu stecken. Scott ist einer der Regisseure, die genau wissen, was sie mit Hilfe eines Filmes ausdrücken wollen, sei es in inhaltlicher oder optischer Hinsicht.

Ridley Scott ist ein begnadeter Handwerker, der so „command with his own profession“ ist wie kaum ein anderer Regisseur auf diesem Planeten. (Von diesen gibt es nämlich nur noch eine Handvoll: Scorsese, Tarantino, Cameron, Nolan, Fincher). Mit über 70 Jahren ist Ridley Scott an einem Punkt angelangt, an dem er niemandem mehr etwas beweisen muss, weder sich selbst, noch übermäßig anderen gegenüber. Dementsprechend erklärt sich auch seine Ruhe und Gelassenheit in vielen aktuellen Interviews, Dokumentationen und wertvollen Audiokommentaren. Scott ist ein perfekter Handwerker, ein audiovisuelles Genie, ein großer, visionärer Regisseur, eine absolute Ikone und Fachmann auf seinem Gebiet, dem so schnell niemand etwas vormacht, von dem man immer noch lernen, dabei zusehen und staunen kann. Man sollte ihm den Respekt jederzeit erweisen. Zwar gelang ihm nicht immer alles inhaltlich in manchen seiner Filme zur Zufriedenheit zu lösen, aber man sollte nicht vergessen, das auch fähige Regisseure von entsprechenden Vorlagengebern/Scriptwritern abhängig sind. Und einen bahnbrechenden Film zu kreieren ist die größte Herausforderung, der man sich überhaupt stellen kann.

Ridley Scotts nächsten Streich steht man schon gebannt gegenüber, denn wie bekannt ist, wird er nächstes Jahr „Prometheus“ auf die Leinwände dieser Welt hieven, der schon seit vielen Jahrzehnten erhofften Vorgeschichte zum qualitativ exzellenten Horrorklassiker „Alien.“