"Sons of Anarchy" 2. Staffel (USA 2009) Kritik – Es geht in die zweite Runde

„This is my path.“

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Die Lage innerhalb des MCs ist nicht nur angespannt, sie droht zu zerbrechen. Ein schwerwiegender Fehler, veranlasst von Clay, durchgeführt von Tig, zieht seine harten Folgen wie einen Rattenschwanz hinter sich her. Die Verhältnisse, vor allem zwischen Clay und Jax, graten ins Wanken. Das Vertrauen ist verloren und Jax‘ Wunsch nach Veränderungen treibt ihn weiter an. Er muss seiner Vaterrolle gerecht werden, ein Gleichgewicht finden und seine Beziehung zu Tara pflegen. Doch nicht nur die persönlichen Probleme stehen ihm dabei im Weg, sondern auch die Arier, die Charming mit ihrer White Power-Bewegung beziehen, das ATF, besonders Agent Stahl, und die weiteren Gangs wie die Mayans. Alles scheint auf ein schweres Ende hinauszulaufen…

In Staffel 1 wurde uns schon eine vielschichtige und hochspannende Charakterzeichnung wie Handlungsentwicklung geboten. Das wird auch in Runde 2 weiterhin gepflegt und noch komplexer und ausgefeilter konstruiert. Der Club steht über allem, doch die Zweifel an den Gesetzen, an den Mitgliedern und der Einstellung des Präsidenten wiegen schwerer denn je. Familienverhältnisse müssen gepflegt und geschützt werden, doch die Menschen, die man eigentlich kannte, erscheinen einem immer fremder und kaltblütiger. Alles entfernt sich und wird zunehmend auseinander getrieben. Gerne auch durch furchtbare Missverständnisse und falschen Anschuldigungen. Die Gewalt nimmt Überhand und regiert jeden Moment mit ihrer ganzen Kompromisslosigkeit. Doch der schmerzhafteste Augenblick und die schwerste Entscheidung, die alles verändern könnte, treibt die verhassten Seelen wieder zusammen. Blut ist dicker als Wasser. Man muss immer wissen, wohin man gehört. Der Kampf muss gemeinsam bestritten werden, doch ob man ihn gewinnen wird und ob man ihn überhaupt jemals gewinnen kann, ist noch lange nicht klar.

„Sons of Anarchy“ zieht uns wieder in die dreckige und blutige Welt aus dunklen Machenschaften und unausweichlichen Machtkämpfen. Das Gefängnis, der Waffenhandel, das Pornobusiness und das starke Drogengeschäft. Alles spielt hier eine Rolle. Ein Teil der Gruppe sind wir schon geworden, wir kennen die Charaktere, wissen äußerlich wer Freund und Feind ist, doch die bekannten Charaktere zeigen uns immer weitere Facetten und überraschen aufs Neue. Wir entwickeln neue Sympathien, nicht nur für die Sons, verspüren Abscheu, Verachtung und Hass. Zusammen kämpfen wir uns durch die schwere und aussichtslose Zeit. Doch wer an dieser Stelle denkt, die Serie würde noch auf rohe Gewaltdarstellung und brutale Auseinandersetzungen pochen, der täuscht sich. Es geht um Freundschaften, brüchig und aufbrausend, um Liebe, Anerkennungen, verfälschte Gefühle und zwischenmenschliche Bindungen. Alles oder nichts.

Es geht wieder zur Sache, zimperlich ist man hier nur selten und so fies wie die Staffel beginnt, so endet sie auch. Die weiteren Folgen schenken uns wieder Emotionen, Spannung, Action, Lacher, Wut, Wärme und blutige wie unerschrockene Brutalität. Die Vorfreude auf das, was uns in Staffel 3 erwarten wird, ist am Ende der zweiten Staffel unermesslich.

Bewertung: 9/10 Sternen