"Source Code" (2011) Kritik

null

Colter Stevens: What would you do if you knew you only had one minute to live?
Christina Warren: I’d make those seconds count.
Colter Stevens: I’d kiss you again.

Wie süß! Ein Zitat, welches genauso gut aus der letzten Aniston/Kutcher Liebeskomödie stammen könnte. Und damit ist nun doch das eingetreten, mit dem ich am allerwenigsten gerechnet hatte. ‚Source Code‘ ist eine große Enttäuschung.
Erscheint der Film anfangs noch sehr spannend und außergewöhnlich, so verliert er sich recht bald in seiner eigenen Prämisse, Komplexität und Gedankenkino zu bieten. Zunächst glaubte ich, ich würde jetzt von ‚Moon‘-Regisseur Duncan Jones erneut einen kleinen, fein durchdachten Genre-Beitrag spendiert bekommen. Sicherlich versteht Jones sein Handwerk, denn was wir effekttechnisch für ein Budget von knapp 32 Millionen Dollar geboten bekommen, ist beeindruckend. Nicht jedoch die Story, die sich alsbald als uninteressant entpuppt, denn sehr bald weiss man, auf was das Ganze hinausläuft. Auf ein weit hergeholtes, unspektakuläres und klischeehaftes Ende. Darunter leiden dann auch die Szenen, die eigentlich für Tempo sorgen müssten. Die fehlplatzierten Nebenhandlungen (Liebesgeschichte und Vater-Sohn-Beziehung) machen dabei der Handlung auf Zeit ebenfalls den Garaus.
Jake Gyllenhal in der Hauptrolle gibt zwar eine außergewöhnliche Performance, alle anderen Charaktere sind jedoch absolut uninteressant, besaßen, muss ich dazu sagen, allerdings auch zu keinem Zeitpunkt Möglichkeiten, sich zu entfalten.

„Erneut ein Film über Zeitreisen…“ dachte ich mir schon nach der Sichtung des ersten Trailers. Trotzdem hat er mein Interesse geweckt. Naja, ich hätte es besser wissen sollen, den durch seine Mainstreamartigkeit versinkt der Film im absoluten Mittelmaß.

Fazit: Mit ‚Moon‘ hat Duncan Jones 2009 ein kleines, aber umso feineres Meisterwerk geschaffen, mit ‚Source Code‘ wird ein talentierter Regisseur erneut an ein Studio gebunden. Das Resultat ist ernüchternd.

Bewertung: 5/10 Sterne