"Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt" (USA 2012) Kritik – Steve Carrell gesteht Keira Knightley seine Liebe

„We’re all fucked, Bob.“

null

Das Ende der Menschheit naht. Zumindest für all diejenigen, die immer noch daran glauben, dass am 21. Dezember 2012 die Welt untergehen wird. Die Majas haben es prophezeit, und sogar Nostradamus hat für die nächsten Jahre den globalen Untergang prognostiziert. Diesen Mythen nimmt sich „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ glücklicherweise nicht an. Stattdessen wird das Ende zu spät festgestellt. Der Weltuntergang ist somit unausweichlich. 21 Tage bleiben der Menschheit noch. Zeit genug für Dodge (Steve Carrell) und Penny (Keira Knightley) nach ihren gescheiterten Beziehungen nach dem Richtigen zu suchen, um den Weltuntergang nicht alleine verbringen zu müssen. So finden die beiden Nachbarn, die bisher nicht ein Wort miteinander geredet haben, ganz zufällig zueinander.

Zunächst einmal muss man die Idee eines hundertprozentigen Weltuntergangs loben. Was daraus jedoch gemacht wurde, ist teilweise oberpeinlich. Nicht nur, dass sich der Film nicht entscheiden kann, ob er nun Komödie, Romanze oder Drama sein möchte, denn keines der drei Genres funktioniert letztendlich ansatzweise so gut, wie es könnte. Viel schlimmer ist jedoch die unfassbare Einfallslosigkeit. Die Witze sind dermaßen armselig, lahm und unoriginell, dass man allerhöchstens am Anfang noch zwei Mal laut lachen darf. Steve Carrell ist mal wieder dermaßen unterfordert (sollte vielleicht mal über einen neuen Agenten nachdenken) und Keira Knightley zeigt erneut, dass das Witzigste aller Genres nicht für sie bestimmt ist. Ganz im Gegenteil, man weiß manchmal gar nicht, ob man nun über ihre Grimassen unfreiwillig lachen oder lieber heulen soll.

Irgendwann in der Mitte des Films schließlich redet Knightley total lustlos, als ob es in den letzten 21 Lebenstagen kein interessanteres Gesprächsthema geben würde, über Vinylaufnahmen. Banaler und geistloser waren Drehbücher dieses Kinojahr nur selten. Das Resultat ist eine fast schon inhaltsleere Romantikkomödie, die weder in der Inszenierung noch im Schauspiel groß positiv auffällt. Die zweidimensionalen Charaktere sind einem spätestens nach einer Stunde egal, und auch wenn der Film dann recht schnell ein Ende nimmt, sitzt man im Abspann nur noch kopfschüttelnd da, denn auch das Finale ist ein Totalausfall. Hier werden offensichtliche Emotionen noch doppelt und dreifach von den Figuren laut erklärt, damit auch der Zuschauer in der letzten Reihe versteht, was nun wer für wen empfindet. Lächerlich.

Sah der Anfang also noch recht vielversprechend aus, so kann die folgende Stunde den Zuschauer allerhöchstens durch die ein oder andere absurde Szene bei Laune halten: Wie würden Polizisten kurz vor einem Weltuntergang ihrer Arbeit nachgehen? Würden Geschäftsleute noch an ihrem Arbeitsplatz erscheinen? Das, und eine Putzfrau mit Migrationshintergrund, die sich von dem Weltuntergang nicht beirren lässt und übermotiviert weiterhin ihrer Arbeit nachgeht, bilden dabei die Höhen des Films. So dreht sich „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ mehr um die Reaktion der Menschen im Angesicht des Weltuntergangs und inwiefern sich dieser auf ihr Lebensverhalten auswirkt. Dafür, dass diese Hypothese aber viele komödiantische Möglichkeiten eröffnet hätte, bleibt der Film leider durchweg zu harmlos, zu berechenbar und folglich zumeist gähnend langweilig.

Fazit: Wenn man nicht gerade ein Fan von Knightley oder Carrell ist, dürfte „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ eine unerträglich zähe Angelegenheit werden. Der Witz kommt viel zu kurz, die Romantikstory an sich wird zu einfallslos abgehandelt, die Figuren sind blass und so oder so hält der Film kaum Überraschungen bereit. So zieht sich Lorene Scafarias Regiedebüt fast komplett ohne Höhepunkte dahin. Einzig eine schön gefilmte Strandszene und ein makaberer Selbstmord wissen zu begeistern. Ansonsten kann man das unerträgliche Filmende als eines der Schlechtesten des Kinojahres 2012 sehen, mit Hilfe dessen sich der Film selbst zu unbedeutender Hollywood-Ausschussware degradiert. Von einer Indie-Komödie hätte ich mehr Mut erwartet

Bewertung: 3/10 Sternen