Schlagwort: Kelly Reilly

Filmkritiken

"Am Sonntag bist du tot" (GB/IE 2014) Kritik – Was in Trümmern liegt, wächst nicht mehr zusammen

Autor: Pascal Reis "I think there's too much talk about sins and not enough about virtues." Vermutlich darf sich „Am Sonntag bist du tot“ nicht nur als einer der wichtigsten Beiträge zum Thema 'sexueller Missbrauch und seine Folgen im späteren Leben' titulieren lassen, sondern auch als eine ganz konkrete, zeitweise sogar erschreckend ätzende Infragestellung unserer gesellschaftlichen Definition von Gerechtigkeit und Moral – und letztlich auch deren Dekonstruktion. Pater James Lavelle (Brendan Gleeson) begibt sich wie gewohnt in seinen Beichtstuhl, um sich den Sünden seiner Schäfchen anzunehmen, wenige Sekunden später wird ihm ein Ultimatum aufgebrummt: Bis Sonntag bliebe ihm nun Zeit, mit Gott und der Welt ins Reine zu kommen, und wenn es sich einrichten lässt, könne er ja auch noch sein...
Filmkritiken

"Beziehungsweise New York" (FR 2013) Kritik – Amerika soll das persönliche Chaos beenden

Autor: Pascal Reis "Ich fand immer, dass mein Leben nicht einfach war. Und jetzt in New York wird mir klar, dass mein Leben vorher extrem einfach war." Unser erstes Treffen mit dem französischen Volkswirtschaftslehre-Studenten Xavier (Romain Duris) im Jahre 2002 führte uns damals mit „L'auberge espagnole“ nach Barcelona, wo er sich für seinen angestrebten Job die nötige Erfahrung mit der spanischen Wirtschaft aneignen wollte. Drei Jahre später beschenkte uns Regisseur und Drehbuchautor Cédric Klapisch dann mit dem Nachfolger „L'auberge espagnole – Wiedersehen in St. Petersburg“, in dem sich Xavier längst in der Arbeitswelt hat festgesetzt und seinem Traum, ein renommierter Autor zu werden, noch inmitten von larmoyanten Skripten zu schäbigen Fernsehserien umzusetzen versucht. Das ehemal...
Filmkritiken

“Flight” (USA 2012) Kritik – Denzel Washington brilliert als alkoholsüchtiger Flugpilot

Autor: Philippe Paturel “Nobody could've landed that plane like I did.” Wenn es heißt, in mehreren tausend Höhenmetern von einem Ort zum anderen zu reisen, dann bekommt es der ein oder andere schon mal mit der Panik zu tun. Zumindest das mulmige Gefühl während der Landung kennt wohl jeder, der schon mal geflogen ist. Das liegt nicht unbedingt an der Höhenangst, sondern vielmehr daran, dass man das Vertrauen in die Technik und in Piloten setzen muss. Herr über das eigene Schicksal ist man in diesen luftigen Höhen nicht mehr. Was, wenn die Technik einen Aussetzer hat oder der Pilot nicht in optimaler Verfassung ist? Dieses Schreckensszenario lässt "Forrest Gump"-Regisseur Robert Zemeckis in seinem neuen Film „Flight“ in einem folgenschweren Desaster münden, welches das Vertrauen in Flugzeu...
Filmkritiken

"Eden Lake" (GB 2008) – Schonungslose Gewalt und unnötige Dramaturgie

"Ich lass mich nicht von 'ner Gruppe Teenager verjagen!" James Watkins ist als Regisseur noch ein unbeschriebenes Blatt im Filmgeschäft. Als Drehbuchautor war er zwar schon hier und da tätig, allerdings eher schlecht als recht. Also wurde es wohl Zeit sich endlich einen Namen im Geschäft zu machen. Mit 'Eden Lake' aus dem Jahr 2008 inszeniert Watkins zwar einen streckenweise spannenden und wirklich harten Psycho-Thriller, allerdings möchte der Film mehr sein und verliert sich in unnötigen Drama-Elementen, die den Film leider in den Genre-Durchschnitt zurückdrängen. Der Wald rund um den Eden Lake bietet natürlich die perfekte Kulisse für eine derartige Verfolgungsjagd ohne jegliche Anhaltspunkte und Ausweg. Kameramann Christopher Russ liefert gute Arbeit ab und verzichtet auf unnötige H...