Meine teuflischen Nachbarn (USA 1989) Kritik – Die gruselige Straße von nebenan

„Was haben Sie da unten in ihrem Keller, Klopek?!“

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Nicht nur John Hughes war mit seinen liebenswerten Teeniefilmen ein fester und wichtiger Bestandteil der 80er Jahre. Joe Dante ist ebenfalls einer der beliebten 80er Jahre Regisseure, die man sich aus dieser Zeit einfach nicht mehr wegdenken kann und auch nicht mehr wegdenken will. Mit Filmen wie ‚Das Tier‘, ‚Die Reise ins‘ ich und ganz besonders ‚Gremlins‘ schuf Dante einige Klassiker, die heutzutage wirklich fast jeder kennt und auch so gut wie jeder mag. Von diesen genannten Regisseuren hört man heute kaum noch etwas, umso schöner ist es dann, wenn man wieder einen der Filme sieht und lächelnd feststellt, dass sie immer noch genauso funktionieren wie zu ihrer Blütezeit. Wir begeben uns zurück in das Jahr 1989 und widmen uns Joe Dantes herrlicher Grusel-Komödie ‚Meine teuflischen Nachbarn‘, die genau ein solcher Fall ist und wohl nie wirklich von der Zeit eingeholt werden wird. Zum Glück!

Seitdem die etwas seltsame Familie Klopek (Henry Gibson, Brother Theodore und Courtney Gains) in die Manfield Place gezogen ist, ist die ruhige Straße nicht mehr die, die sie mal war. Ray (Tom Hanks), Ransfield (Bruce Dern) und Art (Rick Ducommun) sind davon überzeugt, das im Hause Klopek so manches dunkle Geheimnis lauert. Als dann auch noch der Renter Walter spurlos verschwindet, ist der Fall klar: die Klopeks haben ihre teuflischen Finger im Spiel. Die drei Männer müssen ihren ganzen Mut zusammennehmen und sich auf die eigene Faust auf die Suche nach Wahrheit begeben.

Wie wir es schon oft erlebt haben, nimmt auch ‚Meine teuflischen Nachbarn‘ die amerikanische und gepflegte Vorstadtidylle unter die Lupe und schraubt die eigenwilligen Verhaltensweisen Stück für Stück auseinander. Die bitterbösen und gleichermaßen besten Vertreter des Genres sind nach wie vor ‚American Beauty‘, ‚Happiness‘ und ‚Little Children‘. Wobei Joe Dantes Film dieser Komplexität nicht das Wasser reichen kann und es auch gar nicht will. ‚Meine teuflischen Nachbarn‘ hat ein ganz anderes Ziel.

Wir werden in die piekfeine und gepflegte Vorstadtstraße eingeladen. Ein Gartenzäunchen reiht sich an das nächste und der Rasen muss aussehen wie geleckt. Deswegen führt es hier auch schon zu Kleinkriegen, wenn sich der Nachbarshund zum Geschäft in den falschen Garten verirrt. Hier kennt jeder jeden und die heile Welt wird von Tag zu Tag aufs Neue vorgespielt. Wenn es jedoch neue Nachbarn gibt und die sich beim Einzug nicht vorgestellt haben und keinen ausführlichen Lebenslauf vorgelegt haben, dann ist Holland in Not und die Gerüchteküche brodelt auf Hochtouren. Wenn diese Nachbarn dazu noch gerne ihre Zeit im Haus verbringen und einen etwas eigenartigen Eindruck machen, dann ist das Urteil gefällt und die neuen Außenseiter sind bestimmt. Strafende wie schräge Blicke inbegriffen. Dieser Fall sind hier die Klopeks und denen wird wirklich angehängt, was man sich nur vorstellen kann: von psychopathischen Axtmördern, die ihre Opfer zerstückeln und bei Mitternacht im Hinterhof vergraben, bis zu dunklen Wesen direkt aus der Höllenpforte.

Es macht einfach unglaublich viel Spaß, die neugierigen und paranoiden Nachbarn bei ihren Verschwörungstheorien zu beobachten und bei der Suche nach dem verlorenen Rentner zu begleiten. Man lässt sich von der entspannten Stimmung einfach mitreißen. Die prüden Vorstädter kriegen ordentlich ihr Fett weg und Dante rechnet mit den verklemmten und zwanghaften Neurosen schön zynisch ab. Dazu natürlich die Geschichte selbst, die mit sanftem Grusel bereichert wird und einen treffenden Gag nach dem nächsten serviert. Ob es nun feiner oder total dämlicher Wortwitz ist, die Situationskomik, der überzogene Slapstick oder die gerne überzeichneten Charaktere. Wer hier nicht seine Freude dran hat, dem ist wirklich nicht zu helfen. Vor allem sind die Charaktere allesamt toll besetzt und ursympathisch dargestellt. Was am Ende bleibt ist perfekte Unterhaltung mit unaufdringlichem Grusel, schönem Soundtrack, tollen Schauspielern, vielen Seitenhieben auf die Prüderie und das Spießertum und jede Menge Spaß zum Zurücklehnen und genießen. Eine Sache sollte schlussendlich jedem klar sein: man legt sich besser nicht mit Vorstadtbewohnern an, denn sonst ist man schneller als man gucken kann ein gefürchteter Teufel direkt aus der Unterwelt. Aber mal ehrlich, sind wir nicht alle ein bisschen wie Ray, Ransfield und Art und interessieren uns einfach dafür, was in den vier Wänden nebenan so vor sich geht? Ich glaube, die Frage kann jeder mit einem Lächeln für sich selbst beantworten.

Bewertung: 8/10 Sternen