"The Cell" (2000) Kritik

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Tarsem Singh, der Meister des Geschichtenerzählens zeigt mit „The Cell“ eindrucksvoll, wozu er nicht im Stande ist. Geschichten erzählen. Und wie es mir langsam auf die Nerven geht, dass Singh allein aufgrund seiner Bilder in den Himmel gelobt wird. Als ob die Welt nicht schon gestört genug wäre, muss Singh uns zeigen, was im Kopf eines Serienkillers vorgeht. Das geschieht gnadenlos oberflächlich, immer wieder mit Symbolik beladen, um den Eindruck zu vermitteln, der Film hätte mehr zu erzählen. Ich habe mich eingelassen auf seine Idee, das möchte ich dazu sagen.

Die ersten 40 Minuten Exposition werden quälend in die Länge gezogen. Sobald es zur eigentlichen Haupthandlung kommt, wird allzu klar, dass Singh nicht mehr kann, als (alb-)traumhafte Bilder aneinanderzureihen. Lösungen werden keine aufgezeigt, das Warum kennt man bereits aus zig anderen Filmen. Als dann Sätze wie „Meine Welt, meine Regeln“ den Lippen von Jennifer Lopez entweichen, kommt der Film bei mir endgültig auf die Abschussliste. Lopez spielt übrigens so unemotional wie einer von Bays Robotern. Eine Kunst für sich. Der Killer ist eine Witzfigur. Atmosphäre entschwindet jedes Mal, sobald sie sich anzubahnen scheint, durch einen Cut im Nichts.

Wie gesagt, es interessiert mich nicht, was im Kopf eines Psychos vorgeht, aber wenn das zudem dermaßen logik- und storyfrei erzählt wird, können mir „poetische“ Bilder ganz einfach gestohlen bleiben. Tarsem Singh hat noch Einiges zu lernen. Vor allem, dass sich Kreativität und Handwerk allein noch lange nicht auszahlen. Es schaut sich ja auch niemand das Reisebilderbuch eines Fremden an, ohne die Geschichte dazu zu kennen. Denn das ist langweilig, ebenso wie dieser Film! Ebenso fand ich den Film zu keinem Zeitpunkt aufwühlend, sondern einfach nur dämlich.

Stellt sich die Frage, wer der wirkliche Psycho ist. Der Killer oder der Regisseur? Ende und aus!

Bewertung: 1/10 Sternen