"The Green Hornet" (USA 2011) – Schlimm

Was aus Regisseuren wird, die sich des Mainstreams verschrieben haben ist allgemein bekannt, doch ist das Erstlingswerk eines Filmemachers in dem Metier, in das er neu einsteigt, nämlich Hollywood, am interessantesten. Schafft er den Spagat zwischen massentauglicher Unterhaltung und seinem Anspruch, den er in den Film, legt zu verwirklichen? Viele sind gescheitert, ob es nun ein John Woo war oder, wie hier, ein Michel Gondry ist.

Das Studio, das hinter dem Film steckt, zertört jedes Fünkchen Anderssein im Keim der Masse und Filme sind kaum noch zu unterscheiden. Selten blitzt noch die Handschrift des Regisseurs auf. Das wohl treffendste Beispiel für den Erfolg dieser Sache ist Tarantino. Er schafft es mit Hilfe eines großen Studios, das hinter ihm steht, einen Film zu machen, wie er es möchte und solange es den Leuten als Kult verkauft wird, gucken die Menschen es. Natürlich muss auch Qualität dahinter stehen.
Gondry ist gescheitert. Vielleicht ist es einer Person wie ihm auch egal, wie der Film später aussieht, wenn nur das Geld stimmt, doch das bezweifle ich, denn seine Filme waren immer unverkennbar und man wusste, dass er hinter der Kamera stand. „The Green Hornet“ ist alles, nur stillos wie nur Irgendetwas. Jede Actionszene ist austauschbar, jeder Spruch altbekannt und jede Slapstickeinlage schon einmal dagewesen.
Wie man wohl auf die, wenn man mal so überlegt, gar nicht so schlechte Idee gekommen ist, Michel Gondry für eine Comicverfilmung zu verpflichten? Wo ist sein Einfallsreichtum geblieben, sein naiver Charme, die Kindlickeit, die Dinge zu sehen, all das geht unter. Von einer mehr schlecht als rechten Pointe zur Nächsten, ohne Charme, ohne jegliches Gefühl für Rythmus oder Action. Keine schönen Bilder oder tollen Effekte. Apropos Effekte. Die 3D Technik ist wohl ein Witz und wie immer ein rechtes Ärgernis. Man sollte die Kinos verklagen für diesen Aufschlag. Selten habe ich eine einfallslosere Einsetzung dieser neuen Möglickeit beobachtet.

Hinzu kommt der wohl schlimmste, langweiligste und unsympathischste Sidekick der jüngeren Filmgeschichte. Kaito. Ein Chinese. Unfassbar schlecht ist auch die Chemie von Seth Rogen und ihm. Das passt mal so überhaupt nicht. Schwer zu verstehen ist auch die Freundschaft der beiden. Die Geschichte ist so grauenvoll und öde, dass es einem die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Wo ist das Neue geblieben? Zwei Leute werden ohne Grund Superhelden und retten Menschen, ach ja, dann haben wir ja das Neue, ohne Intention machen sie das.

Ein paar Punkte gibt es für manch lustige Szene mit Rogen und Christoph Waltz und für die Action am Schluss. Cameron Diaz habe ich noch vergessen, die war das eigentliche Sahnehäubchen des Ganzen. Eine so unmotivierte und nervige Performance gab es auch seit langem nicht. Zu Christoph Waltz kann ich auch nur sagen, dass er die Karikatur seiner Rolle des Judenjägers Hans Landa ist. Michel hatte wohl keine Ahnung, wie er mit ihm umgehen sollte. Trotzdem bleiben seine Auftritte amüsant anzusehen. Doch das ist eher Waltz Talent zu verschulden.

Fazit: Die Einzigartigkeit eines Regisseurs ist verschwunden durch einen schlechten Popcorn Film mit nervigen Schauspielern, dröger Story und uninspirierter Action. Schade, und eine Fortsetzung brauchen wir wirklich nicht.

Bewertung: 3/10 Sternen