"The Happening" (USA 2008) Kritik – Der nächste Fehltritt des M. Night Shyamalan

„Plastik. Ich rede mit einer Plastikpflanze.“

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Was wurde M. Night Shyamalan kurz vor der Jahrhundertwende gefeiert. Wunderkind, neue Filmhoffnung und auch den Oscar sahen viele in absehbarer Zeit bei ihm auf dem Kaminsims stehen. Verständlich, denn mit ‚The Sixth Sense‘ konnte er absolut den Atem rauben und einen inzwischen modernen Klassiker abliefern. Diese Klasse konnte der Inder danach jedoch nicht mehr erreichen und sein Ruf verlor immer mehr von seinem Glanz. Shyamalan ist inzwischen längst kein Name mehr, der für Qualität steht. 2008 stand seine Karriere dann am Scheidepunkt und nach seinem Mega-Flop ‚Das Mädchen aus dem Wasser‘ musste ein Erfolg dringend her. ‚The Happening‘ stand also vor der Tür und man muss es klipp und klar sagen: die großen Zeiten des M. Night Shyamalan sind endgültig nur noch ein staubiger Teil der Vergangenheit.

Die Ausgangslage ist mehr als interessant: Menschen stürzen sich reihenweise von den Dächern, lassen sich von Löwen fressen und erschießen sich reihenweise. Ohne erkennbare Gründe bringen sich die Bewohner der amerikanischen Großstädte um. Doch warum? Wieso all diese Selbstmorde? Was steckt hinter all dem Grauen und Schreck, der urplötzlich eingebrochen ist?

So kann uns Shyamalan zu Anfang noch richtig gut unterhalten und das unsichtbare „Böse“ lässt die unklare und bedrohliche Stimmung phasenweise anspannen. Die Luft ist jedoch erschreckend schnell aus der Geschichte und ‚The Happening‘ verfällt schon nach einer knappen halben Stunde in einen trägen wie höhepunktlosen Fluss. Die Ausgangsituation, die durchgehend fesseln hätte können und auch Stoff für einen guten Film geboten hätte, wird zur puren Zeitverschwendung. Dabei gibt uns Shyamalan nicht nur eine mehr als dümmliche Auflösung des ganzen Spuks, sondern will uns auch noch belehren und mit völlig lächerlicher Öko-Botschaft zum Nachdenken bringen. Dazu kommt auch noch die unglaubliche Vorhersehbarkeit, für die Shyamalan sonst sicherlich kein Vertreter war, und Spannung kann kein Stück aufkommen. Das er nebenbei noch die Ehe-Probleme viel zu oft in den Vordergrund stellt, bremst den Film schließlich voll auf den Nullpunkt und das große Gähnen sei jedem erlaubt, denn es nicht nur gerechtfertigt, sondern auch angebracht.

Wer nun noch Hoffnungen auf die namenhafte Besetzung legt, wird ebenfalls sein blaues Wunder erleben. Mark Wahlberg als Naturwissenschaftslehrer Elliot ist erschreckend emotions- und ausdrucklos und bringt eine seiner schwächsten Karriereleistungen. Zooey Deschanel als Ehefrau Alma toppt Wahlbergs Leistung sogar nochmal und glotzt den ganzen Film durchgehend mit dem gleichen blöden und nervigen Blick durch die Weltgeschichte und geht dem Zuschauer mit ihren grässlich gestellten Gefühlen schnell auf die Nerven.

Fazit: Was nutzt eine gute Ausgangslage, wenn man sie nach und nach vollkommen gegen die Wand fährt? Was bringen hübsche Hochglanzaufnahmen, wenn der eigentliche Film wirklich alles andere als schön ist? Richtig. Rein gar nichts. ‚The Happening‘ ist spannungsarm, weitestgehend uninteressant und mit ausgelutschter Botschaft bedruckt. Die Schauspieler sind miserabel, genau wie Shyamalans Regie und sein Drehbuch. Wer sich jetzt wirklich noch den Film besorgen will und sich fragt, was der Director’s Cut denn noch zu bieten hat, dem kann ich es verraten: die Selbstmorde selbst wurden einfach nur expliziter dargestellt. Das war’s. Schlussendlich ist ‚The Happening‘ ein richtig schlechter Film, den man schnell vergessen und übergehen sollte.