"The Messenger" (USA 2009) Kritik – Woody Harrelson ist brillant

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Der Inhalt von „The Messenger“ ist schnell erzählt. Seargent Will (Ben Foster) wird in den letzten Monaten seines Militärdienstes auf eine heikle Mission geschickt. Zusammen mit Captain Stone (Woody Harrelson) muss er den angehörigen gefallener Soldaten Todesnachrichten überbringen.

Captain Tony Stone: „All I ever wanted was to get shot at. Is that too much to ask for, on the battlefield? A battle?“

Manchmal sind nur drei Dinge ausreichend, um einen sehr guten Film zu drehen. Eine packende, schockierende Story in einem realistischen Umfeld, grandiose Darstellerleistungen und die perfekte Kameraführung, die immer an der richtigen Stelle ist, um die beiden erstgenannten Punkte optimal in Szene zu setzen. So ein Film ist „The Messenger.“

Selten passiert es, dass man während eines Filmes denkt: „So könnte es gerade irgendwo ablaufen.“ Jede Szene scheint aus dem wahren Leben gegriffen. Noch realistischer wird der Film dabei durch seine trockene Darstellung, das Ausbleiben von musikalischer Begleitung und die vielen Emotionen. Die bis in die kleinste Nebenrolle klasse besetzten Darsteller sorgen für schockierende, aber auch für humorreiche Momente. Der Film hält zwar nicht viel Abwechslung bereit, aber dafür behandelt er mit sehr viel Feingefühl die universellen Themen wie Trauer, Verlust, Hoffnung und Liebe.

Wenn dann beispielsweise ein Vater (Steve Buscemi) bei der Übermittlung der Nachricht über seinen gefallenen Sohn halb wütend, halb trauernd meint „Look at that tree. Look at that fucking tree! The same age as my son!“, ist das nur einer der vielen Momente, die mich nicht nur schockiert, sondern auch zum Nachdenken angeregt haben.

Woody Harrelson und Ben Foster mimen dabei die beiden Todesboten mit einer innerlichen Zerrissenheit, die kaum auszuhalten ist. Einerseits ihre emotionale Seite, ihre Erkenntnis des sinnlosen Soldatenlebens. Andererseits dieses kalte und gefühlslose Agieren vor den Angehörigen der Verstorbenen. Und ganz besonders die letzte Szene mit Harrelson wird wohl jedem nachhaltig in Erinnerung bleiben.

„The Messenger“ ist zwar ein Kriegsdrama ohne Kriegsszenen, aber dafür ein zutiefst erschütterndes Drama, welches einen am Ende mit der Faust eines Boxers im Gesicht erwischt.
Man hätte zwei oder drei Szenen, die etwas fehl am Platz wirken, eventuell noch streichen oder ändern können. Dann wäre „The Messenger“ das perfekte Drama. Leider, zum meinem Bedauern, ist das kein Film, den ich öfters sehen kann, aber lasst mich euch eines sagen: Das ist ein Film, der niemanden kalt lassen wird und den man unbedingt gesehen haben muss.

„Krieg ist die bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ (Carl v. Clausewitz)

Bewertung: 8/10 Sternen