"The Social Network" (USA 2010 Kritik) – Die Idee, die unser Leben revolutionierte

„Okay, du wirst später bestimmt mal ein sehr erfolgreicher Computermensch. Aber du wirst dein Leben lang glauben, dass die Frauen nicht auf dich stehen, weil du ein Nerd bist. Und ich möchte dir von ganzem Herzen mitteilen, dass das nicht der Fall sein wird. Es wird daran liegen, dass du ein Arschloch bist.“

Was David Fincher 1999 mit Fight Club bereits geleistet hat, legt er 11 Jahre später erneut hin: Den Film einer Generation, die Zusammenfassung unserer Gesellschaft, unseren sozialen Spiegel. Die Unterschiede springen einem in Augen und Ohren, wenns Geruchsfernsehen gäbe, bestimmt auch in die Nase: Es geht um Technik, um Aktualität, Geld, Partys und Sex. Um Habgier, Größenwahn, um Milliardenumsatz. Es ist kein Platz für Freunde, es geht nicht um Beziehungen oder soziale Integrität.

Mark Zuckerberg ist einsam. Er hat keine Freunde, keine Beziehung. Er ist ein Genie, seine Firma ist heute geschätzte 50 Milliarden Dollar schwer und dazu war nur eine Idee nötig, die heute so simpel und einleuchtend erscheint wie die Erfindung von diesen lustigen Klopömpeln. Und gerade dieser sozial abgekapselte Mensch in seinem dunklen Kämmerlein vor einem leuchtenden Bildschirm mit einer Idee im Kopf ist es, der das größte soziale Internetprojekt der Welt erschafft. Der Menschen verbindet, neue Freundschaften ermöglicht, das Leben im Netz verändert. Dieser Gegensatz ist es, der Zuckerbergs Leben so interessant macht. Das hat auch David Fincher erkannt und mit Hilfe von Aaron Sorkin das Biopic eines Ausnahmegenies geschaffen.

Dazu stellte er einen hervorragenden Cast vor die Kamera, Jesse Eisenberg als perfekter Protagonist, völlig verdient oscarnominiert, Justin Timberlake als arrogantes Finanzgenie, Andrew Garfield mit Sympathiebonus. Insgesamt treffen hier alle Säulenträger aufeinander, die Social Network zu seinem völlig verdienten Erfolg verhelfen. Das gesamte Drehbuch ist gewaltig, strotzt vor intelligenten Dialogen, fängt die Charakterstärken der Figuren ein, legt ihnen zu jeder Zeit in genau der richtigen Reihenfolge die passenden Sätze in den Mund und vergisst dabei niemals, um was es hier geht.

Dieser Film ist wichtig, aktuell und ehrlich. Er beleuchtet die richtigen Facetten, ist goldrichtig gecastet, gedreht und erzählt. Der Film einer Generation.

Mark Zuckerberg ist ein Arschloch. Grotzkotzig, überheblich und arrogant.

Bewertung: 9/10 Sternen