"Ein Ticket für zwei" (USA 1987) Kritik – Ein unschlagbares Duo

„Wenn mir nach Witzen zumute wäre, würde ich mit ihnen aufs Klo gehen und ihnen beim Pinkeln zusehen.“

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Nach den großen Kassenerfolgen wie ‚Sixteen Candles‘, ‚Der Breakfast Club‘ und ‚Ferris macht blau‘, war John Hughes in aller Munde und ein gefragter Mann. Die Ankündigung eines neuen Films von ihm, sorgte für grenzenlose Vorfreude. Im Jahr 1987 kam seine Komödie ‚Ein Ticket für‘ zwei in die Kinos und zündete natürlich wie jeder seiner anderen Filme. Allerdings muss man an dieser Stelle auch sagen, dass er diese Erfolge auch voll und ganz verdient hat und Hughes einfach ein tolles Händchen für herrliche Komödien, mit gefühlvollem Unterton hat. Und genau das passt mal wieder nahezu perfekt zu ‚Ein Ticket für zwei‘.

Neal Page (Steve Martin) ist wegen seiner Arbeit in einer Werbeagentur ziemlich im Stress. Zu Thanksgiving versprach er seiner Familie aber rechtzeitig zu Hause zu sein. Natürlich kommt mal wieder alles anders und ein Unglück reiht sich an ein anderes. Doch Neal schlägt sich nicht alleine durchs Land, denn der Quatschkopf und Duschringverkäufer Del Griffith (John Candy) hängt an ihm wie eine Klette an ihm und das Chaos ist vorbestimmt.

Was gibt es nervigeres, als wenn man einfach nur noch nach Hause möchte und auf jedem neuen Schritt ins traute Heime ein neues Hindernis in den Weg gestellt bekommt. Schwierig in diesen Fällen die Haltung zu bewahren und seine endlose angestaute Wut nicht freien Lauf zu lassen, auch wenn man natürlich selber weiß, dass diese Menschen, die dann in die eigene Schussbahn geraten, in den meisten Fällen gar nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun haben. Aber wen interessiert das in diesen Momenten schon? Man muss einfach Dampf ablassen und wandert als tickende Zeitbombe durch die Welt.

In dieser Situation findet sich Neil wieder. Die Arbeit ist erledigt und er muss einfach nur in den Flieger Richtung Chicago steigen. Ein kurzer Flug und der heißersehnte Truthahnduft liegt förmlich schon in der Luft. Schön wär’s. Das Taxi, das er sich vorher für viel Geld erkaufen musste, wird ihm vor der Nase weggeschnappt und ausgerechnet dieser Mann, Del Griffith, sitzt auch noch im Flieger neben ihm. Die Platzreservierung hat zuvor natürlich auch nicht gestimmt. Es muss wegen eines Schneesturms notgelandet werden und Neal und Deal treffen immer wieder aufeinander, bis sie sich mehr oder weniger entschließen, sich gemeinsam durchzuschlagen. Pleiten, Pech und Pannen folgen und das ungleiche Duo hat sich nicht nur einmal in den Haaren. Doch es muss einen gemeinsamen Weg geben, irgendwie einen Weg durch das Chaos zu finden, auch wenn man sich am liebsten an die Gurgel gehen würde, denn Del ist mit Sicherheit kein besonders leichter Umgang und seine Eigenart raubt nicht selten den letzten Nerv.

John Hughes inszeniert eine der lustigsten Reise durch die USA, die von einem Schlagloch ins nächste stolpert. Die Gagdichte ist bemerkenswert und ein wahres Feuerwerk der Komik wird entfacht. Das liegt aber auch ganz besonders an der herausragenden Besetzung, die man mit Steve Martin und John Candy für das von Grund auf verschiedene Paar gar nicht besser besetzen hätten können. Es ist einfach herrlich den beiden zuzusehen, wie grandios sie harmonieren und sich gegenseitig gekonnt die Bälle immer wieder zuspielen. Ganz großes komödiantisches Schauspiel. Vor allem die Szene im Hotelzimmer, in dem sich die beiden ein Bett teilen mussten und am nächsten engumschlungen aufwachen (Wo ist ihre andere Hand? – Zwischen zwei Kissen. – DAS SIND ABER KEINE KISSEN!) zählt zu den lustigsten überhaupt.

Schlussendlich ist ‚Ein Ticket für zwei‘ eine temporeiche und herrliche Reise durch die Welt der Pannen, mit zwei fantastischen Charakteren, extrem viel Spaß, zarten Emotionen und niemals überzogen. Einfach ein schöner Film zum immer wieder sehen und immer wieder aufs Neue schlapplachen. Ein ehrlicher, schöner und ganz toller Ausflug in die 80er Jahre, der sich sicher nicht nur bei mir einen ganz eigenen Platz im Herzen gemacht hat und schon nostalgische Gefühle auslösen kann.

Bewertung: 8/10 Sternen