TIFF-Kritik: (Re)Assignment (US 2016)

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Vier Jahre liegt nun bereits die letzte Regiearbeit von Actionspezialist Walter Hill zurück, der sich vor allem mit The Driver (1978), The Warriors (1979) und Last Man Standing (1996) einen Namen gemacht hat. Die genannten Filme sind dann aber auch die wenigen wirklichen Highlights in einer ansonsten eher soliden Filmographie, obwohl Hill aber ohne Frage auch abseits des Regiestuhls, ob als Autor von Sam Peckinpahs Klassiker The Getaway (1972) oder als Produzent des Sci-Fi-Action-Meilensteins Aliens (1986), seine Spuren in der Filmlandschaft hinterlassen hat.

Nachdem Walter Hill in den letzten Jahren aber allerhöchtens noch durch die Regie der ersten Folge der Western-Serie Deadwood (2004) auf sich aufmerksam machte und schließlich mit Bullet in the Head (2012) eher verzweifelt krampfhaft als gelungen an die guten alten Zeiten des B-Movie-Kinos anknüpfen konnte, ist die Vorstellung seines neuen B-Movie-Rachethriller (Re)Assignment, bei dem er keine geringeren Powerfrauen als Michelle Rodriguez und Sigourney Weaver vor die Kamera gebracht hat, eine kleine Überraschung.

Actionfans dürfen sich einerseits auf eine der geladensten Performances in Michelle Rodriguez‘ Karriere freuen. Zwar durfte sie sich bereits im Fast and Furious-Franchise oder auch in James Camerons Avatar von ihrer taffen Seite zeigen, doch so bad ass wie nun unter Walter Hills Regie war sie bisher noch nicht vor der Kamera zu sehen. Ihr gegenüber tritt dann wiederum niemand geringeres als Sigourney Weaver in ihrer coolsten Rolle seit Ripley.

Allein aufgrund der beiden Schaupielerinnen lohnt sich (Re)Assignment, doch bei den beiden belässt es Walter Hill glücklicherweise nicht, sondern bietet obendrein feinstes Adrenalinkino inklusive zahlreicher gewaltig inszenierter Shootouts, einem Haufen spassiger Oneliner, einem pulsierenden Score von Giorgio Moroder und einer absurden Rachegeschichte, welche die gnadenlose Vendetta eines Serienkillers zeigt, der unfreiwillig einem Genderwechsel unterzogen wird.

Fazit: (Re)Assignment ist ein zu keinem Augenblick ernstzunehmendes, aber gerade deswegen sehr unterhaltsames B-Action-Movie, welches hoffentlich auch in Deutschland den Weg auf die große Leinwand finden wird.

Gesehen im Rahmen der Weltpremiere auf dem 41. Toronto International Film Festival 2016