"Titanic" (USA 1997) Kritik

„I’d rather be his whore than your wife.“

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„Titanic“ ist ein Jahrhundertphänomen. Selten hat ein Film die Zuschauer dermaßen in Hass und Liebe geteilt. Für mich wird es auf ewig ein Rätsel bleiben, warum die Menschen in dem Film nur den Kitsch erkennen wollen. Ob einem der Film nun liegt oder nicht, so muss man doch gestehen, dass dieser Film zeitlos und episch ist. Noch in hundert Jahren wird er nichts von seiner Wucht verloren haben, denn die Effekte, die Ausstattung und die Kamera waren ganz einfach revolutionierend.

Natürlich gilt der Liebesgeschichte zwischen Kate Winslet und Leonardo DiCaprio über drei Stunden primär die Aufmerksamkeit und natürlich ist das alles sehr schmalzig, aber die ganze Geschichte hat ab der ersten Sekunde ihre eigene, ganz besondere Duftnote. Angefangen bei den zahlreichen wunderschönen, bildlichen Details, von denen ich beim zehnten Mal nicht genug kriegen kann. Die beiden Protagonisten – da kann man sagen, was man will – spielen herausragend. Die Menschen lieben es, den Film zu hassen. Auch Anti-Hype genannt. Ganz ehrlich, wieviele Leute habe ich schon getroffen, bei denen sich herausstellte, dass sie sich nie so ganz auf den Film eingelassen haben. Das ist nicht nur wichtig, sondern absolut ausschlaggebend für das Wirken der Dramatik. Denn „Titanic“ besitzt ab dem ersten Moment eine atemberaubende Atmosphäre. Die Dialoge bleiben, trotz des großen Kitschanteils, stets im realistischen Rahmen. Da muss ich auch nicht zugeben, dass ich am Ende jedes Mal zu Tränen gerührt bin, denn der Film besitzt nunmal wunderbare, lebensnahe Charaktere, die einen emotional packen und mitfühlen lassen. Auch eine gesellschaftskritische und philosophische Seite kann dem Film nicht aberkannt werden.

Für mich ist „Titanic“ jedoch an aller erster Stelle ein tragisches Märchen, welches auf einer wahren Geschichte basiert. James Cameron schafft es zu jedem Augenblick, den Eindruck zu vermitteln, wie toll und abenteuerreich zugleich es ist, tagelang vom Meer umgeben zu sein. Und er zeigt konsequent, wie dumm die Menschen in Panik reagieren. Das ist nicht unlogisch, sondern so real und schockierend wie der tragische Ausgang der letzten Love Parade.

Alles in allem zähle ich „Titanic“ zu den besten Liebesgeschichten, die jemals auf Zelluloid gebannt wurden. Es ist ein Epos voller magischer Momente, meisterlich umgesetzt, mit wunderschönen Kompositionen von James Horner unterlegt. James Cameron ist ein zeitloser Klassiker, randvoll mit lieblichen Details und spektakulären Aufnahmen gelungen. Die 3D-Konvertierung ist erneut revolutionär und vollendete „Titanic“ zu einem rundum perfekten Erlebnis.

Ich denke, wenn einem dieser Liebesfilm nicht gefällt, dann dürfte das wohl kaum ein anderer schaffen. Ich persönlich liebe diesen Film, auf immer und ewig…