"To the Wonder" Soundtrack by Hanan Townshend

Autor: Florian Feick

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Für die musikalische Untermalung seines jüngsten Filmprojekts setzt Terrence Malick auf die Unterstützung des jungen Komponisten Hanan Townshend, der bislang vor allem für die Musik unbekannterer Kurz- sowie Dokumentar-Filme verantwortlich war, allerdings auch schon bei „The Tree of Life“ in etwas geringerem Maße involviert war. Und tatsächlich beinhaltet der Score auch so manches Stück, das in dieser Form ebenfalls gut in eine fesselnde Dokumentation gepasst hätte oder noch stellenweise an Malicks Natur-Epos erinnert, ohne dies als jedoch negativen Punkt werten zu wollen. Zweifelsohne scheint gerade die sinnliche und naturelle Semiotik des heute 69-Jährigen Regisseurs dazu prädestiniert zu sein, von ebenso sinnenfreudigen Klängen aktiv unterstützt zu werden. Es wird zwar auch hier – wie schon bei „The Tree of Life“ – vereinzelt auf altbekannte Stücke großer Komponisten zurückgegriffen (Wagner, J. S. Bach), jedoch lediglich so spärlich, dass der originale Charakter stets prägnant wahrnehmbar gewährt wird.

Kongruent seiner Kamera-Fahrten und -Motive gleicht Townshends Musik einem emotionalen Rausch, der sich weniger herkömmlichen Klangmustern anbiedert, sondern oftmalig mit assoziativen Ausbrüchen daherkommt, welche die ohnehin bereits hohe Gefühlsintensität nochmals zu steigern im Stande sind, sich dagegen aber nie zu sehr in den Vordergrund drängelt. Doch wie die Liebe ein zweischneidiges Schwert ist, so verhält sich gleicherweise der Soundtrack: Obwohl seine bezaubernde Eleganz den größten gemeinsamen Nenner darstellt, schleichen sich im Laufe der Zeit kleine, subtile Vorboten der (persönlichen) Verdammnis ein, welche unterschwellig ein bedrückendes Unbehagen hervorrufen und bereits vor der eigentlichen Handlung ankündigen, was nachfolgend kommen mag.

Durch seinen musikalisch primär harmonischen Charakter ist Townshends Arbeit noch deutlich mehr auf Konsens ausgelegt als Malicks drastische Narratologie. Nichtsdestotrotz gehen hier Bild und Musik eine schier untrennbare Symbiose ein, welche aus „To The Wonder“ ein audiovisuelles Festessen für Cineasten werden lässt, das man sich nicht im Kino entgehen lassen sollte.

Zu unserer Filmkritik geht es HIER. Und nun viel Spass beim Reinhören in den Soundtrack.