"Trauzeuge gesucht!" (USA 2009) Kritik – What a Man

„Glaub mir, Abschleppen ist einfach. Ne Männerfreundschaft aufzubauen…ist komplizierter.“

„I Love You, Man“ ist für mich eine kleine Überraschung gewesen, so locker erzählt er die Geschichte eines Typen, der seiner Freundin einen Heiratsantragt macht und dann feststellt – „Hey, ich hab ja gar keine richtigen Freunde. Schon gar keine, von denen einer als Trauzeuge in Frage kommt“. Also sucht er sich erst einmal Hilfe bei der Familie – irgendwo da draußen läuft „der Eine“ rum – man muss ihn nur finden. Meilleur ami. Kaliteros filos. Den Hawara. Schel mai bun prieten. 親友. Oder einfach: Den besten Freund fürs Leben.

Möge die Suche beginnen. „I Love You, Man“ lebt in erster Linie von seinem Männer-Charme und einem Buddy: Jason „Marshmallow“ Segel. Sehr sympathisch verkörpert er den zweiten Protagonisten, trägt maßgeblich zum Charme dieses Films bei. Zu behaupten, Jason Segel SEI der Film, wäre zu viel des Guten, aber dennoch nicht komplett von der Hand zu weisen. Dank seiner Präsenz schiebt sich „I Love You, Man“ flink an Klatschproduktionen á la Owen Wilson, Ben Stiller und wie sie alle heißen vorbei – und steht damit in keinem Vergleich. Klar, dieser Streifen ist in erster Linie ein Männerfilm, schließlich geht es um eine gut geölte Freundschaft unter Kerlen, doch er verzichtet dabei auf gängige Männerklischees und eine Überspitzung der Beziehung kann ich auch nicht ausmachen – ist halt ein „Idealbild“ einer Männerfreundschaft und damit durchaus realitätsnah. Auch wenn ich hier nicht zu jeder Sekunde kräftig Prusten muss, reicht diesem Film seine lockere Erzählart mit humorvollen Anekdoten locker aus – das unterhält nicht nur blendend, sondern macht im Endeffekt auch mehr aus als dauernd reißende Gags.

Schlussendlich kann ich noch so um den heißen Brei reden, man muss Segel einfach selbst erleben. Nach diesem Film wird man Bock haben, mal rauszugehen und neue Leute kennenzulernen, man ist in bester Stimmung und – ohne jetzt übertreiben zu wollen – mir hat dieser Streifen damals den Tag gerettet.

Humorvoll erzählt, von Segel getragen und grandiose Unterhaltung – ein Geheimtipp, sicherlich. Bleibt nur noch die leidige Frage…Wann zum allmächtigen Vater darf ich mit Marshmallow endlich, endlich mal was trinken gehen?

Bewertung: 7.5/10 Sternen