"Tron Legacy" (2010) Kritik

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Ich denke nach, ich zerbreche mir den Kopf, ja ich frage mich: warum muss man diesen Film im Kino gesehen haben. Ich geb euch einen guten Tipp: nehmt euch ein Paar gute Kopfhörer zur Hand, besorgt euch den Score von Daft Punk und hört ihn euch an. Anschließend schaut ihr euch „The Big Lebowski“, „Crazy Heart“ oder einen anderen Film mit Jeff Bridges an. Und ihr werdet zufrieden sein. Zufriedener als nach einem „Tron“ Besuch. Denn bis auf Daft Punk und Bridges hat „Tron“ rein gar nichts zu bieten. Ich sage es nochmal, mein Cineasten-Herz wurde eben aufs tiefste betrogen. Wissen die Leute heutzutage nicht mehr was gutes Kino ist, wie man wirklich unterhält? Was richtige Emotionen sind und keine gekünstelten. Aber in Zeiten des „Twilight“-Gedudels, was will man da von der nachkommenden Jugend noch erwarten, wenn die meisten noch nie einen wirklich guten Film gesehen haben. Denn bei all den positiven Ressonanzen zu „Tron“ macht das schon den traurigen Anschein, dass dem so ist. Wo war hier die Story? Wo sind die guten Schauspieler (außer Bridges) geblieben. Und wo zum Teufel sind die 3D-Effekte, die so hoch angepriesen wurden. Stattdessen bekommt man doch tatsächlich anfangs zu lesen, dass der Film einige 2D-„Effekte“ hätte und man die Brille aufbehalten solle. Das konnte ja nur ein schlechtes Omen gewesen sein. Und selbst die visuellen Spielereien, nicht erwähnenswert, langweilig, unspektakulär, nennt es wie ihr wollt. Die Story ist holprig, in sich nicht schlüssig, knapp ein Viertel des Film wird für nichts erzählt und alles andere ist sowieso Geschichte, denn das haben wir schon tausend Male besser gesehen oder gelesen. Und diese Dialoge, ich mein mir bleiben aus so gut wie jedem Film Zitate in Erinnerung. Hier allerdings sind gelungen Dialoge absolute Fehlanzeige. Und in seinen besten Momenten erinnert dieser Film an Star Wars, oder bin ich nur der einzige der den „Tempel“ anfangs mit dem Jedi-Tempel in Verbindung gebracht hat? So frage ich mich, wo sind die Zeiten geblieben, in denen Filme wirklich noch von Hand gemacht waren, das Visuelle durch atemberaubend schöne Aufnahmen gezeigt wurde. Und dann fällt mir wieder ein warum es jedes Jahr im letzten Jahrzehnt so gut wie stets die gleichen Leute waren, die es noch schaffen noch etwas mehr als nur sehenswerte Filme zu Produzieren. Und in diesen dunklen Zeiten sind es dann Regisseure wie die Gebrüder Coen, Darren Aronofsky, Martin Scorsese oder Christopher Nolan, welche das Kino vor dem entgültigen Untergang retten müssen. Gott sei dank, denn gäbe es diese Kandidaten nicht, meine Liebe zum Medium Film würde schon längst nicht mehr existieren. Ich hoffe ich konnte meiner Enttäuschung über diesen Film genug Ausdruck verleihen.

Bewertung: 2/10 Sterne