"Unknown Identity" (2011) Kritik

null

„Als Dr. Martin Harris (Liam Neeson) nach einem schweren Autounfall aus dem Koma erwacht, ist das für ihn der Beginn eines Albtraums: Seine Frau erkennt ihn nicht mehr und ein anderer Mann hat Harris‘ Platz eingenommen. Nicht nur als ihr Ehemann, auch als angesehener Wissenschaftler, der auf einem Kongress in Berlin einen wichtigen Vortrag halten sollte. Was ist mit ihm passiert? Harris beginnt an seinem Verstand zu zweifeln. Um seine Frau und sein altes Leben zurück zu gewinnen, macht er Gina ausfindig, die Taxifahrerin, die ihn bei dem Unfall gerettet hat… “

‚Unknown Identity‘ ist bei weitem kein schlechter Thriller. Das Hauptproblem des Films liegt darin, dass er zu viele in diesem Genre gängliche Muster aufweist. Trotzdem muss man dem Film einen gewissen Unterhaltungswert zusprechen, wartet er doch mit mehreren gelungenen Wendungen und einem spektakulären Finale auf. Spektakulär ist der Film ganz besonders aufgrund der Wahl seines Schauplatzes. Wer hätte gedacht, dass Berlin eines Tages einen dermaßen überzeugenden Handlungsort für einen Thriller darstellen würde. Ein Dankeschön dafür an Regisseur Collet-Serra, welcher in kühlen Bildern und mit schönen Effekten die Stadt Berlin in den Film integriert hat.
Leider besitzt der Film storytechnisch nicht sehr viel Potential. Man merkt woher die Ideen zusammengeklaut wurden, denn der Film ist nicht viel mehr als ein Mix aus Filmen wie der ‚Bourne‘-Trilogie oder 96 Hours‘. Daher muss er es sich auch gefallen lassen mit diesen verglichen zu werden. Und wer einen der eben genannten Filme erwartet, sollte sich auf eine Enttäuschung einstellen. Denn dafür fehlt das nötige Tempo, eine überragende Inszenierung und Kaltblütigkeit in den Actionszenen. Ebenso häufen sich in ‚Unknown Identity‘ meines Erachtens ein paar Zufälle und Längen zu viel. Ob es nötig war, den Film mit politischen Themen zu spicken, sei dahingestellt, ich persönlich habe dies eher als hinderlich empfunden.

Für Spass und eine gewisse Spannung sorgt der Film aber allemal. Dann, wenn Liam Neeson Sprüche wie „I didn’t forget everything. I remember how to kill you, asshole“ von der Stange lässt, fühlte ich mich einfach super unterhalten. Leider kann keiner der anderen Schauspieler ansatzweise mit Liam Neesons Darstellung gleichziehen.
So ist ‚Unknown Identity‘ ein solider, aber nicht großartig erwähnenswerter Thriller. Die Ideen sind alt, die Umsetzung überraschend gut. Es lohnt sich also durchaus, vor allem für Berliner, den Film mal gesichtet zu haben. Nur sollte man keine zu hohen Erwartungen an den Film stellen, denn diesen wird er zu keinem Zeitpunkt gerecht.

Bewertung: 6/10 Sterne