"Valhalla Rising" (GB 2009) Kritik – Willkommen im heiligen Land

„I am going to show them that a man of God has arrived.“

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Im Land der Blinden ist der Einäugige König. Es ist der Glaube an dich selbst, der dich zu Großem heranwächsen lässt. Nicolas Winding Refn zaubert aus diesen beiden Ideen ein einmalige Rachegeschichte, eine Abenteuer über Glaube, so unfassbar realistisch umgesetzt, dass ich verstehen kann, warum „Valhalla Rising“ beim Großteil des Publikums auf Ablehnung stößt.

Mads Mikkelsen als einäugiger, stummer Rächer spielt brillant. So minimalistisch, aber sobald es zum körperlichen Ausbruch seiner Figur kommt, hatte ich nur noch Angst und saß wie gelähmt vor dem Bildschirm. Hauptsächlich behandelt der Film das Thema Religion. Glaube und Irrglaube spielen dabei eine gewichtige Rolle. Fast keine Worte, keine Musik und extrem lange Kamerafahrten, der Regisseur hatte eine Vision. Und die hat er konsequent auf die Leinwand übertragen. Eine Geschichte, wie man sie so noch nie gesehen hat. Religion ist Opium für das Volk bzw. Opium des Volkes. Diese Aussagen behandelt „Valhalla Rising“ auf äußerst eindringliche Weise. Das Entscheidende ist nicht der Glaube an Gott, sondern der Glaube an sich selbst. In poetische Bilder getaucht, irgendwo zwischen himmlischer und höllischer Atmosphäre, so gewalttätig, dass ich immer wieder schlucken musste, aber am wichtigsten war für mich, dass ich gefordert wurde. Denn das ist heutzutage eine Seltenheit für sich. Bekommt man dann noch eine solch neuartige Idee vorgesetzt, der man zu jedem Augenblick ansieht, dass sich der Regisseur über sie Gedanken gemacht hat, dann kann ich den Film nur als Meisterwerk betiteln.

Seid gewarnt, denn „Valhalla Rising“ ist zu keinem Zeitpunkt das, was man erwartet. Der Film ist so heftig wie die Handlungen des Antihelden, so dreckig und karg wie die damalige Zeit wohl gewesen ist und so herausfordernd wie ein Klassiker von Stanley Kubrick. Jetzt wird der Film noch zwiegespalten aufgenommen, das wird er auch noch in 100 Jahren, aber dann wird er ebenfalls, wenn es nach mir geht, als einer der größten Klassiker der Filmgeschichte gelten.

Fazit: Ein bahnbrechendes Kunstwerk, ein Arthouse-Film zum Diskutieren, ein herausragender Mads Mikkelsen und eine Gruppe Wikinger, die sich in ihrer eigenen kleinen Hölle wiederfinden. Es ist eine Erfahrung sondergleichen. Ich habe jeden Moment daran genossen. Bravo Nicolas.

Bewertung: 9/10 Sternen