Monat: Januar 2012

Filmkritiken

"Colombiana" (USA 2011) Kritik – Eiskalte Killerin gefangen in gähnender Langeweile

Ich will eine Killerin sein. Kannst du mir helfen? Das Action-Kino bietet kaum noch etwas Neues. Natürlich kann das Genre dennoch hin und wieder durch spektakulär inszenierte und/oder handgemachte Action unterhalten und im besten Fall sogar begeistern. Der Rache-Action-Thriller 'Colombiana' von Olivier Megaton aus dem Jahre 2011, produziert von Luc Besson, setzt leider keinerlei neue Impulse. Denn weder die Action wurde stark inszeniert, noch bewegen sich die Charaktere aus dem Standardmuster heraus. Schnelle Schnitte, klare Bilder und ein genretypischer Soundtrack machen 'Colombiana' aus. Kameramann Romain Lacourbas fängt das Geschehen zwar in kraftvollen und satten Bildern ein, kann dem Zuschauer jedoch in keiner Weise irgendetwas Besonderes bieten. Es gibt keine erinnerungswürdige Kam...
Filmkritiken

Erster dt. Trailer zu "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise" von Peter Jackson

Knapp einen Monat nachdem wir die englische Vorschau zum "Herr der Ringe"-Prequel betrachten durften gibt es nun endlich den deutschen Trailer. Und ich finde die Synchronisation grausam. Der Gesang der Zwerge wirkt nicht mehr episch. Warum man Gandalf eine andere Stimme gibt, ist fragwürdig, denn diese klingt lächerlich. Meine Entscheidung steht damit schon jetzt: Ich werde ein englischsprachiges Kino aufsuchen, denn das möchte ich mir wirklich nicht antun. Was haltet ihr davon?
Filmkritiken

"Frantic" (US, FR 1988) Kritik – Harrison Ford erlebt seinen schlimmsten Urlaub

"Das ist doch reiner Unfug! Warum sollte meine Frau nicht wollen, dass ich weiß wo sie ist?!" Wir schreiben das Jahr 1988. Roman Polanskis letzter Kinofilm 'Piraten' von 1986 war ein derber Flop. Der Name Polanski verlor, nicht nur allein durch 'Piraten', langsam an glänzendem Schimmer und lockte kaum noch jemanden an. Seine Karriere stand am Scheidepunkt und Polanski musste endlich wieder die Kritiker und das Publikum von seinem Können überzeugen. Mit dem Thriller 'Frantic' inszeniert er einen Film der an die großen Hitchcock-Zeiten erinnert und Polanski hatte sein persönliches Comeback. Zum ganz großen Meisterwerk reicht er jedoch auch noch nicht ganz. An einem mangelte es Polanskis Filmen noch nicht: an der visuellen Klasse. Polanskis treuer Kameramann Sobociński leistet exzellente ...
Filmkritiken

"Insidious" (USA 2010) Kritik – Nichts Neues aus dem Hause Wan

"Nicht das Haus ist von Geistern besessen, sondern ihr Sohn." Nach den Folterorgien wie 'Saw' und 'Hostel' überschwemmt ein neues Übel unsere geliebte Filmlandschaft: die Poltergeister. Mit der 'Paranormal Activity'-Reihe und co werden die Zuschauer wieder angelockt und die Kinosäle gefüllt. Im Jahr 2010 hat es dann auch 'Insidious' in die Kinos geschafft und Regisseur Wan, auch für den ersten Teil von 'Saw' verantwortlich, will neue Grusel-Maßstäbe setze, entlockt mir jedoch nur ein müdes Kopfschütteln und lautes gähnen. 'Insidious' spielt zu 90% in finsteren Zimmer und dunklen Fluren. Das allein kann natürlich keine stimmige Grusel-Atmosphäre erzeugen. Der Film ist halt einfach nur dunkel. Mit Handkamera bewaffnet ruckelt sich der Film von Anfang bis Ende über den Bildschirm Das soll...
Filmkritiken

"Verblendung" (USA, SE, DE, UK 2011) Kritik – Das beste unnötige Remake aller Zeiten

"They say that I'm insane. No, it's okay, nod. I am insane." Hollywood gehen die Ideen aus: Reboots, Remakes und Fortsetzungen, wohin das Auge reicht. Auch im Ausland, insbesondere Europa, wird seit einigen Jahren fleißig gewildert. Doch der amerikanische Remake-Wahn beschränkt sich nicht nur auf die Klassiker des europäischen Kinos, nein, auch neuere Kino-Erfolge werden (meist) unnötigerweise neu aufgelegt. Warum Untertitel und synchronisierte Filme für das amerikanische Publikum scheinbar unzumutbar sind, bleibt wohl ewig ein Rätsel. Jüngstes Remake-Opfer ist der gefeierte erste Teil von Stieg Larssons Millenium-Trilogie „Verblendung“ und dabei kam der Thriller aus dem frostigen Norden doch erst Anfang 2009 in die europäischen Kinos. Glücklicherweise ist „Verblendung“ mehr als nur e...
Filmkritiken

"Warrior" (USA 2011) Kritik – Tom Hardys Aufwärmphase für The Dark Knight Rises

"So you found God, huh? That's awesome. See, Mom kept calling out for him but he wasn't around. I guess Jesus was down at the mill forgiving all the drunks. Who knew?" Es gibt Filme, ich möchte hier jetzt keine Namen anführen, die es bei uns vollkommen unverdient ins Kino schaffen. Und dann gibt es solche, bei denen man absolut nicht nachvollziehen kann, warum sie als Direct-To-DVD-Release erscheinen. Ein solcher Fall ist "Warrior", der nicht nur ein sehenswerter Kampfsportfilm ist, sondern mit seiner Intensität und seiner Kombination aus Drama und Fight-Szenen sogar den grandiosen "The Fighter" in die Tasche steckt. Die Idee von "Warrior" ist simpel. Es geht um zwei zerstrittene Brüder. Auf der einen Seite Tommy, der seinem Bruder Brendan nicht verzeiht, dass dieser ihn mit seiner tod...
Filmkritiken

"The Ides of March" (USA 2011) Kritik – Die eiskalten Schattenseiten der Politik

"Mir ist Vertrauen wichtiger als Können. Und dir vertraue ich eben nicht mehr." Die Politik ist ein gefühlloses Unterfangen voller Korruption, Gier und Verrat. Polit-Thriller, die diese Bereiche beleuchten, gibt es zu Genüge. Immer wieder hochkarätig besetzt und gleichermaßen mitreißend kommen sie jedes Jahr aufs Neue in die Kinos. Der jüngste Genre-Vertreter 'The Ides of March' von Hollywood-Superstar George Clooney lässt sich genau in diese erwähnte Sparte drücken. Durchgehend packend, hervorragend besetzt, aber etwas neues bietet der Film Storytechnisch trotzdem nicht. An erster Stelle kann 'The Ides of March' durch seine stimmigen Bilder überzeugen. Kühl, elegant und teilweise düster. Kameramann Papamichael leistet ganze Arbeit und kann mit starken Einstellungen der gnadenlosen Pol...
Filmkritiken

Kinostarts der Woche (ab 19. Januar)

Unser Kinotipp der Woche: "J. Edgar" J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) war als Direktor und Begründer des FBI jahrzehntelang das Gesicht des Gesetzesvollzugs in Amerika und hat das Federal Bureau of Investigation zu dem gemacht, was es heute ist. Die 1908 gegründete Behörde rüstete Hoover zu einer schlagkräftigen Polizeitruppe auf, die mit einer gigantischen Sammlung von Fingerabdrücken ausgestattet und mit modernster Technik bewaffnet war. Edgars Männer konnten so die meistgesuchtesten Verbrecher Amerikas zu Fall bringen und mit der Festnahme Al Capones sowie Todesmeldungen bei der Jagd auf Bonny & Clyde oder John Dillinger auf sich aufmerksam machen. Bis zu seinem Tod 1972 stand Hoover permanent in der Öffentlichkeit mit den angesehensten Persönlichkeiten aus Politik und Showbiz. Dabei...