Filmkritiken

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"Nie wieder Sex mit der Ex" (2008) Kurzkritik

Ich hatte 'Nie wieder Sex mit der Ex' lange Zeit auf "kein Interesse" markiert. Nie hätte ich mir diesen Film freiwillig angetan. Auf jemandes Rat und der allgemein positiven Bewertungen schaute ich ihn mir schließlich doch an. Zumindest bis zur 70. Minute, denn die Geschichte ist einfach nur eine unerträgliche Aneinanderreihung von Klischees und formelhaft zusammengeschusterten Dialogen. Der Film möchte lustig sein, ist dies jedoch zu keiner Sekunde. Ich möchte einfach keinen Jason Segel sehen, der meint, es wäre cool, seine Intimregion zur Schau zu stellen. Ebenso ging mir Schauspielnulpe Russel Brand nach 'Männertrip' erneut gewaltig auf die Nerven. So gut Mila Kunis in 'Black Swan' gespielt hat, so schlecht zeigt sie sich nun in dieser dumm-dämlichen Kollage von berechenbaren Zufällen....
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"Blue Valentine" (USA 2010) Kritik – Gosling und Williams sind nicht zu toppen

Das Leben spielt einem schon manchmal einen Streich. Erst bekommt man monatelang keine wirklich herausragenden Filme zu sehen. Und nun darf ich innerhalb weniger Tage an zwei herzzereißenden, kraftvollen Meisterwerken teilhaben. Die Rede ist von 'The Tree of Life' und 'Blue Valentine'. "So, a child molester and a little kid are walking into the forest. They go deeper and deeper into the woods and it gets darker and darker out. Finally, the kid looks up at the child molester and says, "Gee, mister. It's dark out here. I'm getting really scared." The child molester says, "You think you're scared? I have to walk out of here by myself!" Welcher Film auch immer dieses Jahr gezeigt wurde und noch gezeigt werden wird, ihr werdet keine besseren schauspielerischen Leistungen sehen, als die von Mi...
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"Kick-Ass" (2010) Kritik

“I always wanted to say this. Say hello to my little friend!” Das letzte Kinojahr hatte viele Besonderheiten, Eigenheiten und Ungereimtheiten. Hervorzuheben wäre dabei wohl der Begriff “Hype“. Unwort des Jahres? Steht auf jeden Fall in der engeren Auswahl, denn in diesem Jahr artete das Gehype zu oft aus. ‘Inception‘ ist eines der besten Beispiele dafür. Der wohl schlimmste Vertreter dieser nichts taugenden Fraktion ist jedoch ‘Kick-Ass‘. Was sich der gestandene Kino-Fan nicht alles anhören musste. “Der neue Superhelden-Klassiker“, “A perfectly well made mix of Superbad and Kill Bill.” Weiss nicht mehr wo ich das gelesen habe, es hat mich einfach nur genervt. Das Ziel des Films: Superhelden-Klischees auf die Schippe nehmen und diesen einen “Arschtritt“ verpassen. Das Resultat ist eine ...
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"Mr. Bean macht Ferien" (2007) Kurzkritik

Waitress on Train: Un café? Mr. Bean: Oui. Waitress on Train: Du sucre? Mr. Bean: Non. Waitress on Train: You speak very good French. Mr. Bean: Gracias! Das war dann auch schon der beste Witz, den die Komödie 'Mr. Bean macht Ferien' zu bieten hat. Man sitzt vor dem Bildschirm, ganz erwartungsvoll, wann denn endlich ein großer Brüller kommen mag. Leider sind Schmunzler alles, was der ehemalige Star-Komiker Rowan Atkinson dem Zuschauer abzuringen vermag. Dabei ist die Grundidee doch eine optimale Bedingung für eine klasse Komödie. Engländer macht in Frankreich Urlaub. Man hätte mit den Klischees spielen können, mit den Vorurteilen und der Abneigung der beiden Nachbarländer. Stattdessen sind die Aufnahmen von Südfrankreich uninspiriert. Das stellt eine Kunst für sich dar, denn bei der Schönh...
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"Stolz und Vorurteil" (2005) Kritik

"A Mrs. Bennet, a Miss Bennet, a Miss Bennet and a Miss Bennet, sir." - "Oh for heaven's sake, are we to receive every Bennet in the country?" Ich muss gestehen, dass ich bisher keine von Jane Austens Geschichten gelesen habe. Denn das scheint der Hauptgrund für die eher mittelmäßigen Bewertungen zu sein. Es ist mir unverständlich, wie so viele Filme, die es nicht verdient haben, in den Himmel gelobt werden, und die eigentlichen Meisterwerke wie 'Stolz und Vorurteil' in dieser Masse zu verschwinden scheinen. Das Problem ist jedoch nicht nur der Vergleich mit der Literaturvorlage, sondern dass viele den Film absolut missverstehen. Denn die Liebesgeschichte spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. Vielmehr schuf Joe Wright ein Portrait der englischen Gesellschaft gegen Ende des 18. Jahrh...
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"L.A. Confidential" (1997) Kritik

"Come to Los Angeles! The sun shines bright, the beaches are wide and inviting, and the orange groves stretch as far as the eye can see. There are jobs aplenty, and land is cheap. Every working man can have his own house, and inside every house, a happy, all-American family. You can have all this, and who knows... you could even be discovered, become a movie star... or at least see one. Life is good in Los Angeles... it's paradise on Earth. Ha ha ha ha. That's what they tell you, anyway." Lügen, Korruption und Polizeigewalt. Schon seit Ewigkeiten ein ebenso heikles, wie auch von der Academy ungern gesehenes Thema. 'L.A. Confidential' ist nicht der erste Vertreter, der sich mit dieser Thematik auseinandersetzte. Bereits Filme wie Sidneys Lumets 'Serpico' (Al Pacino), Brian De Palmas 'The...
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"Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Part 2" (2011) Kritik

ACHTUNG: Diese Kritik enthält Spoiler, sollte also von niemandem gelesen werden, der das Buch nicht kennt und ebenfalls den Film noch nicht gesehen hat. 'Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2' ist wahrscheinlich einer der für mich am schwierigsten zu bewertenden Filme aller Zeiten. Aus reiner Fan-Sicht und aufgrund meiner Liebe zu den Büchern würde der Film über die drei Punkte nicht hinauskommen. Aber dann erinnere ich mich, an diese 12 Jahre, welche ich mit den Filmen, mit den Charakteren, mit der Geschichte verbracht habe. 12 Jahre, an die sich kein weiteres Jahr mehr anhängen wird, in dem ich denken werde: "Mal schaun, vielleicht wird ja der nächste Potter endlich die ganz große Verfilmung." David Yates, ich werde ihn auf ewig verfluchen. Zwar hat er das Potter-Universum ...
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"Der Herr der Ringe – Die Gefährten" (2001) Kritik

Wie würde Gandalf sagen: "I think there's more to this 'movie' than meets the eye." Lasst mich dazu eine kleine Anekdote erzählen. Da gab es einst einen kleinen Jungen, der eines Tages in der örtlichen Bücherei ganz ungewollt über einen dicken, roten Wälzer stolperte. Er nahm dieses Buch also in seine Hände, setzte sich in die nächste stille Ecke und fing an darin zu blättern. Kurz darauf begann er zu lesen. Nicht ab der ersten Seite. Nein! So etwas macht man als Kind nicht, sondern irgendwo mittendrin fing er an. Es ging um menschenähnliche Geschöpfe namens Hobbits und dann war da ein Zauberer. *Tooooll* Alsbald musste der Junge jedoch wieder nach Hause und so entschied er sich, spontan das Buch auszuleihen. Was nun folgte, waren schlaflose Nächte, so sehr wurde er von der Geschichte in ...
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Klassiker-Tipp der Woche "Ein Fisch namens Wanda" (1988)

Otto: You pompous, stuck-up, snot-nosed, English, giant, twerp, scumbag, fuck-face, dickhead, asshole. Archie: How very interesting. You're a true vulgarian, aren't you? Otto: You are the vulgarian, you fuck. Kurz gesagt: 'Ein Fisch namens Wanda" ist köstlichste Unterhaltung, mit tollen Stars, sehr vielen äußerst witzigen Einfällen und Wendungen, sehr lustigen Dialogen und einer schönen, dezenten Musik. Kevin Kline und John Cleese spielen hier ebenso brillant, wie Michael Palin und Jamie Lee Curtis. Jeder der vier bekommt genug Freiheit, um sein schauspielerisches Talent voll zu entfalten. Dies garantiert Slaptick und Dialogwitz auf allerhöchstem Niveau. Selten habe ich mich ohne Mitschauer bei einem Film so permanent weggeschmissen. Bei der Gagdichte verzeihe ich 'ein Fisch namens Wanda...