"Stirb Langsam" (USA 1988) Kritik – Bruce allein zu Haus

Geiseldrama im Nakatomi Plaza, Los Angeles.

Am gestrigen heiligen Abend haben Terroristen das Nakatomi Plaza in Los Angeles, Kalifornien, unter ihre Gewalt gebracht. Dabei nahmen sie rund 30 Zivilisten als Geiseln, die dort aufgrund einer Weihnachtsfeier anwesend waren. Die Polizei traf wenige Stunden später am Tatort ein und versuchte, die Situation mit drastischen Mitteln zu entschärfen. So rückte wenige Augenblicke später ein schwerer Panzerwagen durch die Straßen Los Angeles‘, welcher kurze Zeit später in Flammen aufging, nachdem die Terroristen mit Raketenwerfern auf ihn gefeuert hatten. Während die Polizei versuchte, von außen in das Nobelhotel einzudringen, arbeitete sich ein Polizist, der sich zu dem Zeitpunkt, als die Terroristen in das Nakatomi Plaza eindrangen, bereits im Gebäude befand, nur mit einer Pistole bewaffnet durch die Reihen der zwölf Aufrührer. Der aus New York stammende Gesetzeshüter konnte noch während des Geiseldramas als John McClane identifiziert werden.

„Willkommen auf unserer Party, Bruder!“

Und dieser John McClane wird verkörpert von Bruce Willis. Einer gegen viele – sein Streifzug als Ein-Mann-Armee durch das Nakatomi Plaza platzt ab der Sekunde, in der die Terroristen das Hotel betreten, vor Spannung. Eine bombastische Spannungskurve, die über zwei Stunden lang aufrecht gehalten wird – dank starken Drehbuch genauso wie durch eine beinharte Inszenierung. Knallharte Action, fetzige Sprüche und hervorragende Charaktere. Allen voran Bruce Willis. Der konnte sich mit diesem Garanten nicht nur als Actionheld etablieren, sondern tut das auch noch ungemein sympathisch und ist damit einer der liebenswertesten Actionhelden, die man auf der Leinwand so bewundern kann. Der Funke Realismus, der Stirb Langsam letztlich als Feuerwerk entfacht, kratzt in der zweiten Hälfte des Films immer wieder an der Ironie, was den ganzen Film erfreulich auflockert, denn er nimmt sich nie zu ernst ohne dabei unrealistisch zu sein – perfekter Spagat.

Kurz und knapp: „Stirb langsam“ ist neben wenigen anderen Vertretern tatsächlich der ultimative Actionfilm. Ein perfekter Bruce Willis, ein von mir sehr geschätztes Drehbuch und unglaublich geballte Spannung. In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten!

9/10 Sternen

3 Comments

  • ja, mein Lieblingsweihnachtsfilm 🙂
    interessanterweise verliert der auch nicht an wirkung. gerade actionfilme aus dieser zeit (ende der 80er, du hast da noch 1998 in der überschrift stehen) wirken heute manchmal altmodisch. ich kann beispielsweise mit der lethal weapon reihe überhaupt nichts mehr anfangen, das fühlt sich heute so altbacken an. die hard bleibt aber nach wie vor spannend, was nicht zuletzt auch an dem phänomenalen bösewicht alan rickman liegt. von brucie mal ganz zu schweigen 🙂

  • Yeah, „Stirb Langsam“ ist einer meiner absoluten Lieblings-Actionfilme!

    Hast du den Film zufällig im Original gesehen? Da sind die Terroristen Deutsche und weil als Darsteller (fast?) keine Muttersprachler angeheuert wurden, wird das dann zur reinsten Action-Comedy ;D.

  • @Flinkwert: Danke für den Hinweis, ist geändert 😀 Kann dir nur zustimmen, der hat den Vorteil dass keine großartigen Effekte benutzt wurden, deswegen sieht der heute noch makellos aus und hat dazu noch den 80er Jahre Charme

    @DonJuon: Jupp, hab ihn auch auf Englisch gesehen, klar, wobei ich großer Lehmann-Fan bin, daher mag ich die deutsche Fassung auch sehr gern. Manche Sprachfehler sind halt echt geil 😀

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