Schlagwort: Coming-Of-Age

Kritik: Es (USA 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Es (USA 2017)

We all float down here. Zahlen lügen nicht. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 550 Millionen US-Dollar, ist Es drauf und dran, nicht nur zum kommerziell erfolgreichsten Horror-Film des Jahres 2017 emporzusteigen, sondern gleich zum einträglichsten R-Rated-Horror aller Zeiten. Die Spurensuche dahingehend, worauf dieses sensationelle Ergebnis basiert, wird seit Tagen in diversen Gazetten zum Thema gemacht. Dabei liegt die Antwort doch auf der Hand: Genaugenommen nämlich hat die 2017er Version von Es den Vorteil, sich genüsslich ins gemachte Nest zu setzen. Stephen Kings Mammutwerk zählte in den 1980er Jahre zu den meist gelesenen Büchern, der Fernsehfilm von 1990 verängstigte, dank einer phänomenalen Performance von Tim Curry (The Rocky Horror Picture Show), eine ganze Generat...
Kritiken

"Chappie" (USA, SA 2015) Kritik – Will das Herz fordern, nicht den Verstand

Autor: Sebastian Groß „Warum hast du mich erschaffen, wenn ich doch sterbe?“ Südafrika in naher Zukunft: Um die horrende Kriminalität in den Griff zu bekommen setzt die Polizei Roboter ein. Deon arbeitet in der Firma, die diese Roboter entwickelt und produziert. Als er eine moderne, künstlichen Intelligenz entwickelt und diese verbotenerweise einem Roboter einsetzt, verstößt er damit nicht nur gegen die Vorschriften, sondern zieht auch die Aufmerksamkeit von Kleinkriminellen auf sich, die den Roboter nutzen wollen, um den großen Coup zu landen. Doch statt einer Killermaschine bekommen sie Chappie, einen Roboter, der zu Beginn mehr ein Kind ist, als ein Kämpfer. Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp liefert mit „Chappie“ seine dritte Regiearbeit ab und erneut lässt hier all das fi...
Kritik: Mommy (CA 2014)
Drama, Kritiken

Kritik: Mommy (CA 2014)

Wir haben uns noch lieb, oder? Xavier Dolan machte direkt 2009 mit seinem ersten Film I killed my Mother international auf sich aufmerksam. Und das mit gutem Recht; zu frisch und selbstbewusst wirkte seine Inszenierung, zu geradlinig und souverän erzählte er eine Geschichte, die voll Hass(-liebe) und Geschrei ist. Er war 20 Jahre alt und verarbeitete mit dem Film die Beziehung zu seiner eigenen Mutter. Er selbst beschrieb den Film als "semi-biographisch". Vier Jahre und drei Filme, darunter das Meisterwerk Laurence Anyways, später erhebt er sich wieder mit einem Film, der, so viel darf man sich bei dem Titel und Plakat wohl denken, einmal mehr die Beziehung eines Jungen zu seiner Mutter behandelt. Bei Cannes gab es dafür den Preis der Jury, von Kritikern gab es Applaus. Schon die e...
Kritiken

"Joe – Die Rache ist sein" (USA 2013) Kritik – Kein Neuanfang ohne Gewalt

Autor: Pascal Reis „There's nothing I can do and I hate it.“ Zuletzt beehrte uns mit Jeff Nichols „Mud – Kein Ausweg“ ein Film, der den intrinsischen Direct-to-DVD-Qualitäten um ein Vielfaches überlegen war. Der braungebrannte Matthew McConaughey („Dallas Buyers Club“) verkörperte darin den titelgebenden Mud, der sich auf eine verlassene Insel inmitten des Mississippi Delta zurückgezogen hat und schließlich von den jugendlichen Freunden Ellis (Tye Sheridan) und Neckbone (Jacob Lofland) entdeckt wird. Ellis akzeptiert Mud als eine Vaterfigur und zeigt sich fasziniert von den extremen Pfaden, die Mud bereit war der Liebe wegen einzuschlagen. Im Laufe der Geschichte lässt Jeff Nichols das idealisierte Menschen- und Weltbild von Ellis zerbrechen, er verhilft ihm dafür aber auch, ganz dem C...
Kritiken

"Violet & Daisy" (USA 2011) Kritik – Hanni und Nanni: Die Todesengel von morgen

Autor: Pascal Reis "Wir sind nicht hier um ihre Badewanne zu schrubben." Es sorgt immer wieder für großes Aufsehen, setzt man Schauspieler auf einen Rollentypus an, der für ihr Alter weder passend, noch aus pädagogischer Sicht in irgendeiner Art und Weise angebracht scheint. Man erinnert sich da an Wes Andersons filmgewordene Prätention „Moonrise Kingdom“, in dem ein Mädchen, mit den Zehen quasi noch in den Kinderschuhen steckend, für ihren Fluchtkumpanen und Herzallerliebsten, ebenfalls noch reichlich bubenhaft, vor idyllischem Strandpanorama als Fotomodell posiert und agiert. Für noch mehr Trubel und Furore zeigte sich Matthew Vaughns in der Realität angesiedelten Comic-Adaption „Kick-Ass“ aus dem Jahre 2011 verantwortlich, in dem sich die damals 11-jährige Chloe Grace Moretz im haut...
Kritiken

"Walkabout" (GB 1971) Kritik – Im Herzen der Natur

Autor: Pascal Reis "I don't suppose it matters which way we go." Genau wie Peter Weirs „Picknick am Valentinstag“ aus dem Jahre 1975, ist auch Nicolas Roegs 1971 entstandener „Walkabout“ von immenser Bedeutung für das australische Kino, schließlich waren genau diese beiden Werke für die daraus resultierende Filmwelle aus Down Under verantwortlich und legten den hochklassigen Grundstein für alles, was folgen sollte. Wo sich Weir in seinem ästhetischen Mysterium ganz der atmosphärischen Sogwirkung verschrieben hat und zu eigenen Interpretationen einlud, schlägt auch Nicolas Roeg einen ganz eigeen Weg ein und inszenierte einen Film, der den Zuschauer nicht Händchen haltend durch die Szenerie begleitet, sondern ihm die Rolle des beobachtenden und mitfühlenden Gefährten erlaubt. „Walkabout...