Schlagwort: Familie

Kritik: Die Unglaublichen 2 (USA 2018)
Animation, Filme, Im Kino, Kritiken

Kritik: Die Unglaublichen 2 (USA 2018)

You know it's crazy, right? To help my family, I've gotta leave it. To fix the law, I've gotta break it. 14 Jahre sind vergangen, seitdem Brad Bird mit Die Unglaublichen den Superhelden im Animationsfilm ein kleines Denkmal setzte, das für viele Pixar-Fans bis heute eines der besten Werke aus der Animationsschmiede darstellt. Viel ist passiert in dieser Zeitspanne, die den Superhelden-Film aufgrund des Marvel Cinematic Universe, mehr oder weniger gelungenen Konkurrenzversuchen durch das DC Extended Universe und Fox-Vertretern wie die X-Men-Reihe und Deadpool flächendeckend im gegenwärtigen Blockbuster-Kino verankert hat. Eine Entwicklung, von der sich Pixar und Bird mit der Fortsetzung zu Die Unglaublichen auf ebenso simple wie überraschende Weise lösen. Die Unglaublichen 2 ignoriert de...
Kritiken, Serien

"Cosby" (Staffel 3) Kritik – Das Spießbürgertum von seiner blindwütigen Seite

Autor: Sebastian Groß „Honey, excuse me…“ Von 1984 bis 1992 lief „The Bill Cosby Show“ auf dem US-Sender NBC und zählte zu den erfolgreichsten Sitcoms ihrer Generation. Die Serie etablierte ein neues Bild afroamerikanischer Bürger. Statt diese entweder in ärmlichen Verhältnissen zu zeigen, oder als mit Schmuck und Frauen behangene Kingpins, waren die Huxtables genauso, wie man sich damals eine (weiße) Familie der oberen Mittelschicht vorstellte. Hier galt das Credo „Heile Welt obsiegt immer“. Das war so erfolgreich, dass die 1987 gestartete Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“ den absoluten Gegenentwurf dazu darstellte, weswegen die Bundys anfänglich sogar unter dem Titel „Not the Cosbys“ über die Mattscheibe der 1980er Jahre flimmern sollten. Mit der White Trash-Familie rund um Sch...
Kritiken, Serien

"Gilmore Girls" Staffel 1 (USA, 2000) Kritik – Eine bessere Welt

Autor: Sebastian Groß „This is not a herbal tea morning, this is a coffee morning.“ Es gibt Serien, die gelten als geschlechtsuniversell. Gerade im aktuellen Serien-Boom wird wenig Zeit darauf verwendet, eine Serie einer weiblichen oder männlichen Zuschauerschaft einzuordnen. Doch noch immer gibt es sie, die episodenhaften, narrativen Produkte der verschiedenen Sender, die sofort mit einem Geschlecht assoziiert werden. Eine Frau schaut „Spartacus: Blood and Sand“?! Da schnellt so manch eine Augenbraue in die Höhe. Ja, die Gender-Schublade wird gerne und oft (sowie vorschnell) geöffnet. Auch meine Brauen schießen fast schon instinktiv in die Höhe, wenn mir ein Freund erzählt, dass er gerne „Desperate Housewives“ oder „Eine himmlische Familie“ sieht. Zum Kanon dieser „Frauenserien“ gehört...
Kritiken

"We Need to Talk About Kevin" (US/GB 2011) Kritik – Tilda Swinton gefangen im familiären Chaos

"Du siehst nicht glücklich aus." – "Hab ich das je?" Es gab wohl nie eine Zeit, in der der Begriff „Problemkind“ derart oft verwendet wurde, als heutzutage. Wenn wir uns nachmittags vor den heimischen Flimmerkasten setzen und querbeet durch das TV-Programm zappen, dann werden wir mit qualitativen Bodensatz à la „Die Super-Nanny“, „Mitten im Leben“, „Die strengsten Eltern der Welt“ und sonstigen Scripted Reality-Formaten konfrontiert, die die anspruchslosen Soapisten des Landes jeden Tag vor den Fernseher locken und immer wieder mit der gleichen Niveaulosigkeit berieseln. Antworten darauf, was es nun eigentlich mit einem solchen Problemkind auf sich hat, bekommt man nur selten. Genauso wenig, wie man verstehen darf, warum sich ein solches Kind derartig daneben benimmt. Aber bei dem inni...
Kritiken

"Halt auf freier Strecke" (DE 2011) Kritik – Der Schmerz der Veränderung

"Ich muss zum Training." In den vergangenen Monaten waren drei ganz bestimmte deutsche Filme im großen Blickfeld der breiten Aufmerksamkeit: David Wnendts Neonazi-Drama „Kriegerin“, Christian Petzolds DDR-Drama „Barbara“ und Andreas Dresens Krebs-Drama „Halt auf freier Strecke“. Allesamt wurden die mit Lob überschüttet, konnten Preise entgegennehmen und erfüllten die deutsche Nation, wie auch alle Beteiligten an den drei genannten Werken mit jeder Menge Stolz. Wer nun der beste Film des Trios ist, lässt sich schlussendlich nur aus der subjektiven Sicht beantworten, wobei „Kriegerin“ sicher, gerade auf Grund der thematischen Brisanz und der damit verbundenen Umsetzung, letztlich den Kürzeren zieht. Wichtig sind hingegen alle drei, denn sowohl die heutige Neonazi-Szene, als auch die Mecha...