Schlagwort: Jim Sturgess

Kritiken

"Stonehearst Asylum" (USA 2014) Kritik – Es gibt kein Heilmittel gegen die menschliche Natur

Autor: Pascal Reis „Hat man einmal entdeckt, was ein Mensch am meisten fürchtet, so hat man den Schlüssel zu seinem Wahnsinn gefunden.“ Handwerklich überhaupt nicht unbegabt, schwanken die Filme des Brad Anderson immerzu zwischen knackigem Geheimtipp oder vergessenswerter Schleuderware hin und her: Vom fröstelnden Thriller „Der Maschinist“, der vor allem durch Christian Bales emphatischer Performance im Gedächtnis blieb, der sich auf die spindeldürre Statur eines KZ-Häftlings herunter hungerte, bis zum Endzeit-Kalauer „Die Herrschaft der Schatten“, der vollkommen zu Recht in den hintersten Reihen der Videothekenregale verschwand. Ein zweites Standbein hat Anderson dann auf dem Serienmarkt finden können, wo er wiederholt einzelne Folgen von Erfolgsformaten wie etwa „The Killing“, „Person ...
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"Upside Down" (CA/FR 2012) Kritik – Die Liebe bezwingt die Hürden der Schwerkraft

Autor: Pascal Reis "What if love was stronger than gravity?" Es ist die wohl älteste Liebesgeschichte unserer weltliterarischen Zeitrechnung: William Shakespeares „Romeo & Julia“. Im Jahre 1597 verfasste der renommierte Dramatiker und Lyriker die Tragödie um eine verbotene Liebe, die inmitten zweier verfeindeter Familien ins Unermessliche wächst, aber keine gemeinsame Zukunft genießen darf. Die Geschichte ist weltweit bekannt, nicht zuletzt durch den Umstand, dass sie bereits etliche Male einen Weg in die Kinos gefunden hat – Unvergesslich ist da Baz Luhrmanns exaltierte Modifikation aus dem Jahre 1996, in dem er die Dialoge und die Rahmenhandlung in ein fiktives, aber modernes Verona Beach verlagerte. Ein äußerst mutiger Schritt, der bei den verkrampften Nostalgikern natürlich auf Geg...
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"The Best Offer" (IT 2012) Kritik – Die Authentizität der Fälschung

Autor: Florian Feick „What is it like, living with a woman? - It's like taking part in an auction sale: You never know, if yours will be the best offer.“ Der Kunstexperte und Auktionator Virgil Oldman (Geoffrey Rush) ist ein mustergültiger Einzelgänger und Snob. So geht er beispielweise nie ohne ein Paar edle Lederhandschuhe aus dem Haus und hüllt seinen Telefonhörer in weißen Samt, der ihn vor Keimen schützen soll. Seinen einzigen Zugang zur Außenwelt stellen sein guter Freund Billy (Donald Sutherland) und sein Assistent Lambert (Dermot Crowley) dar. Eines Tages erhält er den anonymen Anruf einer seltsamen Frau, die ihn um ein Gutachten der Villa ihrer verstorbenen Eltern bittet. Mysteriöse Vorfalle geschehen, Leben werden auf den Kopf gestellt und schwerwiegende Entscheidungen getroffe...
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"The Way Back" (USA 2010) Kritik – Der Marsch in die Freiheit

"Wenn du abhauen willst, dann bin ich dabei." Der australische Filmemacher Peter Weir ist nicht nur ein interessanter Regisseur, der in Hollywood seine Kreise zieht, sondern auch ein wahrer Könner, der in der Vergangenheit schon so manchen fantastischen Streich abgeliefert hat. Zu seinen großen Werken zählen Sachen wie "Der einzige Zeuge" mit Harrison Ford, "Der Club der toten Dichter" mit Robin Williams, "Die Truman Sho"w, in dem Weir Jim Carrey die Möglichkeit gab, sich endlich in einer ernsteren Rolle zu beweisen und das grandiose Seefahrer-Abenteuer "Master & Commander" mit Russell Crowe in der Hauptrolle. Weirs inszenatorisches Verständnis kann sich in den verschiedensten Bereichen offenbaren, denn der Australier versteht es nicht nur, eine Atmosphäre entstehen zu lassen und diese ...
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"50 Dead Men Walking" (GB/CA 2008) Kritik – Zwischen IRA, Briten und der Familie

"Ein Mörder steckt in uns allen." Manchmal stellt man sich die Frage, warum es gewisse Filme nie ins Kino geschafft haben und direkt in den Reihen der DVD-Regale verstauben müssen. Die Antwort lässt sich jedoch aus verschiedenen Aspekten verbinden. An erster Stelle steht natürlich der erhoffte Erfolg, denn wenn ein Film ins Kino kommt, dann soll er schließlich auch Zuschauer anlocken und die Produktionskosten in die Kassen spülen. Ist das Thema jedoch nicht für die breite Masse ansprechend, gibt es die ersten Bedenken. Danach geht es weiter mit den Schauspielern oder Regisseuren, die vielleicht eine Popularität besitzen und durch die großen Kreise ihrer Anhänger möglich viel einspielen können. Ist das aber auch nicht der Fall und es sind sowohl nur unbekannte Darsteller vertreten, als a...
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"Heartless" (USA 2009) Kritik – Die unbezahlbare Schönheit

"Ich kann diesen Scheiß, von wegen Schönheit ist nur oberflächlich, nicht ertragen, weil es nicht stimmt." Philip Ridley gehört zu der Gattung Regisseur, die es nicht unbedingt eilig haben mit dem Filmemachen. Schaut man sich die übersichtliche Filmografie des Herrn an, dann ist zwischen seinen drei Filmen immer ein mehr als deutlicher Abstand. Sein Debütfilm 'Schrei nach Stille' mit Viggo Mortensen kam 1990 raus. Ganze fünf Jahre sollte es dann wieder dauern, bis der Name Philip Ridley erneut in der Filmwelt auftauchte und 1995 stand er mit 'Die Passion des Darkly Noon' mit Brendan Fraser und Ashley Judd vor der Tür. Jetzt dürfte man feststellen, das Ridley nicht unbedingt zu den wichtigsten oder interessantesten Regisseuren gehört, sondern sich eher immer dezent im Hintergrund hielt. ...