Schlagwort: Kriegsfilm

Kritik: Dunkirk (USA, GB 2017)
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Dunkirk (USA, GB 2017)

- You can practically see it from here. - What? - Home. Dunkirk. Genauso einfach und ungeschmückt wie mit dem Titel hält Christopher Nolan (Interstellar) es auch mit der Handlung seiner 10. Regiearbeit. Ein paar Zeilen erklären uns die wahre, ausweglose Situation – 1940 sind knapp 400.000 britische Soldaten am Strand von Dünkirchen von der gegnerischen Armee eingekesselt, der einzige Fluchtweg ist der Atlantik – und schon sind wir mitten drin im Überlebenskampf. Und in diesem Kampf, am Strand, auf dem Meer und in der Luft darüber, bleiben wir auch. Nolan verweigert uns den Blick über den Ärmelkanal auf Churchills Zentrale in London, zu den französischen Generälen oder nach Deutschland. Selbst die deutschen Soldaten sehen wir, wenn überhaupt, nur verschwommen – immer wieder scheine...
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"Unbroken" (USA 2014) Kritik – Eine Heldenmär mit Pelz auf der Zunge

Autor: Pascal Reis „A moment of pain, is worth a lifetime of glory.“ So langsam nimmt sie gar lästige Formen an, die aus den Vereinigten Staaten herüberschwappende kinematographische Selbstweihräucherung durch die auf Massenkompatibilität gebürstete Rekonstruktion historischer Kapitel und (Über-)Stilisierung namhafter Beteiligter: Ist das Selbstvertrauen tatsächlich derart ramponiert? Fürchtet die imperialistische Großmacht um ihren globalen Nimbus und ersucht sich nun darin, durch die Kraft des Kinos stützendes Schulterklopfen einzufahren und der Welt über die Landesgrenzen hinaus simultan dazu noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie edel und stark die USA doch eigentlich sind? Mit „Herz aus Stahl“ fing es eigentlich noch ziemlich überdurchschnittlich an, natürlich, Abstriche in Sache...
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"Der Bomber" (RU 2011) Kritik – Nichts Neues von der Front

"Ihr Deutschen solltet jetzt besser Angst haben!" Russland ist nicht nur flächenmäßig das größte Land auf dem Erdball, in das man Deutschland wie einen Krümel unscheinbar verschwinden lassen könnte, sondern auch ein interessantes Exportland für Filme, das es jedoch noch nie leicht hatte, seine Filme auf dem Globus bekannt zu machen und ein wirklich breites Publikum von der sicher vorhandenen Qualität zu überzeugen. Zur Zeit der Sowjetunion machte der Name Andrei Tarkovsky die Runde, der mit seiner unvergleichlichen und ebenso visionären Art die Cineasten und Kritiker begeisterte, gerade durch seine Werke "Stalker" und "Solaris", die auch heute noch einen unantastbaren Status als Jahrhundertfilme genießen. Zuletzt war es die "Wächter"-Trilogie, die sich nicht nur zum Bestseller mauserte ...
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Klassiker-Tipp der Woche "Platoon" (USA 1986) Kritik – Gefangen in der Hölle

"Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns …" Wer könnte besser über das Kriegsgeschehen, seinen Alltag und den Auswirkungen berichten, als jemand, der selber dabei gewesen ist? Niemand. Deswegen lässt sich nun auch leicht ableiten, wer denn am fähigsten wäre, einen Film über einen Krieg zu drehen, ohne sich im übertrieben Vaterlandsstolz und Verfälschungen zu verlaufen. Natürlich jemand, der das ganze Grauen mit eigenen Augen sehen und am eigenen Leib erfahren musste. Und hier stoßen wir auf den Regisseur Oliver Stone. In der Gegenwart ist mit dem einstigen Meister nicht mehr viel los und Filme wie "Wall Street 2" oder "World Trade Center", sollten am besten mit dem Schleier des ewigen Schweigens bedeckt werden. Gehen wir jedoch...
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"Die durch die Hölle gehen" (USA 1978) Kritik – Ein wichtiges Stück Filmgeschichte

"Wovor sollte man in diesem Krieg noch Angst haben?" Kriegsfilme sind und bleiben ein wichtiger Bestandteil der Filmgeschichte, egal ob es der erste Weltkrieg, der zweite Weltkrieg, Vietnam oder der Irakkrieg ist. Diese Themen werden nicht alt und der Gesprächsstoff wird ebenfalls niemals ausgesehen. Wenn sich ein Film dann um einen der besagten Kriege dreht, dann hat man Vorfeld immer die leise Befürchtung, dass der Regisseur den Stoff nicht richtig angehen würde und sich im verhassten Pathos verrennt und ein völlig verstelltes Kriegsbild offenbart. 'Wir waren Helden' mit Mel Gibson war 2002 ein solches Beispiel und auch Steven Spielberg kam in 'Der Soldat James Ryan' nicht um die störende Heuchelei herum. Begeben wir uns zurück in die Zeit, in der der Vietnamkrieg noch seinen grausam...