Schlagwort: Michael Mann

Kritiken

Filmkritiken zu "Paddington", "Blackhat" und "The Boy Next Door"

Autor: Pascal Reis „Paddington“ (FR/GB/US/CA 2014) von Paul King, u.a. mit Hugh Bonneville, Sally Hawkins und Nicole Kidman Würde man einen Film rein auf seinen Sympathiewert abtasten und dementsprechend beurteilen: „Paddington“ dürfte sich seines Platzes in den obersten Rängen ohne Frage sicher sein. Allerdings ist Paul Kings Leinwandadaption des quirligen Bären aus dem dunkelsten Peru so oder so ein Geschenk des Himmels. Mit einer Detailverliebtheit im Repertoire, wie man sie so vielleicht nur im mit Zuckerguss glasierten Kino eines Wes Anderson oder Michel Gondry lokalisiert, beweist die vitale Inszenierung von Anfang an, das sie jede Menge ungezügelte Lust darauf besitzt, verschiedenste Stilmittel zu kombinieren, ohne den Film indes unter diesen womöglich zu begraben. Form und Inhal...
Kritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Blutmond" (USA 1986) Kritik – Der erste Auftritt des Dr. Hannibal Lecter

"Haben Sie schon mal Blut im Mondlicht gesehen? Es kommt einem ganz schwarz vor." Dr. Hannibal Lecter, der berühmteste Kannibale der Film- und Literaturgeschichte. Jedem dürfte diese fiktive Kunstfigur mittlerweile ein mindestens grober Begriff sein, auch dann, wenn man nie einen der Filme oder eines der Bücher genossen hat. Wobei genießen aus filmischer Sicht nur bedingt möglich war, denn einzig Jonathan Demme hat sich 1991 mit dem Meisterwerk "Das Schweigen der Lämmer" dem Stoff von Thomas Harris grandios angenommen und ihn vollkommen würdig umgesetzt. Mit "Hannibal", "Roter Drache" und "Hannibal Rising" war das schon etwas anders und der Schleier des Schweigens darf gerne über die mittelmäßige Ware geworfen werden, auch wenn es keine Totalausfälle sind, aber eine Enttäuschung bleibt...
Filme, Heimkino, Kritiken

Kritik: Public Enemies (USA 2009)

"Wie lange brauchen Sie für eine Bank? – Etwa 1 Minute und 40 Sekunden, nüchtern." John Dillinger (Johnny Depp) war der erste Public Enemy Amerikas, der zur Zeit der großen Depression in den USA mit seiner Gang zahlreiche Banken überfiel. Das FBI und ihr strahlender Special Agent Melvin Purvis (Christian Bale) waren auf der Jagd nach ihm. Die Videoästhetik der Bilder stellt sich als geringeres Übel heraus als erwartet. Es ist doch so, dass gerade der Gedanke ein Period Picture mithilfe moderner Kameratechnik zu filmen, um es, so zu sagen, in die heutige Zeit zu holen, sich als der innovativste Kniff dieses Gangsterepos herausstellt. Die Atmosphäre stimmt, ja gerade die Handkamera, die so mutig ist, dem Zuschauer auch mal eine Form der Orientierung vorzuenthalten, z.B. bei den Ausbruch...
Kritiken

Klassiker-Tipp der Woche "Heat" (USA 1995) – Kampf der Giganten

"Du weißt nicht was hier läuft? Du hast Besuch vom Sensenmann!" 1995 war es soweit. Zwei absolute Größen des Filmgeschäftes standen endlich gemeinsam vor der Kamera. Zwar spielten Al Pacino und Robert De Niro schon in 'Der Pate 2' mit, hatten aber keine gemeinsame Szene. Michael Manns 'Heat' ist ein perfekt inszenierter Kampf der beiden Giganten. Die grandiose Kameraarbeit von Dante Spinotti, der starke Score von Elliot Goldenthal und das unterkühlte Blau, welches den ganzen Film durchzieht machen ihn zu einem visionären und optisch einmaligen Meisterwerk. Selten wurde ein Film so Stilsicher in Szene gesetzt. Die Besetzung ist die absolute Spitzenklasse und bis in die kleinsten Rollen blendend besetzt. Robert De Niro als Bandenchef Neil McCauly bringt wieder eine hervorragende Leistun...
Kritik: Collateral (USA 2004) – Eine unvergessliche, rabenschwarze Nacht
Filme, Kritiken, Thriller

Kritik: Collateral (USA 2004) – Eine unvergessliche, rabenschwarze Nacht

Max: Hey. Max: [stuttering] He, he, he fell on the cab. He fell, he fell from up there on the motherfucking cab. Shit. I think he's dead. Vincent: Good guess. Max: You killed him? Vincent: No, I shot him. Bullets and the fall killed him. Bei mir ist es nun so, dass ich nicht erst, seitdem ich den Klassiker Taxi Driver gesehen habe, auf intensive, minimalistische Dialoge während einer Taxifahrt stehe, die sich schon mal zehn Minuten oder länger ziehen können. Auch in Collateral bekommen wir im Stile des grossen Filmklassikers eine fast zehnminütige Exposition aus Dialogen serviert, welche auf brillante Weise die beiden Hauptcharaktere und ihre gesellschaftlichen Hintergründe präsentiert. Die Rolle des träumenden Taxifahrers Max, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiss, habe ich...