Schlagwort: Pascal Reis

Kritiken, Thriller

Kritik: Die üblichen Verdächtigen (USA 1995) – Die überbewertete Spannung

Aber ein Mensch kann nicht ändern was er ist. Er kann andere überzeugen, dass er jemand anderes ist, aber niemals sich selbst. Wenn man sich bestimmte Listen anschaut, in denen die besten Filme aller Zeiten eingetragen wurden, dann stolpert man immer wieder über die gleichen Namen. Ob es nun Der Pate, Pulp Fiction, 2001 oder Der Herr der Ringe sind. Alle sind sie vertreten und das immer und immer wieder. Doch es gibt noch einen ganz bestimmten weiteren Film, der ebenfalls schier ausnahmslos in jeder dieser Top-Listen auftaucht. Gemeint ist Bryan Singers 'Die üblichen Verdächtigen' aus dem Jahr 1995. Singer, der sich inzwischen auch beim Mainstreampublikum mit 'X-Men' und 'X-Men II' einen Namen gemacht hat, wurde mit Lobesreden geradezu überhäuft. Doch hat sich sein Film überhaupt diesen...
Kritiken

"Sons of Anarchy" 1. Staffel (USA 2008) Kritik – Anarchismus, Ehre und Blut

"Du lebst ein Leben, was ich wahrscheinlich niemals verstehen werde." In der Serie "Sons of Anarchy" von Kurt Sutter geht es um einen Motorradclub in Nordkalifornien. Unsere Hauptfigur ist Jackson „Jax“ Teller, Vizepräsident des Clubs, der zunehmend die Handlungen und Sichtweisen des Clubs hinterfragt und die skrupellosen Vorgänge vom Club Präsidenten Clay Morrow, gleichzeitig sein Stiefvater, nicht mehr voll hinnehmen möchte und einen neuen Weg zur Problemlösung sucht. Tagsüber betreiben die Sons eine große Werkstatt, die als Grundstein und Tarnung dient, doch in Wirklichkeit ist der Club längst im landesweiten Waffenhandel verstrickt und das versucht der Club so gut wie möglich vor der Polizei und dem ATF zu verheimlichen. Doch nicht nur das Gesetz könnte bei den Sons für Probleme sor...
Kritiken

"True Romance" (USA 1993) Kritik – Eine blutige Liebe

"Ich lese sehr viel, besonders so Sachen über Geschichte. Ich finde dieses Zeug faszinierend und ich weiß wahrscheinlich was, was sie nicht wissen. Sizilianer sind Ableger von Niggern." Tony Scott ist ein Regisseur, der für astreine und stylische Action steht. Ob 'Last Boy Scout', 'Man on Fire' oder 'Top Gun'. Man weiß, was man bekommt, wenn man sich einen Film von ihm anschaut. Sicher keine hochintelligenten und komplexen, aber unterhaltsame, bleihaltige und spannende Geschichten. Im Jahr 1993 ging Scott dann jedoch einen anderen Weg und entschied sich dazu, seinen filmischen Horizont als Regisseur zu erweitern. Mit 'True Romance' brachte er einen Gangsterfilm in die Kinos, wie man ihn so von ihm eigentlich nie erwarten hätte dürfen. Allerdings war diese Neuorientierung kein voller Er...
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"Die Muppets" (USA 2011) Kritik – Ein herzliches Wiedersehen

"Habt ihr denn schon alles vergessen? Ihr seid die Muppets!" Jeder von uns kennt sie und jedem von uns sind Kermit und Miss Piggy ein Begriff. Gemeint sind damit natürlich die Muppets, die mit der gleichnamigen Serie immer viel Erfolg hatten. Doch nach Kinofilmen wie 'Muppets – Die Schatzinsel', 'Muppets – Eine Weihnachtsgeschichte' und 'Muppets aus dem All' wurde immer deutlicher, dass es nur noch um das Geld ging und der Charme der Serie ging endgültig verloren. Seit geraumen Jahren war es nun still um die sympathischen Puppen geworden, aber wirklich gefehlt haben sie nur wenigen Menschen. Im Jahr 2011 sollte die chaotische Truppe dennoch ihr Comeback in den Kinos bekommen und dieses Comeback ist auch geglückt. Regiedebütant James Bobin konzentrierte sich auf das, was die Serie einst ...
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"Men in Black II" (USA 2002) Kritik – Die außerirdische Langeweile

"Von Kinderbeinen an, als man uns noch eingetrichtert hat, was wir zu glauben haben, wussten wir schon instinktiv, dass irgendwo da draußen noch was ist." Nach seinem Megaerfolg und Kassengranate 'Men in Black' aus dem Jahr 1997, versuchte sich Barry Sonnenfeld 1999 mit 'Wild Wild West' im Western-Genre, erneut mit Will Smith in der Hauptrolle. Heraus kam ein strohdummes und erschreckend niveauloses Filmchen. Was wäre also der nächst klügste Schritt? Genau! Man versucht einfach den letzten Knüller aufleben zulassen und Sonnenfeld brachte 5 Jahre nach 'Men in Black' seine Fortsetzung raus. Aber konnte Sonnenfeld die Blamage von 'Wild Wild West' wieder wettmachen und an die glorreichen Zeiten anknüpfen? Ganz eindeutig nicht, denn 'Men in Black II' ist furchtbar stumpfes und unlustiges Sci...
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"Men in Black" (USA 1997) Kritik – Die Aliens sind los!

"Elvis ist nicht tot, er ist nur nach Hause gegangen." Barry Sonnenfeld war bis in die Mitte der 90er Jahre kein wirklich heller Stern in der Filmwelt. Zwar hatte er mit 'The Adams Family' und 'Schnappt Shorty' zwei überdurchschnittliche Filme gedreht, doch der große Erfolg blieb vorerst aus. Dann kam das Jahr 1997 und Barry Sonnenfeld kam mit der Sci-Fi-Komödie 'Men in Black' in die Kinos und schlug unhaltbar ein. Das Ergebnis waren fast 600 Millionen Dollar an den Kinokassen. Aber war der Film hinter den monströsen Millionen auch sein Geld wert? Eigentlich schon, denn 'Men in Black' ist perfektes Unterhaltungskino, welches allerdings gänzlich auf Tiefgang verzichtet. Die Erde ist bevölkert von Aliens, ganz besonders schlimm ist es jedoch in New York. Allerdings sehen die Menschen die...
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"The Thing" (USA 2011) Kritik – Eine misslungene Vorgeschichte

"Ich denke, dass das Ding seine Beute kopiert und sich dann darin versteckt." Remakes gab es in der Filmgeschichte schon immer. Ob Alfred Hitchock mit 'Der Mann, der zuviel wusste', David Cronenberg mit 'Die Fliege' oder Martin Scorsese mit 'Kap der Angst'. Auch große Regisseure machen Remakes, aber sie machen es dazu noch verdammt gut. Natürlich lagen Remakes noch nie so im Trend, wie heutzutage und das genervte Kopfschütteln ist inzwischen gerechtfertigt, denn wie unsere Lieblinge immer wieder neuverarbeitet und zerstört werden, ist nicht mehr feierlich. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir Carpenters 'Das Ding aus einer anderen Welt', selbst ein Remake, wieder auf der großen Kinoleinwand sehen würden. Aber würden wir wirklich ein Remake von einem Remake bekommen? Teilweise. Debüta...
Kritik: Sleepy Hollow (USA 1999) – Die Legende vom kopflosen Reiter
Filme, Horror, Kritiken, Regisseure, Science Fiction / Fantasy, Tim Burton

Kritik: Sleepy Hollow (USA 1999) – Die Legende vom kopflosen Reiter

Du kommst gerade rechtzeitig um den Kopf zu verlieren. Robert de Niro/Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese, Alain Delon und Jean Pierre Melville oder Werner Herzog und Klaus Kinski. Das alles sind Traumgespanne aus der großen weiten Filmwelt. Mit Sicherheit könnte man noch viele weitere aufzählen, doch das würde den Rahmen deutlich sprengen. Hier geht es aber um ein ganz anderes Duo, das aber sicher nicht minder besonders ist. Die Rede ist von Johnny Depp und Paradiesvogel Tim Burton und wir begeben uns direkt zurück ins Jahr 1999. Nachdem Depp und Burton schon mit 'Ed Wood' und 'Edward mit den Scherenhänden' zwei großartige Filme ablieferten, kam es im besagten Jahr zu dritten Zusammenarbeit. Mit dem Grusel-Märchen 'Sleepy Hollow' bewies Burton wieder sein Können und inszenierte e...
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"Armageddon" (USA 1998) Kritik – Amerika und der verlogene Nationalstolz

Autor: Pascal Reis "Ist doch toll! Wir haben Logenplätze für den Weltuntergang." Nachdem Knallcharge Nicolas Cage und Sean Connery, der Geheimagent ihrer Majestät, dem durch desillusionierten Marines angedrohten Gasangriff auf San Francisco Einheit gebieten konnten und die sagenumwobene Gefängnisinsel Alcatraz wieder zur vorherigen Touristenattraktion umfunktionierten, hatte auch Regisseur Michael Bay, den Rückenwind genießend, einen der besten wie kommerziell erfolgreichsten Action-Filme der 90er Jahre inszeniert zu haben, eindeutig größere Ziele in Aussicht. Es sollten keine greifbaren, aus persönlicher Motivation agierenden Gegner der menschlichen Rasse sein, die Amerika vor das ein oder andere Problem stellten, sondern ein Asteroid von der Größe des Bundesstaates Texas, der mit 4...
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"Shutter Island" (USA 2010) Kritik – Im Angesicht des Wahnsinns

"Was wäre schlimmer, zu leben wie ein Monster, oder als guter Mann zu sterben?" Die gemeinsamen Jahre zwischen Martin Scorsese und Robert De Niro sind lang vorbei. Doch der Meisterregisseur hat einen neuen Stammschauspieler gefunden: Leonardo DiCaprio. Die Qualität von De Niro hat er zwar noch nicht ganz erreicht, doch das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Nach 'Gangs of New York', 'Aviator' und 'Departed' kam es 2010 zur vierten und bis lang letzten Zusammenarbeit des Traumgespanns in 'Shutter Island'. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Dennis Lehane erweist sich als nervenzerrender und äußerst vielschichtiger Psycho-Thriller. Kameramann Robert Richardson leistet vorzügliche Arbeit. Die Bilder sind unheimlich düster und ein unwohles und angespanntes Gefühl tritt durchgeh...