Schlagwort: Philippe Paturel

Komm und sieh (UdSSR 1985) – Elem Klimovs Antikriegsmeisterwerk erstmalig restauriert auf Blu-ray
DVD & Bluray, Kriegsfilm, Kritiken

Komm und sieh (UdSSR 1985) – Elem Klimovs Antikriegsmeisterwerk erstmalig restauriert auf Blu-ray

Here I am... here. I want to love... I want to have children... Do you hear?  Weißrussland, 1943: Fljora, noch mehr Kind als Jugendlicher, buddelt am Strand nach alten Gewehren, um endlich Partisan werden zu können. Als er fündig wird, lässt er sich trotz Flehens seiner Mutter rekrutieren und zieht stolz in den Kampf. Der kindliche Traum von Heldentaten und Abenteuer zerplatzt allerdings schon bei der Ankunft im Truppenlager, denn der Kommandant will ihn beim Einsatz nicht dabeihaben. Und so beginnt für ihn auf seinem Rückweg eine Odyssee, die ihn in nur wenigen Tagen mitten in die Hölle des Zweiten Weltkriegs führt. Elem Klimovs letzter Spielfilm, dessen Drehbuch von der sowjetischen Zensur wegen seiner angeblich zu schmutzigen und naturalistischen Ästhetik sieben Jahre blockiert wurd...
Die besten Horrorfilme aller Zeiten von Hitchcock & Co.
Horror, Listen, Specials

Die besten Horrorfilme aller Zeiten von Hitchcock & Co.

Du stöberst gerne durch Best-Of-Listen? Dann hier entlang! Was macht die besten Horrorfilme aller Zeiten aus? Ein echter Horrorfilm lebt unserer Meinung nach von seiner Atmosphäre, von leisen Andeutungen, die sich in den Gedanken der Zuschauer dann Stück für Stück ausbreiten dürfen und dadurch für Angst und Schrecken sorgen, denn, und das weiß jeder gute Drehbuchautor wie Regisseur, nichts ist furchterregender als die Kraft der individuellen Phantasie. Horror definiert sich nicht durch seinen Blutzoll oder seine erdrückende Effekthascherei, echter Horror kommt schleichend durch die Hintertür, anstatt mit der kreischenden Kettensäge durch die Vordertür zu rauschen - auch wenn diese ebenfalls gehörig für Gänsehaut sorgen kann. Wer sich also schon mal gefragt hat, welche Genre-Prunkstücke ...
Kritik: Inception (USA 2010)
Action, Kritiken, Science Fiction / Fantasy

Kritik: Inception (USA 2010)

Dreams feel real while we're in them. It's only when we wake up that we realize something was actually strange. Inception ist ein unlösbares Mysterium. Damit meine ich nicht die Geschichte an sich, sondern die Antwort auf die Frage, ob der Film wirklich dieses Übermeisterwerk ist, zu dem er von vielen erklärt wurde. Oder ist Christopher Nolans siebter Spielfilm doch nur ein sinnfreies Nichts, welches an der Oberfläche vorgibt Intelligenz und Tiefgang zu vermitteln? Auch diese Meinung wird von vielen vertreten. In meinen Augen wird Inception seinem Platz als einer der besten Filme aller Zeiten ebenso wenig gerecht, wie es unfair ist ihn zu einem banalen Thriller abzustempeln. Umso schwieriger fällt es allerdings, dem Film eine endgültige Note zu verpassen. Bereits mehrmals habe ich den F...
Die besten französischen Filme des 20. Jahrhunderts (1895 – 1999)
Listen, Slider, Specials

Die besten französischen Filme des 20. Jahrhunderts (1895 – 1999)

Seit der Erfindung des Kinematographen durch die Gebrüder Louis und Auguste Lumière und dessen Erstvorführung im Jahr 1895 (zehn Kurzfilme am Stück, darunter Arbeiter verlassen die Lumière-Werke) hat das französische Kino fast schon endlos viele (heutzutage selbst als Cineast kaum noch alles nachzuholen) Filme mit sich gebracht. Aufgrund der zahlreichen allein herausragenden Filmerlebnisse, die in den seitdem 125 Jahren ihren Weg in die Lichtspielhäuser dieser Welt gefunden haben, hatte ich euch bereits vor einiger Zeit meine Top 30 der besten französischen Filme seit 2000 vorgestellt. Jetzt folgt endlich auch meine Top 50 der besten französischen Filme des 20. Jahrhunderts (genau genommen von 1895 bis 1999). Viel Spass beim Entdecken. Und immer daran denken: Alles ist subjektiv. So auch...
Kritik: The House of the Devil (USA 2009) – Von der suggestiven Kraft der bedrohlichen Ungewissheit
Horror, Kritiken

Kritik: The House of the Devil (USA 2009) – Von der suggestiven Kraft der bedrohlichen Ungewissheit

Eine Gastkritik von Florian Feick Am meisten fürchten wir uns vor den Gefahren, die wir glauben zu spüren, aber nicht sehen können. Deshalb empfinden wir Unbehagen in der Dunkelheit und horchen erschreckt auf, wenn das große unbekannte Haus plötzlich Geräusche von sich zu geben scheint. Ti Wests anachronistischer Genre-Beitrag ist in erster Linie eine nostalgische Erinnerung an das ehrenwerte Terrorkino der 1980er-Jahre. Mit voyeuristischer Lusthaftigkeit und dokumentarischen Grobkorn-Einstellungen zelebriert er seine leichtfüßig inszenierte Exposition, deren hitchcockesker Spannungsbogen genau an den richtigen Stellen mit beidseitigen Ausbrüchen ausgestattet ist. Sein The House of the Devil ist die ehrende Verneigung vor den Tugenden des amerikanischen Horrorfilms und dessen Schöpfern...
Kritik: Blau ist eine warme Farbe (FR 2013) – Der Geschmack des Erwachsenwerdens
Amazon Prime, Drama, Französischer Film, Kritiken

Kritik: Blau ist eine warme Farbe (FR 2013) – Der Geschmack des Erwachsenwerdens

Nothing happens by chance. Die fünfzehnjährige Adèle (Adèle Exarchopoulos) träumt von der großen Liebe und sie glaubt, diese in Thomas, einem Mitschüler, gefunden zu haben. Doch eines Tages begegnet sie dieser jungen Dame mit blauen Haaren auf der Straße. Dieses kurze Aufeinandertreffen bringt ihr bisheriges Leben komplett aus den Fugen, da Adèle erstmals ihre Hingezogenheit zu Frauen wahrnimmt. Wer hat schon zu Beginn des diesjährigen Cannes-Filmfestivals damit gerechnet, dass ein dreistündiges lesbisches Liebesdrama die goldene Palme mit nach Hause nehmen würde? Ich zumindest nicht, auch wenn ich im Nachhinein gestehen muss, dass es ein wenig offensichtlich war, dass Blau ist eine warme Farbe im aktuellen Geschehen Frankreichs, der Debatte um die Gleichstellung der Ehe, den Preis mit...
Kritik: The Favourite – Intrigen und Irrsinn (US/GB 2018)
Drama, Komödie, Kritiken

Kritik: The Favourite – Intrigen und Irrsinn (US/GB 2018)

Sometimes a lady likes to have some fun. Als mittlerweile großer Fan des Griechen Yorgos Lanthimos, dem 2009 mit der Satire Dogtooth der internationale Durchbruch gelang (inklusive einer Oscar-Nominierung für den besten fremdsprachigen Film), waren meine Erwartungen an sein neustes Regieprojekt fast unerreichbar hoch. Doch Yorgos Lanthimos liefert nach The Lobster – Eine unkonventionelle Liebesgeschichte (2015) und The Killing of A Sacred Deer (2017) ein weiteres grotesk-komisches Meisterstück ab, dieses Mal am englischen Königshof Anfang des 18. Jahrhunderts verortet. Yorgos Lanthimos arbeitete beim Dreh von The Favourite - Intrigen und Irrsinn nach The Lobster das zweite Mal mit Rachel Weisz zusammen, die dieses Mal Lady Sarah, die enge Vertraute von Queen Anne (Olivia Colman), spiel...
Kritik: Beautiful Boy (US 2018)
Drama, Kritiken

Kritik: Beautiful Boy (US 2018)

Do you know how much I love you? I love you more than everything. Eigentlich hatte ich geplant, meine Gedanke zu den ersten Tagen beim BFI London Film Festival in einem Recap bestehend aus Kurzkritiken festzuhalten. Als ich zu schreiben anfing, merkte ich jedoch, dass es mir am Herzen liegt, erst einmal etwas zu dem diskussionswürdigen Drogenabhängigkeitsdrama Beautiful Boy zu Papier zu bringen, welches auf einer wahren Geschichte basiert und von David Sheff (Steve Carell) und seinem Sohn Nic (Timothée Chalamet) erzählt, deren Leben aufgrund von Nics stetig zunehmender Crystal Meth Sucht immer weiter entgleitet. Es gibt immer wieder Momente, in denen Nic den Drogen zu entfliehen versucht, doch er fällt immer wieder zurück und verfällt immer weiter seiner Sucht - ein Teufelskreis. Se...
Die besten Filme des Jahres 2018 – Philippe stellt seine Lieblinge vor
Jahresliste, Listen, Slider

Die besten Filme des Jahres 2018 – Philippe stellt seine Lieblinge vor

Ohne großes Blabla vorweg: Dieses Kinojahr war, wie schon 2017, für meinen Geschmack herausragend vielseitig und hat gleich einige wahre cineastische Schmankerl mit sich gebracht. Und das, obwohl Hollywoods Blockbustermaschinerie keinen Deut an Innovation im Vergleich zu den Vorjahren hinzugewonnen hat. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel. Dies gilt auch für den Streaming-Giganten Netflix, bei dem die Fallhöhe zwischen zumeist mittelmäßigen bis unerträglichen Filmchen und dazwischen magischen Lichtblicken wohl am größten ist. Größtenteils habe ich meine Highlights des Jahres weit fernab der sich selbst bis zur Unverträglichkeit unüberhörbar und unübersehbar als bestes Irgendetwas (der beste Marvel-Film seit... überhaupt und so) vermarktenden Rohrkrepierer gefunden. Das Kino...
Netflix-Kritik: Roma (MX/US 2018)
Drama, Kritiken, Netflix, Streaming

Netflix-Kritik: Roma (MX/US 2018)

Wow, wow, wow! Es ist zwar schon längst kein Geheimnis mehr, dass Alfonso Cuarón, der mit Y Tu Mamá También, Children of Men, Harry Potter und der Gefangene von Askaban und zuletzt Gravity, (auch wenn ich bei letzterem, trotz aller technischer Qualitäten, nach wie vor nicht die allgemeine Euphorie teile) sich in der Kinolandschaft als einer der versiertesten Filmemacher unserer Zeit einen Namen gemacht hat. Fünf Jahre nach Gravity meldet sich der mexikanische Regisseur nun mit seinem bisher persönlichsten Film zurück: Roma. Und dieser ist ein intimes, in alle Belangen meisterhaftes Epos, welches bedenkenlos mit großen Schwarz-Weiß -Klassikern der Filmgeschichte wie Luchino Viscontis Rocco und seine Brüder, Federico Fellinis Achteinhalb, Francois Truffauts Sie küssten und sie schlugen ihn...