Schlagwort: Satire

Kritiken

"God Bless America" (USA 2011) Kritik – Probleme sind da, um erschossen zu werden

Autor: Pascal Reis "I didn't kill her because I couldn't have her. I killed her because she wasn't nice." Würde uns ein Fremder auf der Straße begegnen, den Zeigefinger selbstbewusst in unsere Richtung erheben und uns mit felsenfester Überzeugung vorwerfen, dass wir uns viel zu gerne in unserer von Abscheu angetriebenen Feindschaft gegenüber den Medien, der Politik und der abgestumpften Gesellschaft im Allgemeinen verrennen, so hätte dieser Jemand in so gut wie jedem Fall Recht. Es ist nun mal kein Geheimnis mehr, dass wir in einer beschlagenen Ära angekommen sind, in der die Dümmsten und Lautesten immer evidenter in den Fokus gerückt werden. Und ja, es sind immer die Menschen bei der breiten Masse am beliebtesten, die ohne Skrupel agieren, die keinen Wert auf Anstand legen, keine Rück...
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"Excision" (USA 2012) Kritik – Kontroverse Realitätsflucht in sozialer Abkapselung

Autor: Pascal Reis "Your girlfriends friend thinks you're gay." - "Excuse me?" - "You're not pretty enough." Man kann sie nur vermissen, die Zeit im Leben, in der man noch unbeschwert und mit tonnenschwerer Naivität auf den Schultern durch die Weltgeschichte spazieren durfte. Eine Zeit, in der es keine erdrückenden Vorurteile gab, in der man den eigenen Körper nicht als wollüstiges Instrument der Befriedigung erkannte und den infamen Fängen der (Geschlechts-)Reife noch getrost abwinken konnte. Doch machen wir uns nichts vor, die Lebenskonstellation verändert sich stetig, das muss sie natürlich auch, die Lügen über den Klapperstorch, der die Kinder bringt, werden durchschaut und die Hormone entpuppen sich als pochende Akkordarbeiter, die der Reizüberflutung durch die Umwelt hilflos die Hä...
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"Mann beißt Hund" (BE 1992) Kritik – Alles nur eine Frage der Zeit

"Für das Versenken einer Leiche gibt es eine Regel, sie besagt, der Ballast muss dreimal so schwer sein. Bei einem Mann wie diesem, nimmt man dreimal sein Gewicht. In anderen Fällen kann es anders sein, zum Beispiel bei Kindern oder Zwergen." Farblose Aufblende. Ein Mann steht auf dem Gang im Zug, er blickt aus dem Fenster und lässt sich nichts Außergewöhnliches anmerken. Die Kamera ist starr auf ihn gerichtet. Hinter ihm nähert sich eine Frau. Er gewährt ihr den Durchgang, um sie kurz darauf in ein kleines Zugabteil zu zerren und qualvoll zu ermorden – Die Kamera hetzt hinterher und hält voll drauf. Der Startschuss für „Mann beißt Hund“, die wohl mit Abstand beste Mockumentary überhaupt. Warum diese Superlative in diesem Fall so problemlos über die Lippen geht, lässt sich schnell an e...
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"Wag the Dog" (USA 1997) Kritik – Robert De Niro und Dustin Hoffman mitten im Medienkrieg

"Ohne Feind kann man keinen Krieg führen. Es ginge schon, aber es wäre ein sehr langweiliger Krieg." Den extremen Medienrummel um eine x-beliebige Person, die einen gewissen Bekanntheitsgrat in der Welt genießen darf, ist man als Außenstehender inzwischen längst gewohnt. Unzählige Schnappschüsse von obsessiven Paparazzi, jede Aussage wird auf die Goldwaage gelegt und der Wunsch eine Leiche im Keller dieser Menschen zu finden, wächst mit jeder neuen Privataufnahme. Geht es aber um den „mächtigsten Mann der Welt“, den Präsidenten der Vereinigten Staaten, dann wird nicht nur aus jeder Mücke ein Elefant gemacht, sondern auch jede Kleinigkeit aus staubiger Vergangenheit immer wieder aufarbeitet und von den Medien bis zum Anschlag ausgereizt oder ausgeschmückt und kann dann durch die schlicht...
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"Der Krieg des Charlie Wilson" (USA 2007) Kritik – Tom Hanks unterstützt Afghanistan

"Welche Strategie verfolgen Sie in Afghanistan?" - "Streng genommen gar keine, aber wir arbeiten daran." Polit-Kino ist an einem Punkt angekommen, der die Zuschauermasse nicht mehr wirklich tangiert. Die Themen sind zu trocken inszeniert, die Schauspieler nicht ansprechend genug und allgemein bekommt man doch alles in den Nachrichten erzählt, was man über die politischen Probleme in aller Welt wissen sollte. Das könnte man durchaus so sehen, aber erstens wäre das eine viel zu oberflächliche Sichtweise und zweitens auch die vollkommen falsche, denn wenn man sich mit einem Thema wirklich beschäftigten will, braucht es schon etwas mehr, als die alltäglichen Nachrichten zu verfolgen und danach wieder den Kopf auf Durchzug zu schalten. Dokumentationen sind natürlich auch immer hilfreich, Ges...
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"Boulevard der Dämmerung" (USA 1950) Kritik – Billy Wilders Abrechnung mit Hollywood

"Ich war ein Star? Ich bin größer als je zuvor!" Viele Kinder und Jugendlichen wünschen sich in ihrem Leichtsinn, irgendwann mal ein großer Star zu sein, der auf der ganzen Welt berühmt ist, Unmengen von Geld verdient und sich vor Fans gar nicht mehr retten kann. Sänger, Fußballer, oder Filmstar. Man will die Anerkennung der Masse, man will geliebt und verehrt werden, doch sich selber verändern, das hat natürlich niemand vor und schon gar nicht wird die eigene Familie vergessen. In Wahrheit sieht das Ganze dann doch etwas anders aus, aber wer will das schon mit unschuldigen, oder betäubten Äugen sehen? Es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass jeder Star, ob Leonardo DiCaprio, Lionel Messi oder Phil Collins, schon Teil der Kehrseite des Erfolgs wurde, denn das kann sich ja schon durch ve...