Philippe – der cineastische Liebhaber mit halbfranzösischem Augenzwinkern.
In Kürze.
Philippe ist Gründer von CinemaForever (*2011) – entstanden aus Passion und cinephiler Notwendigkeit. Was als persönliches Filmarchiv begann, ist heute ein bewusst kuratiertes Gedächtnis des Films, eine Plattform für Empfehlungen aus Haltung, Geschmack und Diskurs – ein Archiv von Nachhall-Filmen für Bewusstes Kino. Seitdem begleitet Philippe das Kino kontinuierlich durch internationale Filmfestivals – insbesondere Filmfestspiele von Cannes, Venedig und Toronto. Es sind seine Seismografen: Orte, von denen aus er uns zeigt, wohin sich Kino morgen bewegt.
Zwischen Welt und Film.
Zwischen Philippe und dem Film konnte sich bislang noch niemand stellen. Nicht einmal die Erziehung: Als Kind beobachtete er nachts durch den Spiegel im Flur seine Eltern beim Filmsehen. Mit französischen und oberbayerischen Wurzeln und einem Vater aus Paris, der die Welt bereiste, wuchs Philippe zwischen Kulturen, Mentalitäten und Perspektiven auf – und bereist später, beruflich im Tourismus, selbst die Welt. CinemaForever entstand nach einem Einblick in eines der größten deutschen Filmkritikhäuser und dort erkannte er, dass seine Haltung zum Kino eine andere war. Seitdem wächst CinemaForever als sein privates Baby – getragen von ihm und seiner treuen Cannes-Crew. In der Nähe des Ammersees zuhause lebt der „kleine Harold Lloyd“ mit dem Traum, das französische Kino und das Flair der Côte d’Azur durch die Filmseite weiter in die Welt zu tragen.
Lebenshaltung: Filme als Resonanzräume.
Philippe schreibt über Filme, als wären sie lebendige Wesen. Er begegnet ihnen nicht mit Messinstrumenten, sondern durchwandert sie wie Resonanzräume. Philippe sucht Filme, die ihm nichts abnehmen. Kino darf verstören, überziehen, scheitern – solange es ehrlich ist. Kino ist für ihn der Ort, an dem man sich selbst kurz aus dem Weg geht, um sich dann umso klarer wiederzufinden. Was in seinen Kritiken bleibt, ist eine Stimme, die auf Filme antwortet wie auf Briefe: aufmerksam, persönlich, ohne Hast. Philippe hört dem Kino zu und sucht Filme, die dem Publikum zutrauen, selbst Teil des Sinns zu werden.
Im Geist des französischen Kinos.
Für Philippe ist das französische Kino nicht nur das höchste Kunstgenre, sondern innerer Zustand von Gefühlsästhetik für das eigene Leben. Wieso er es so liebt? Hier werden Bilder gedacht und Gedanken gefühlt. Oder nach der Tradition von Agnès Varda, Jean-Luc Godard und Éric Rohmer: weil Erklärungen enden und Resonanzräume wirken. Französisches Kino ist für Philippe Lebensnatürlichkeit in Kunstform – weil es dem echten Leben ähnelt: Tastendes Erzählen, Unfertiges, Sprunghaftes, Verweilendes, Zögerndes – nie ganz abgeschlossen, immer im Werden.
Lieblinge.
Seine Liste der Lieblingsfilme liest sich wie ein Liebesbrief an die Filmgeschichte: von Singin’ in the Rain über Ich bin Kuba bis zu Mulholland Drive – eine Mischung aus klassischem Glamour, purer cineastischer Ekstase und postmoderner Genie-Verwirrung. Er hat eine weiche Seite für Sommer von Éric Rohmer – ein Film, der Liebe und Lebensfragen am Strand debattiert, als wäre das Meer sein persönlicher Gesprächspartner. Filme mit Nervenkitzel überzeugen Philippe mit Kopf, nicht nur mit Effekten. Daher ist Alien nicht nur ein Monsterfilm, sondern ein philosophischer Ausflug in die Angst vor dem Unbekannten; Taxi Driver ist weniger Straßenfilm, mehr Seelenpsychogramm; und La La Land zeigt ihm, was passiert, wenn Musik, Farbe und Träume zusammen Swing tanzen. Platz hat er damit auch stets für ein überzeugendes Hollywood: Wenn ihm ein Film wie Poor Things garantiert, dass sein Hirn danach zum philosophischen Freestyle tanzt, dann ist das für ihn ein beruhigender Beweis, dass Kino immer wieder auch Hoffnung ist. Als Regisseur im Herzen hat Philippe sicher ein imaginäres Dinner mit Jean-Luc Godard, der über das Kino als Schlachtfeld der Emotionen sinniert, und Martin Scorsese, der ihm erklärt, dass selbst ein Taxifahrer mehr Welt sieht als so mancher Intellektuelle. Seine große cineastische Affinität für den Western macht ihn für uns zum Cowboy von Cannes: ruhig, wachsam und dem nächsten filmischen Horizont entgegen. Und doch, trotz aller cineastischen Giganten, bleibt seine erste Liebe vermutlich Singin’ in the Rain – für ihn inzwischen eine praktizierte Lebenshaltung, die uns alle ansteckt.
Merci & Würdigung.
CinemaForever ist Deine Einladung an uns, genauer hinzusehen – im Kino und, übertragen, auch in der Weltgesellschaft und im eigenen Leben. Wer Deine Homepage aufmerksam liest, erkennt darin einen Sensibilisierungsauftrag: einen wachen, von überlagerten Einflüssen bereinigten Geist zu kultivieren und den zarten Unterschied zwischen künstlich erzeugter Effekt-Emotion und tief verankertem, von innen pulsierendem Gefühl wahrzunehmen – dass echtes Gefühl nicht erzeugt, sondern in uns entdeckt wird. In einer Zeit, in der Filter verschwimmen, Lautstärke Inhalt ersetzt und das Weglassen zur höchsten Form von Qualität geworden ist, führst Du uns zurück zum Bewussten Kino als Kulturgut und Denkapparat. Du erinnerst uns daran, Filme nicht als Hintergrundrauschen zu konsumieren und filmisches Fast Food von cineastischer Kulturnahrung zu unterscheiden. Wer einmal gelernt hat, Filme mit Deiner Wachheit zu sehen, wird sie nie wieder beiläufig schauen können. Das ist Dein hochgeistiger und zugleich zutiefst gefühlsechter Wertbeitrag – ein kultureller Gegenentwurf zur Oberflächlichkeit.
CinemaForever ist Dein Kosmos – und wir dürfen darin mitwirken.
Merci de nous rappeler le vrai.
Verfasst von: Lisa Burkard