Horror

Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire
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Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 16. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "It will value your life. You should think twice." Der Regisseur von Hereditary und Midsommar ist zurück - und mit Eddington liefert Ari Aster sein bisher kompromisslosestes Werk, das erstmals auch wirkliche politische Sprengkraft entfaltet. Inmitten der glamourösen Kulisse von Cannes 2025 sorgt der Film prompt beim Einsetzen der Credits für hitzige Debatten. Eddington ist ein wuchtiger, verstörender Abstieg in die Abgründe von Fanatismus, Macht, Manipulation und Ideologie - getragen von Asters unverkennbarem Gespür für psychologischen Terror und gesellschaftliche Zerrüttung. Wer dachte, Aster hätte mit Midsommar das Maximum an emotionale...
Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung
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Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 30. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung von Mary Shelleys Literaturklassiker: Frankenstein von Guillermo del Toro Als ein Symbol über Menschenversuche und Kontrollverlust begleiten Frankenstein und die von ihm erschaffene Kreatur schon gefühlt seit Ewigkeiten die Welt - immerhin erschien Mary Shelleys Literaturklassiker bereits vor 207 Jahren. 1910 entstand die erste gleichnamige Kurzverfilmung - der erste Versuch, den Stoff erzählerisch anzupassen und stilistisch zu gestalten. 1931 folgte James Whales erste große Kinoversion, die sich im kollektiven Bewusstsein fest verankerte. Noch nachhaltiger wirkte jedoch die Fortsetzung vier Jahre später, ebenfalls unter seiner Regie: Frankensteins B...
Kritik zu „The Keep“: Die unheimliche Macht von Michael Mann in 4K
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Kritik zu „The Keep“: Die unheimliche Macht von Michael Mann in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Schön scheitern: Michael Manns verlorene Festung The Keep jetzt in 4K Wir sehen einen zerklüfteten Gebirgspass. Eine lange Kolonne schwerer Militärfahrzeuge quält sich langsam zur Musik von Tangerine Dream den Berg hinauf – ein unheilvoll pulsierendes Klanggewebe aus Synthesizer, das die Szenerie mit einer fast gespenstischen Spannung füllt. Elektronische Wellen werden zu einer trommelnden Mischung aus Bedrohung und Mystik, die die schwerfällige Wagenkolonne umhüllt, während sie unaufhaltsam weiter in das düstere Herz des Gebirges vordringt. Die ersten Bilder lassen keinen Zweifel: Die unheimliche Macht (Original: The Keep) ist kein gewöhnlicher Kriegs- oder Horrorfilm. 1983 unter der Regie von Michael Mann entstanden und basierend auf dem gleic...
Kritik zu „Wolfen“: vergessener Horror-Krimi von 1981 erstmals auf Blu-ray
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Kritik zu „Wolfen“: vergessener Horror-Krimi von 1981 erstmals auf Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Horror als Großstadtparabel: Wolfen (1981) erstmals auf Blu-ray Das Kinojahr 1981 brachte gleich drei Filme hervor, die das Genre des Tierhorrors prägten: The Howling, An American Werewolf in London – und Wolfen von Michael Wadleigh, der nun bei Plaion Pictures im deutschsprachigen Raum erstmals auf Blu-ray erschienen ist. Während die ersten beiden mit Verwandlungseffekten und ironischem Ton zu Klassikern des Werwolf-Films wurden, blieb Wadleighs Werk ein Außenseiter. Doch gerade darin liegt heute seine Faszination: Wolfen ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, sondern eine düstere Allegorie auf urbane Hybris und die Gewalt des Fortschritts. Im Battery Park von New York werden mehrere Leichen entdeckt – zerrissen, als hätte ein Tier zugeschlagen. Unt...
Kritik zu „Decoder“: Der Underground-Klassiker neu auf Blu-ray!
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Kritik zu „Decoder“: Der Underground-Klassiker neu auf Blu-ray!

Kritik von Marc Trappendreher Wenn Klang zur Waffe wird: Decoder (1984) erstmals auf Blu-ray Es gibt Filme, die mehr sind als bloße unterhaltsame Erzählungen – sie wirken wie Botschaften aus einem bestimmten Moment der Geschichte, so tief im Zeitgeist verwurzelt, dass man sie kaum vom gesellschaftlichen Klima trennen kann, aus dem sie entstanden sind. Der deutsche Underground-Film Decoder aus dem Jahr 1984 ist ein einzigartiges Dokument seiner Zeit – ein audiovisueller Ausdruck einer Subkultur, die sich zwischen Punk, Industrial und der Neuen Deutschen Welle bewegte. Regie führte der Düsseldorfer Muscha (Jürgen Muschalek), das Drehbuch entstand in enger Zusammenarbeit mit Künstlern und Aktivisten der Szene, unter anderem Klaus Maeck und Trini Trimpop. Decoder erzählt die Gesc...
Kritik zu „Bewegliche Ziele“: Bogdanovichs Klassiker erstmals auf Blu-ray
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Kritik zu „Bewegliche Ziele“: Bogdanovichs Klassiker erstmals auf Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Die verlorene Unschuld des Horrorkinos: Bewegliche Ziele von Peter Bogdanovich Peter Bogdanovichs Regiedebüt Bewegliche Ziele (OT: Targets) aus dem Jahr 1968 ist bei OFDb-Filmworks auf Blu-ray erschienen – ein Film, der auf faszinierende Weise das Ende des klassischen Horrorkinos mit der aufkommenden Realität sinnloser Gewalt in der modernen amerikanischen Gesellschaft verknüpft. Bewegliche Ziele situiert sich genau in der Phase, in der auch Bonnie und Clyde (1967), Die Reifeprüfung (1967) und Easy Rider (1969) in die Kinos kamen – Werke, die gemeinhin als der Auftakt des New Hollywood gelten. Der Film reiht sich damit unmittelbar in die gesellschaftlichen und künstlerischen Umbrüche der Zeit ein und spiegelt die neue Offenheit und Experimentierf...
Eraserhead – Kritik zu Lynchs verstörendem Horrorfilm | neu in 4K
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Eraserhead – Kritik zu Lynchs verstörendem Horrorfilm | neu in 4K

Eine Kritik von Pascal Reis - erstmals zu lesen am 26. April 2012. "Ich verliere meinen Verstand." David Lynch machte sich schon früh einen Namen. Mit Kurzfilmen wie The Alphabet, die zweifellos sehr experimentell und eigenwillig waren, wies er bereits auf die Richtung hin, die wir später noch mehrfach gemeinsam mit ihm beschreiten würden. Die Zeit für seinen ersten großen Spielfilm sollte natürlich auch kommen - und fand 1977 ihren Weg an die Öffentlichkeit. Eraserhead bildet das verbindende Glied zwischen Lynchs Kurzfilmphase und seinen späteren Meisterwerken. In rund 90 Minuten präsentierte Lynch uns diesmal genau das, was schon bei The Alphabet für Verwirrung und Faszination gesorgt hatte: düsteren Surrealismus in Reinform. Henrys (Jack Nance) Leben gleicht einem trostlosen Trümme...
Kritik: The Substance (GB, USA, FR 2024) | Neu im Heimkino
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Kritik: The Substance (GB, USA, FR 2024) | Neu im Heimkino

Eine Gastkritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 20. Mai 2024, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "This is the Matrix. Everything comes from you. And everything is you." Während im Radio „Forever young, I want to be forever young“ besungen und in der Werbung Anti-Aging-Produkte oder Shampoo mit Verjüngungskur beworben wird, macht auch das Kino keinen Hehl daraus: Jung sein ist toll, alt sein ist… nicht toll, um es so trivial wie nur möglich auszudrücken. Das Älterwerden, kombiniert mit den Versuchen, diesen Prozess aufzuhalten, zieht sich dabei schon Jahrzehnte durch Literatur und Kino, man denke an The Rejuvenator (1988) oder Dorian - Pakt mit dem Teufel (2003) zurück. Coralie Fargeat (Revenge) zeigt mit The Substance nun, dass...
Kritik: Alien – Romulus (USA 2024) | Neu im Heimkino
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Kritik: Alien – Romulus (USA 2024) | Neu im Heimkino

- Kritik erstmals zu lesen am 13. August 2024 - In space, no one can hear you. 1979 zauberte Ridley Scott mit Alien, seinem damals erst zweiten abendfüllenden Spielfilm, eine ebenso bahnbrechende sowie beängstigende Vision des Weltraums auf die große Leinwand. Erzählt wurde eine auf den ersten Blick triviale Geschichte über das Leben einer Crew auf einem Raumfrachter - der Nostromo - die jedoch unvermittelt mit einem tödlichen, außerirdischen Parasiten konfrontiert wird. Ridley Scotts Meisterwerk vereinte Elemente des Horror- und Science-Fiction-Genres auf eine Weise, die bis dahin unerreicht war. Obendrein etablierte er die Figur des Xenomorphs als eines der ikonischsten Monster der Kinogeschichte und setzte damit neue Maßstäbe in Bezug auf subtilen Spannungsaufbau, kreatives Set-Desi...
Kritik: Carrie – Des Satans jüngste Tochter (USA 1976) | Neu in 4K
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Kritik: Carrie – Des Satans jüngste Tochter (USA 1976) | Neu in 4K

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher "They're all gonna laugh at you!" Gottgläubige sind besessen, die erste Menstruation kommt in der Dusche, eine Schülerin kann mit Gedankenkraft Dinge bewegen und ein Schulball wird zum Massaker. Nachdem Brian de Palma im Horror-Musical Das Phantom im Paradies (1974) die Funktionsweisen der Unterhaltungsindustrie darlegte und in Schwarzer Engel (Obsession, 1976) seine große Liebeserklärung an den Film und an Alfred Hitchcock öffentlich machte, wandte er sich gänzlich dem Horrorgenre zu und drehte Carrie, basierend auf dem ersten Roman von Kultautor Stephen King. Obwohl es sich dabei um eine literarische Adaption handelt, ist Carrie ein sehr persönlicher Film, der viel über die Autorschaft Brian de Palmas verrät. Wenn Schwarzer Engel ein Film über ...