Horror

Kritik zu „Her Private Hell“: Kino als neonfarbener Erfahrungsraum
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Kritik zu „Her Private Hell“: Kino als neonfarbener Erfahrungsraum

Kritik von Marc Trappendreher – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Kino als neonfarbener Erfahrungsraum: Her Private Hell von Nicolas Winding Refn Nicolas Winding Refns neuer Film führt nach zwei Serienprojekten seine Kunst der radikalen Verweigerung konsequent fort. Mit Her Private Hell (Revenge Wears Leather) kehrt der dänische Regisseur nach Cannes (allerdings dieses Mal außerhalb des Wettbewerbs) zurück – und zugleich zu jener ästhetischen Radikalität, die sein Kino seit Drive zunehmend bestimmt. Bereits im Vorfeld wurde der Film als exzessive Fortschreibung seines Neon-Noirs gehandelt: ein Werk zwischen Albtraum, Modefantasie und Vaterkomplexen. Tatsächlich bestätigt Her Private Hell diese Erwartungen nur teilweise. Denn Refn liefert keinen Film, ...
Kritik zu „Species“: Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich?
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Kritik zu „Species“: Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich?

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Der nächste Body-Horror-Hit aus Frankreich: Species von Marion Le Corroller Wer kennt es nicht: Man geht zu einer Fastfood-Kette, bestellt einen Burger und bekommt plötzlich gesagt, das Produkt sei nicht mehr verfügbar – es gab ihn nur für einen kurzen Zeitraum. Oder noch schlimmer: Es gibt diesen Burger nur im Frühstücksmenü und er kann nach 12 Uhr nicht mehr verkauft werden. Seit 33 Jahren hat sich jene Prämisse, die sich der „Der Kunde ist König“-Mentalität entgegenstellt, nicht geändert. 33 Jahre deswegen, weil 1993 die bissige Satire Falling Down – Ein ganz normaler Tag in die Kinos kam und bis heute eine der ikonischsten Filmszenen in dieser Hinsicht bietet. Während Michael Douglas al...
Kritik zu „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“: Ein neuer Slasher-Klassiker?
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Kritik zu „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“: Ein neuer Slasher-Klassiker?

Kritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Ein neuer Slasher-Klassiker: Teenage Sex and Death at Camp Miasma von Jane Schoenbrun Unter den US-amerikanischen Regisseuren des modernen Kinos gibt es zwei, die schon seit Jahren vereinzelt immer wieder durchscheinen. Programmatisch geht es in den Werken von David Robert Mitchell (It Follows, Under the Silver Lake) und Jane Schoenbrun (zuletzt I Saw the TV Glow) um etwas nicht ganz Greifbares in der menschlichen Kultur. Es ist, als würde sie irgendwie über uns stehen – gemeint ist symbolisch die gesamte globalisierte Welt, wird sie doch am meisten von amerikanischer Soft Power geprägt. Nicht etwa ein Produkt des Menschen ist sie, sondern eine eigene und pulsierende Entität, welche von eine...
Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire
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Kritik zu „Eddington“: Ari Asters Pandemie-Satire

Kritik von Philippe Paturel – erstmals zu lesen am 16. Mai 2025, gesehen im Rahmen des Wettbewerbs der 78. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. "It will value your life. You should think twice." Der Regisseur von Hereditary und Midsommar ist zurück - und mit Eddington liefert Ari Aster sein bisher kompromisslosestes Werk, das erstmals auch wirkliche politische Sprengkraft entfaltet. Inmitten der glamourösen Kulisse von Cannes 2025 sorgt der Film prompt beim Einsetzen der Credits für hitzige Debatten. Eddington ist ein wuchtiger, verstörender Abstieg in die Abgründe von Fanatismus, Macht, Manipulation und Ideologie - getragen von Asters unverkennbarem Gespür für psychologischen Terror und gesellschaftliche Zerrüttung. Wer dachte, Aster hätte mit Midsommar das Maximum an emotionale...
Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung
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Kritik zu „Frankenstein“: Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung

Kritik von Michael Gasch - erstmals zu lesen am 30. August 2025, gesehen im Rahmen der 82. Filmfestspiele von Venedig 2025. Neuverfilmung von Mary Shelleys Literaturklassiker: Frankenstein von Guillermo del Toro Als ein Symbol über Menschenversuche und Kontrollverlust begleiten Frankenstein und die von ihm erschaffene Kreatur schon gefühlt seit Ewigkeiten die Welt - immerhin erschien Mary Shelleys Literaturklassiker bereits vor 207 Jahren. 1910 entstand die erste gleichnamige Kurzverfilmung - der erste Versuch, den Stoff erzählerisch anzupassen und stilistisch zu gestalten. 1931 folgte James Whales erste große Kinoversion, die sich im kollektiven Bewusstsein fest verankerte. Noch nachhaltiger wirkte jedoch die Fortsetzung vier Jahre später, ebenfalls unter seiner Regie: Frankensteins B...
Kritik zu „The Keep“: Die unheimliche Macht von Michael Mann in 4K
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Kritik zu „The Keep“: Die unheimliche Macht von Michael Mann in 4K

Kritik von Marc Trappendreher Schön scheitern: Michael Manns verlorene Festung The Keep jetzt in 4K Wir sehen einen zerklüfteten Gebirgspass. Eine lange Kolonne schwerer Militärfahrzeuge quält sich langsam zur Musik von Tangerine Dream den Berg hinauf – ein unheilvoll pulsierendes Klanggewebe aus Synthesizer, das die Szenerie mit einer fast gespenstischen Spannung füllt. Elektronische Wellen werden zu einer trommelnden Mischung aus Bedrohung und Mystik, die die schwerfällige Wagenkolonne umhüllt, während sie unaufhaltsam weiter in das düstere Herz des Gebirges vordringt. Die ersten Bilder lassen keinen Zweifel: Die unheimliche Macht (Original: The Keep) ist kein gewöhnlicher Kriegs- oder Horrorfilm. 1983 unter der Regie von Michael Mann entstanden und basierend auf dem gleic...
Kritik zu „Wolfen“: vergessener Horror-Krimi von 1981 erstmals auf Blu-ray
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Kritik zu „Wolfen“: vergessener Horror-Krimi von 1981 erstmals auf Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Horror als Großstadtparabel: Wolfen (1981) erstmals auf Blu-ray Das Kinojahr 1981 brachte gleich drei Filme hervor, die das Genre des Tierhorrors prägten: The Howling, An American Werewolf in London – und Wolfen von Michael Wadleigh, der nun bei Plaion Pictures im deutschsprachigen Raum erstmals auf Blu-ray erschienen ist. Während die ersten beiden mit Verwandlungseffekten und ironischem Ton zu Klassikern des Werwolf-Films wurden, blieb Wadleighs Werk ein Außenseiter. Doch gerade darin liegt heute seine Faszination: Wolfen ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, sondern eine düstere Allegorie auf urbane Hybris und die Gewalt des Fortschritts. Im Battery Park von New York werden mehrere Leichen entdeckt – zerrissen, als hätte ein Tier zugeschlagen. Unt...
Kritik zu „Decoder“: Der Underground-Klassiker neu auf Blu-ray!
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Kritik zu „Decoder“: Der Underground-Klassiker neu auf Blu-ray!

Kritik von Marc Trappendreher Wenn Klang zur Waffe wird: Decoder (1984) erstmals auf Blu-ray Es gibt Filme, die mehr sind als bloße unterhaltsame Erzählungen – sie wirken wie Botschaften aus einem bestimmten Moment der Geschichte, so tief im Zeitgeist verwurzelt, dass man sie kaum vom gesellschaftlichen Klima trennen kann, aus dem sie entstanden sind. Der deutsche Underground-Film Decoder aus dem Jahr 1984 ist ein einzigartiges Dokument seiner Zeit – ein audiovisueller Ausdruck einer Subkultur, die sich zwischen Punk, Industrial und der Neuen Deutschen Welle bewegte. Regie führte der Düsseldorfer Muscha (Jürgen Muschalek), das Drehbuch entstand in enger Zusammenarbeit mit Künstlern und Aktivisten der Szene, unter anderem Klaus Maeck und Trini Trimpop. Decoder erzählt die Gesc...
Kritik zu „Bewegliche Ziele“: Bogdanovichs Klassiker erstmals auf Blu-ray
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Kritik zu „Bewegliche Ziele“: Bogdanovichs Klassiker erstmals auf Blu-ray

Kritik von Marc Trappendreher Die verlorene Unschuld des Horrorkinos: Bewegliche Ziele von Peter Bogdanovich Peter Bogdanovichs Regiedebüt Bewegliche Ziele (OT: Targets) aus dem Jahr 1968 ist bei OFDb-Filmworks auf Blu-ray erschienen – ein Film, der auf faszinierende Weise das Ende des klassischen Horrorkinos mit der aufkommenden Realität sinnloser Gewalt in der modernen amerikanischen Gesellschaft verknüpft. Bewegliche Ziele situiert sich genau in der Phase, in der auch Bonnie und Clyde (1967), Die Reifeprüfung (1967) und Easy Rider (1969) in die Kinos kamen – Werke, die gemeinhin als der Auftakt des New Hollywood gelten. Der Film reiht sich damit unmittelbar in die gesellschaftlichen und künstlerischen Umbrüche der Zeit ein und spiegelt die neue Offenheit und Experimentierf...
Eraserhead – Kritik zu Lynchs verstörendem Horrorfilm | neu in 4K
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Eraserhead – Kritik zu Lynchs verstörendem Horrorfilm | neu in 4K

Eine Kritik von Pascal Reis - erstmals zu lesen am 26. April 2012. "Ich verliere meinen Verstand." David Lynch machte sich schon früh einen Namen. Mit Kurzfilmen wie The Alphabet, die zweifellos sehr experimentell und eigenwillig waren, wies er bereits auf die Richtung hin, die wir später noch mehrfach gemeinsam mit ihm beschreiten würden. Die Zeit für seinen ersten großen Spielfilm sollte natürlich auch kommen - und fand 1977 ihren Weg an die Öffentlichkeit. Eraserhead bildet das verbindende Glied zwischen Lynchs Kurzfilmphase und seinen späteren Meisterwerken. In rund 90 Minuten präsentierte Lynch uns diesmal genau das, was schon bei The Alphabet für Verwirrung und Faszination gesorgt hatte: düsteren Surrealismus in Reinform. Henrys (Jack Nance) Leben gleicht einem trostlosen Trümme...