Horror

Kritik: The Substance (GB, USA, FR 2024)
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Kritik: The Substance (GB, USA, FR 2024)

Eine Gastkritik von Michael Gasch – gesehen im Rahmen der 77. Internationalen Filmfestspiele von Cannes – This is the Matrix. Everything comes from you. And everything is you. In der eröffnenden Szene durchdringt eine unangenehme Atmosphäre den Raum, als ein geheimnisvolles Elixier in die zarte Hülle eines frischen Eies injiziert wird. Mit einem unheilvollen Schimmer beginnt eine transformative Zellteilung, und aus einem einfachen Eigelb löst sich plötzlich ein zweites Leben. In diesem Moment war das irgendwie noch nicht das Gelbe vom Ei. Genug mit Eierwitzen, schließlich handelt es sich bei The Substance um keine Komödie, sondern um einen Horrorfilm, der die Grenzen des Zeigbaren und Erwarteten überschreitet. Elizabeth (Demi Moore) hat es geschafft, wie ihr Stern auf dem H...
I Saw the TV Glow: Kurzkritik & Trailer zum Berlinale-Hit
Aktuelle Filmnews, Berlinale, Demnächst im Kino, Filmkritiken, Horror, Trailer

I Saw the TV Glow: Kurzkritik & Trailer zum Berlinale-Hit

Eine Gastkritik von Hendrik Warnke – gesehen im Rahmen der 74. Berlinale 2024 – 2020 und 2021 war eine schwierige Zeit fürs Kino. Lichtspielhäuser selbst waren lange Zeit geschlossen, einige endgültig, viele Festivals sind ausgefallen oder fanden nur virtuell statt und diverse Filmproduktionen wurden verschoben oder abgebrochen. Das ist natürlich alles nichts Neues, allerdings ist es immer wieder traurig und zugleich interessant zu sehen, welche Filme in dieser Zeit trotz erschwerter Umstände rauskamen, dann aber völlig untergegangen sind. Ein Film, der diesem Schicksal zumindest in Ansätzen entgehen konnte, ist We’re All Going to the World’s Fare von Jane Schoenbrun. Debütiert auf Sundance Film Festival 2021, dann nach langem Schweigen 2022 immerhin einen Limited Theatrical Release be...
Kritik: Peeping Tom – Augen der Angst (GB 1960) | Neu in 4K
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Kritik: Peeping Tom – Augen der Angst (GB 1960) | Neu in 4K

Eine Gastkritik von Marc Trappendreher Do you know what the most frightening thing in the world is? Cinephilie als Skopophilie Die Großaufnahme eines vor Neugier oder Entsetzen weit aufgerissenen Auges, die Frontansicht einer Filmkamera, dann ein Cache mit einem Fadenkreuz auf der Einstellscheibe, während die Kamera einer Frau ins Schlafzimmer folgt – ein Mord steht bevor. Das Opfer schaut direkt in die Kamera und damit den Filmenden und den Zuschauer an. Der Kamerablick ist der Zuschauerblick. Täter- und Komplizenschaft sind untrennbar miteinander verbunden. Mit dieser hochkomplexen und verstörenden Einstellungsfolge eröffnete der britische Regisseur Michael Powell 1960 seinen Film Peeping Tom und löste damit schlagartig einen weltweiten Skandal aus. Besonders in der englischen Filmp...
Kritik: Rosemary’s Baby (USA 1968) – Das unsichtbare Böse in 4K
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Kritik: Rosemary’s Baby (USA 1968) – Das unsichtbare Böse in 4K

Special: Die besten Horrorfilme! Keine Schwangerschaft gleicht der anderen. Roman Polanski hatte schon immer einen Hang zum Übernatürlichen, zum Mysteriösen und zur dunklen Magie. Mit Filmen wie Ekel*, Der Mieter und Die neun Pforten hat er das gleich mehrmals bewiesen. Ganz zu schweigen von den eigenen Aussagen, in denen er sein Interesse an diesen Themen immer erwähnte. Sein berühmtester Film dieser Art ist allerdings der Klassiker Rosemary's Baby aus dem Jahr 1968, der zu den größten Okkulthorrorfilmen der Filmgeschichte zählt und noch heute mit seiner unglaublich beängstigenden Atmosphäre packen kann. Wenn wir mit einem schlafliedartigen "La la la" eingeführt werden und mit selbigem den Film verlassen, sind das zwei der stimmigsten Momente überhaupt. Ein so einfaches und rei...
Kritik: Sleepy Hollow (USA 1999) – Der kopflose Reiter neu in 4K
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Kritik: Sleepy Hollow (USA 1999) – Der kopflose Reiter neu in 4K

Special: Die besten Filme mit Johnny Depp! Watch your heads. Robert de Niro/Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese, Alain Delon und Jean Pierre Melville oder Werner Herzog und Klaus Kinski. Das alles sind Traumgespanne aus der großen weiten Filmwelt. Mit Sicherheit könnte man noch viele weitere aufzählen, doch das würde den Rahmen deutlich sprengen. Hier geht es aber um ein ganz anderes Duo, das aber sicher nicht minder besonders ist. Die Rede ist von Johnny Depp und Paradiesvogel Tim Burton und wir begeben uns direkt zurück ins Jahr 1999. Nachdem Depp und Burton schon mit Ed Wood und Edward mit den Scherenhänden zwei großartige Filme ablieferten, kam es im besagten Jahr zur dritten Zusammenarbeit. Mit dem Gruselmärchen Sleepy Hollow bewies Burton wieder sein Können und inszen...
Kritik: Pearl (USA 2022) – Das Horror-Highlight des Jahres
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Kritik: Pearl (USA 2022) – Das Horror-Highlight des Jahres

– gesehen im Rahmen der 79. Filmfestspiele von Venedig 2022, Kritik erstmals zu lesen am 4. September 2022 – Nachdem Ti West mit dem herausragenden The Innkeepers (2011) effektiv das Thema Depression behandelte und zuvor mit The House of the Devil (2009) meisterhaft demonstrierte, dass sich guter (moderner) Horror nicht durch endlose Jump Scares und maximales Blutgespritze definieren muss, meldete sich das US-amerikanische Genre-As, viel zu lange nach den beiden Ausnahmewerken, dieses Jahr endlich mit einem neuen Schocker zurück: X, so der simple kurze Titel, lief in Deutschland nur für kurze Zeit in den Kinos und ist seit gestern, 2. September bereits fürs Heimkino erhältlich*. X stellt den für mich bisher besten Horrorfilm des Jahres dar. X ist hierbei der bis dato fraglos refere...
Kritik: Die Mächte des Wahnsinns (USA 1994)
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Kritik: Die Mächte des Wahnsinns (USA 1994)

Eine Kritik von Pascal Reis A reality is just what we tell each other it is. Begeben wir uns noch einmal zurück in das bedeutungsvolle Jahr 1994 und blicken ein letztes Mal ehrfürchtig in das noch erstrahlende Gesicht von John Carpenter. Warum bedeutungsvoll? Weil John Carpenter genau in diesem Jahr seinen letzten wirklich richtigen guten Film auf die Welt losgelassen hat: Die Mächte des Wahnsinns. Danach folgte der allseits bekannte Abwärtstrend, der mit belanglosem Einerlei (Vampire) und bitteren Bauchklatschern (The Ward) resolut seinem bedauerlichen Niedergang entgegensteuerte. Immerhin verzichtete der einstige Altmeister (Halloween - Die Nacht des Grauens, Das Ding aus einer anderen Welt)  auf einen alternierenden Zusammenbruch und konnte in seinem pragmatischen Zerfall di...
Kritik: Halloween Ends (USA 2022) | Neu auf Blu-ray
DVD & Bluray, Filmkritiken, Horror

Kritik: Halloween Ends (USA 2022) | Neu auf Blu-ray

Eine Gastkritik von Jan Benz A psycho meets a freak show. This is a match made in heaven. 44 Jahre nach ihrem ersten blutigen Duell treffen Laurie Strode und Michael Myers jetzt in Halloween Ends ein letztes Mal aufeinander. Wobei die ikonische Horrorfigur in den 13 Filmen der langlebigen Reihe schon so oft das Zeitliche gesegnet hat, dass das nächste Reboot sicher nur um die nächste Ecke bereits auf uns wartet. Der finale Teil der Legacy-Trilogie, welche die früheren Fortsetzungen ignoriert und direkt an das Original von John Carpenter aus dem Jahr 1978 anknüpft, wird aber zumindest für Hauptdarstellerin Jamie Lee Curtis der letzte Auftritt in ihrer Paraderolle sein. Obwohl damit eine Ära zu Ende geht, hielt sich meine Vorfreude auf Halloween Ends stark in Grenzen. Dafür hat Regis...
Kritik: Dark Glasses – Blinde Angst (IT/FR 2022)
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Kritik: Dark Glasses – Blinde Angst (IT/FR 2022)

Eine Gastkritik von Sophia Derda Dario Argento kehrt nach einer zehnjährigen Abwesenheit auf die große Leinwand zurück: Dark Glasses hat im Rahmen der 72. Berlinale Weltpremiere gefeiert. Mit seinem Horrorthriller knüpft der Maestro del brivido (Meister des Horrors) an Vergangenes an und – was das Wichtigste ist -, er erfindet sich bisweilen auch neu. Jene seltsamen, in Inhalt und vor allem Gestaltung überformten (Horror-)Thriller aus Italien der 60er und 70er Jahre, die gemeinhin als Giallo bezeichnet werden, wurden maßgeblich von Dario Argento geprägt. Suspiria (1977) ist der wohl berühmteste italienische Horrorfilm aller Zeiten und gilt als Meisterwerk des Horrorkinos. Doch steht der Name Argento auch für einen eigenwilligen Umgang mit Suspense-Dramaturgie, intensive Farbgestalt...
Kritik: Suspiria (IT 1977) – Ein Märchen für Erwachsene
Filmkritiken, Horror

Kritik: Suspiria (IT 1977) – Ein Märchen für Erwachsene

Bad luck isn't brought by broken mirrors, but by broken minds. Da stehe ich nun, verwirrt und allein gelassen - gleichsam der Protagonistin - und ich frage mich, wo der Sinn hinter all dem Schabernack steckt. Noch immer läuft der Abspann und schnell wird mir klar: Wer hier nach dem Sinn sucht, ist an der falschen Adresse, denn Dario Argento ging es die ganze Zeit nur um das Erleben, das Fühlen der ästhetischen Darstellung von Morden mitten in einem experimentellen Okkultstreifen. Dabei ist ihm eine der nachhallendsten Arbeiten der Kunst- sowie Filmgeschichte gelungen, die sich weniger durch ihre Morde auszeichnet, als vielmehr durch ihre beängstigende Atmosphäre. Suzy (Jessica Harper) möchte eine professionelle Balletttänzerin werden und so macht sie sich auf den Weg nach Freiburg,...